Stuttgart 21 Strecke nach Ulm droht Verspätung
Jörg Nauke, 08.03.2010 17:15 Uhr
Laut Bahn-Chef Rüdiger Grube und Verkehrsminister Peter Ramsauer ist zu wenig Geld vorhanden, um alle wichtigen Schienenstrecken rechtzeitig zu beginnen oder fertigzustellen. Foto: dapd
Laut Bahn-Chef Rüdiger Grube und Verkehrsminister Peter Ramsauer ist zu wenig Geld vorhanden, um alle wichtigen Schienenstrecken rechtzeitig zu beginnen oder fertigzustellen. Foto: dapd


Auf die Frage, ob eine Verteuerung die Bauzeit verlängern würde, erklärte die Regierung, es gebe keine Vereinbarung über eine Maximaldauer. Aber: "Bei der Priorisierung müssen Kostenerhöhungen von Projekten berücksichtigt werden." Bahnexperten prophezeien, dass der Anschluss nicht vor 2025 erfolgen werde. Dies bedeute aber eine Verlängerung der Bauarbeiten am Tiefbahnhof, so Winne Hermann.

Eingeplante Züge für die Strecke Wendlingen-Ulm gibt es nicht


Dass die Neubaustrecke teurer würde, hat Staatssekretär Ferlemann nicht direkt gesagt; allerdings betonte er, dass die Kosten von 2,025 Milliarden Euro "auf Basis des Preis- und Planungsstandes 2004 ermittelt" worden seien. Deshalb stehe eine Neubewertung an. Mit Ergebnissen sei "im Frühjahr", respektive "im ersten Halbjahr" zu rechnen. Voraussetzung für die Förderfähigkeit ist die Wirtschaftlichkeit, die auch vom Verkehrsaufkommen abhängig ist. Bei der Kosten-Nutzen-Rechnung würden Prognosewerte verwendet, heißt es, also keine realen Zugzahlen. Diese sind nicht wie erhofft gestiegen, sondern hinken hinter den Erwartungen zurück. Ein bekanntes Phänomen, wie die Trassen Mannheim-Stuttgart oder Hannover-Würzburg zeigen. Auf der Strecke Nürnberg-Ingolstadt-München hatten Bund und Bahn mit 90 Güterzügen die Strecke "schöngerechnet" - dort fährt heute nicht einer.

Für den Abschnitt Wendlingen-Ulm sind zur Prognosenoptimierung 40 "schnelle, leichte Güterzüge" pro Tag eingeplant. Diese gibt es aber gar nicht, nicht einmal die Bahn selbst sieht einen Bedarf. Das Ministerium widerspricht sich auch bei der Beantwortung der Frage, wie schnell diese Phantomzüge denn unterwegs wären. Während man noch 2008 dem SPD-Abgeordneten Haller erklärte, die Güterzüge führen schneller als 160 und benötigten deshalb Scheiben- statt herkömmlicher Graugussbremsen, sind sie jetzt nur noch mit maximal 120 Sachen unterwegs, und lediglich "in Ausnahmefällen in Teilabschnitten" bis 160 Stundenkilometer.
Kommentare (204)
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MRZ
18
Josh von Staudach, 12:56 Uhr

5% Hürde

Wie ihr euch immer festbeissen könnt an einer Scheuklappensichtweise wie der von 'Peter'. Der pickt sich die 5% von 60000 raus und alle steigen drauf ein. Soll Peter doch mal ausrechnen, wieviel Prozent der Arbeitnehmer demonstrieren, wenn es um Arbeitsbedingungen geht. Demonstrationen wären kaum möglich, würden sich immer ALLE dran beteiligen, die es interessiert oder betrifft. Selbst eine Love-Parade schafft es nicht, alle Menschen zusammenzubringen, die sich für Liebe interessieren oder schon mal Geschlechtsverkehr hatten ... Gleichwohl sollte immer wieder darauf hingewiesen werden, dass auch eine gewählte (Stadt-, Land-, Bundes-Regierung) NIE durch die absolute Mehrheit der Bevölkerung gewählt wurde! Sehr gern ausgeblendet (von den Scheuklappenträgern) wird die _Wahlbeteiligung_ ... so kommt das Kuriosum zustande, dass eine Koalition aus Pfandflaschen regiert, die von einer Minderheit der Bevölkerung gewählt wurde. Das sorgt für die allgemeine Politikverdrossenheit. Da muss man mal an das Wahlrecht insgesamt ran, das muss geändert werden! Z.B. sollte die Wahl ungültig sein oder wiederholt werden unter einer gewissen Wahlbeteiligung. Oder man sollte endlich das Recht bekommen, mit 'Nein' zu wählen um einer Partei endlich mal Minus-Prozente zu verpassen. So sind die 5% des Peter nur ein fadenscheiniges Manöver, welches von den tatsächlichen Missständen in der Politik ablenken soll. Und natürlich werden die Machtinhaber und ihre Lakaien alles tun, um eine wahre Volksbeteiligung zu verhindern! Diese sogenannten 'Volksvertreter' haben schon lange den Auftrag vergessen, Schaden von der Gemeinschaft abzuwenden, im Gegenteil, sie fügen der Gemeinschaft großen Schaden zu!

MRZ
17
Familienvater aus Sillenbuch, 22:58 Uhr

Erinnerung

Ich wollte nur nochmal daran erinnern, dass nicht nur die NBS gefährdet ist, weil der Bund die geplanten Bahnprojekte nach Wirtschaftlichkeit neu bewertet, sondern dass auch noch immer die Ausnahmegenehmigung für die Nutzung der S-Bahn-Fildertunnel durch Fernzüge verweigert wird und eine Genehmigung für die Halbierung der Tunnelwandstärken noch immer nicht vorliegt.

MRZ
17
Stuttgarter, 22:45 Uhr

Die klare Mehrheit ist gegen S21

...denn ALLE repräsentativen Umfragen, selbst die des Projektpartners Stadt Stuttgart, aber auch des SWR, der Stuttgarter Nachrichten und von Emnid, beweisen diese Mehrheitsverhältnisse. Warum wird keine Bürgerumfrage gestartet? Wäre doch so einfach: Würde sich die mehrheit für S21 aussprechen, wären alle Probleme vom Tisch. Oder hat da jemand Angst?

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