| Zeitungsgruppe Stuttgart |Mittwoch, 08. Februar 2012
Stuttgart 21
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Stuttgart 21 Strecke nach Ulm droht Verspätung

Jörg Nauke, vom 08.03.2010 17:15 Uhr
Laut Bahn-Chef Rüdiger Grube und Verkehrsminister Peter Ramsauer ist zu wenig Geld vorhanden, um alle wichtigen Schienenstrecken rechtzeitig zu beginnen oder fertigzustellen. Foto: dapd
Laut Bahn-Chef Rüdiger Grube und Verkehrsminister Peter Ramsauer ist zu wenig Geld vorhanden, um alle wichtigen Schienenstrecken rechtzeitig zu beginnen oder fertigzustellen. Foto: dapd
Stuttgart - Der Bahn-Chef Rüdiger Grube und Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) haben im Abstand von wenigen Tagen Alarm geschlagen. Es sei zu wenig Geld da, um alle wichtigen Schienenstrecken rechtzeitig zu beginnen oder fertigzustellen. Noch schlimmer: ihre Prognose basiert auf den veranschlagten Kosten, die mit der Realität nicht viel gemein haben. Das zeigen Beispiele wie die Strecke Nürnberg-Ingolstadt, die statt acht am Ende 13,8 Millionen Euro kostete.

47 wichtige Projekte stehen auf der Roten Liste nicht finanzierter Trassen, auch fehlen für noch nicht begonnene Strecken wie Wendlingen-Ulm 14 Milliarden Euro. In der bundesweiten Debatte über die Notwendigkeit von Projekten kommt das Vorhaben Stuttgart-Ulm besonders schlechte Noten. In der "Tagesschau" wurde es als "Prestigeprojekt" abqualifiziert; es gebe wichtigere Strecken mit höherer Netzwirkung - auch in Baden-Württemberg - als den bereits begonnenen Umbau des Bahnknotens in der City und eine Schnellbahnstrecke ohne Güterverkehrstauglichkeit.

Bund beteiligt sich mit 950 Millionen Euro


Diese Trasse hat sich trotz abgeschlossener Finanzierungsvereinbarung mit dem Land längst als Achillesferse des Gesamtvorhabens entpuppt. Das unterstreicht auch die knapp gehaltene Antwort von Ramsausers Staatssekretär Enak Ferlemann auf 55 Fragen des Grünen-Abgeordneten Winne Hermann. Der Verkehrsausschuss-Vorsitzende beschreibt sie als "Dokument der Ahnungslosigkeit" und hält es für skandalös, dass dem Parlament Einblick in die Berechnungen verwehrt werde. Der Grund liege aber auf der Hand: die Regierung scheue sich zuzugeben, dass die Neubaustrecke weder wirtschaftlich noch finanzierbar sei. Am Beispiel der Güterzuganbindung in Wendlingen werde deutlich, dass bei den Planfeststellungsverfahren für das Projekt nachteilige Aspekte verheimlicht worden seien.

Das Ministerium stellt allerdings erstmals klar, dass der Bund trotz der 950-Millionen-Euro-Beteiligung des Landes keine Verpflichtung abgegeben hätte, die Neubaustrecke zeitgleich mit Stuttgart 21 zu eröffnen; man gehe lediglich "davon aus" dass die Realisierung abgestimmt erfolge. Bisher sei aber stets der Eindruck erweckt worden, es handele sich nicht nur um eine Erwartung, sondern sei klar geregelt, meint Hermann; schließlich wäre die Inbetriebnahme des Tiefbahnhofs ohne Anschluss an die neue Strecke unsinnig.

Kommentare (204)
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MRZ
18
12:56 Uhr, geschrieben von Josh von Staudach
5% Hürde
Wie ihr euch immer festbeissen könnt an einer Scheuklappensichtweise wie der von 'Peter'. Der pickt sich die 5% von 60000 raus und alle steigen drauf ein. Soll Peter doch mal ausrechnen, wieviel Prozent der Arbeitnehmer demonstrieren, wenn es um Arbeitsbedingungen geht. Demonstrationen wären kaum möglich, würden sich immer ALLE dran beteiligen, die es interessiert oder betrifft. Selbst eine Love-Parade schafft es nicht, alle Menschen zusammenzubringen, die sich für Liebe interessieren oder schon mal Geschlechtsverkehr hatten ... Gleichwohl sollte immer wieder darauf hingewiesen werden, dass auch eine gewählte (Stadt-, Land-, Bundes-Regierung) NIE durch die absolute Mehrheit der Bevölkerung gewählt wurde! Sehr gern ausgeblendet (von den Scheuklappenträgern) wird die _Wahlbeteiligung_ ... so kommt das Kuriosum zustande, dass eine Koalition aus Pfandflaschen regiert, die von einer Minderheit der Bevölkerung gewählt wurde. Das sorgt für die allgemeine Politikverdrossenheit. Da muss man mal an das Wahlrecht insgesamt ran, das muss geändert werden! Z.B. sollte die Wahl ungültig sein oder wiederholt werden unter einer gewissen Wahlbeteiligung. Oder man sollte endlich das Recht bekommen, mit 'Nein' zu wählen um einer Partei endlich mal Minus-Prozente zu verpassen. So sind die 5% des Peter nur ein fadenscheiniges Manöver, welches von den tatsächlichen Missständen in der Politik ablenken soll. Und natürlich werden die Machtinhaber und ihre Lakaien alles tun, um eine wahre Volksbeteiligung zu verhindern! Diese sogenannten 'Volksvertreter' haben schon lange den Auftrag vergessen, Schaden von der Gemeinschaft abzuwenden, im Gegenteil, sie fügen der Gemeinschaft großen Schaden zu!
MRZ
17
22:58 Uhr, geschrieben von Familienvater aus Sillenbuch
Erinnerung
Ich wollte nur nochmal daran erinnern, dass nicht nur die NBS gefährdet ist, weil der Bund die geplanten Bahnprojekte nach Wirtschaftlichkeit neu bewertet, sondern dass auch noch immer die Ausnahmegenehmigung für die Nutzung der S-Bahn-Fildertunnel durch Fernzüge verweigert wird und eine Genehmigung für die Halbierung der Tunnelwandstärken noch immer nicht vorliegt.
MRZ
17
22:45 Uhr, geschrieben von Stuttgarter
Die klare Mehrheit ist gegen S21
...denn ALLE repräsentativen Umfragen, selbst die des Projektpartners Stadt Stuttgart, aber auch des SWR, der Stuttgarter Nachrichten und von Emnid, beweisen diese Mehrheitsverhältnisse. Warum wird keine Bürgerumfrage gestartet? Wäre doch so einfach: Würde sich die mehrheit für S21 aussprechen, wären alle Probleme vom Tisch. Oder hat da jemand Angst?
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