Stuttgart 21 Stadt soll Bahn kontrollieren

Von mil 

Die Fraktionsgemeinschaft SÖS-Linke-Plus fordert, die Lärmbelastung durch den Tunnelbau in Wangen zu überwachen. Die Bahn verhandelt weiter mit Genehmigungsbehörden über alternative Bautechniken.

Der Tunnelbau in Wangen ist zu laut. Foto: Lichtgut/Volker Hoschek
Der Tunnelbau in Wangen ist zu laut.Foto: Lichtgut/Volker Hoschek

Stuttgart - Während die Bahn versucht, eine weniger lärmintensive Bauweise für den Tunnel unter Wangen im Zuge von Stuttgart 21 genehmigt zu bekommen, fordert die Fraktionsgemeinschaft SÖS-Linke-Plus im Stuttgarter Gemeinderat eine schärfere Kontrolle der Baustelle. Die Bahn, die mittlerweile lärmgeplagte Anwohner ins Hotel schickt, räumt eine hohe Belastung ein. Daher bemüht sie sich seit geraumer Zeit um eine Änderung der vorgegebenen Bauweise. Die sieht vor, dass in den Nachtstunden in den Tunnels nicht gesprengt werde darf. Stattdessen arbeiten sich die Mineure mit einem Meißel voran. Nächtliche Sprengungen müsste die Landesbergdirektion in Freiburg zustimmen. Im Zuge des Genehmigungsverfahrens legt die Bahn Anfang Februar Gutachten vor, welche die gesundheitlichen Auswirkungen beleuchten sollen. Die Untersuchung soll anhand von Tests, die während der Sprengungen in den Tagstunden gemacht wurden, belegen, wie stark die Betroffenheit vor Ort ist und wie groß der Kreis jener, die durch die Arbeiten beeinträchtigt sind.

Bahn lässt Arbeiten in einer Röhre ruhen

Die Fraktionsgemeinschaft SÖS-Linke-Plus möchte unterdessen von der Stadtverwaltung wissen, wie sie die vom Tunnelbau ausgehenden gesundheitlichen Gefahren für die Anwohner einschätzt. Zudem fordern die Stadträte eine kontinuierliche Lärmüberwachung in besonders betroffenen Straßenzügen. Die Bahn lässt derweil in einer der vier Röhren den Vortrieb ruhen. Betroffen ist jener Tunnel, der demnächst unter den Häusern angelangt ist, bei deren Unterquerung mit der ersten Röhre die Anwohner Alarm schlugen. Die Umstellung des Bauablaufs sehe vor, sich nun zunächst vor allem auf die Röhren in Richtung Neckarquerung zu konzentrieren, so ein Projektsprecher.