Stuttgart 21 Streit über Rost in S-21-Wasserrohren

Von Thomas Durchdenwald 

Exklusiv Gegner des Projekts Stuttgart 21 haben Proben aus dem Leitungssystem des Grundwassermanagements gezogen. Diese weisen hohe Anteile an Eisen auf. Die Bahn widerspricht den aus ihrer Sicht illegalen Messungen. Die Stadt sieht keinen Handlungsbedarf.

So sieht das Wasser aus, das die Ingenieure 22 nach eigenen Angaben den Grundwassermanagementrohren entnommen haben: links stark getrübt aus einer Leitung, die in den Neckar führt; rechts geringer verfärbt aus dem Brunnen an der Kernerstraße. Foto: Horst Rudel
So sieht das Wasser aus, das die Ingenieure 22 nach eigenen Angaben den Grundwassermanagementrohren entnommen haben: links stark getrübt aus einer Leitung, die in den Neckar führt; rechts geringer verfärbt aus dem Brunnen an der Kernerstraße.Foto: Horst Rudel

Stuttgart - Am Neckartor überspannen die blauen Rohre des Grundwassermanagements von Stuttgart 21 auf einer Tragekonstruktion die sechsspurige Willy-Brand-Straße. Weniger Meter davon entfernt verschwindet die Leitung in einem grauen Schaltkasten, in dem Regeltechnik und Geräte zur Messung der Wassermenge untergebracht sind. Von dort aus geht es unter dem Asphalt weiter in einen Schacht, von dem aus ein Rohr nach unten führt, durch das das Wasser in den Untergrund gepresst wird: so sieht der Infiltrationsbrunnen an der Kernerstraße aus. Er ist einer von mehreren Dutzend, in denen wegen der S-21-Bauarbeiten abgepumptes Grundwasser nach der Reinigung wieder ins Erdreich zurückgeführt wird. Damit soll erreicht werden, dass die wasserführenden Schichten im Untergrund stabil bleiben. S-21-Gegner kritisieren das Verfahren seit Jahren, sie glauben, dass die grund- und mineralwasserführenden Schichten gefährdet werden.

In diesen Befürchtungen sehen sich die Ingenieure 22, eine S-21-kritische Gruppierung, nun bestätigt. In an drei Brunnen gezogenen Wasserproben stellten unabhängige Analyseinstitute eine hohe Konzentration von Eisen fest. Schon das in Flaschen gefüllte Wasser weist deutlich sichtbar eine Färbung auf. Die Analysen ergaben Werte zwischen zwölf und 17 Milligramm pro Liter für Proben aus der Kerner- und der Jägerstraße. Das an einer mittlerweile stillgelegten Leitung, die in den Neckar führt, entnommene Wasser enthielt höhere Anteile, einmal sogar 139 Milligramm Eisen.

Proben aus dem Leitungsnetz entnommen

Die Proben wurden in der Zeit von Ende April bis Mitte Mai genommen. Die Protokolle der Untersuchungen, die von verschiedenen renommierten Stuttgarter Labors vorgenommen wurden, liegen der Stuttgarter Zeitung vor. In Briefen an Stadt, Land und Eisenbahnbundesamt haben die Ingenieure 22 allerdings nur allgemein von höheren Werten berichtet und die Behörden zum Eingreifen aufgefordert.

Das S-21-Kommunikationsbüro, das daraufhin von der Stadt informiert wurde, weist die Messwerte zurück und kritisiert das Vorgehen. „Die für uns nicht nachprüfbaren Ergebnisse der Ingenieure 22 decken sich in keiner Weise mit den der Bahn vorliegenden Erkenntnisse und Messungen“, erklärt eine Sprecherin des Kommunikationsbüros gegenüber der Stuttgarter Zeitung. Der Betrieb der Grundwassermanagementanlage werde überwacht und erfolge in dem von dem Planfeststellungsbeschlüssen vorgegeben Rahmen. Dies werde dokumentiert und stehe den Aufsichtsbehörden zur Verfügung. Das Wasser könne von den S-21-Gegnern nur durch illegale Manipulationen entnommen werden. Zudem hätten die Ingenieure 22 in dem Schreiben an die Stadt nicht erklärt, woher die Proben stammten, und auch keine Analyseberichte beigelegt. Deshalb könnten auch keine von der Bahn an den Brunnen gemessenen Werte genannt werden.

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Rost im Wasser als Zeichen für Verkeimung und für weitere Schwermetallbelastung (Kupfer, Zink, Blei, Cadmium): „Zudem lockt eine hohe Eisenkonzentration im Wasser eine besondere Art von Bakterien an, die das Eisen verstoffwechseln und in oxidierter Form wieder ausscheiden (Verockerung). Diese Ausscheidungsprodukte sind dem Rost sehr ähnlich. Sie bilden Biofilme in den Wasserleitungen und führen zu Verstopfungen. ….. Hier nisten sich auch gerne Krankheitserreger ein. ….. Jedoch liegen mit hoher Wahrscheinlichkeit weitere Korrosionsprodukte aus der Rohrleitung vor, die sehr wohl gesundheitsschädlich sein können. So kann das Wasser mit Schwermetallen wie Kupfer, Zink, Blei oder Cadmium belastet sein. ….. Da Säuglinge besonders empfindlich auf Schadstoffe reagieren, sollte man mit rostigem Wasser keine Babynahrung zubereiten. ….. Bei rostigem Leitungswasser empfiehlt es sich, das Wasser auf Keime und Schwermetallbelastung untersuchen zu lassen, um gesundheitliche Risiken und/oder größere Schäden an den Wasserleitungen ausschließen zu können. _______________________________________________________ http://www.energieleben.at/ist-rost-im-leitungswasser-schadlich/

Arteriosklerose und Herzinfarkt durch zu hohe Eisenkonzentrationen: Nur bei wenigen Nährstoffen ist die Spanne zwischen lebensnotwendiger Zufuhr und schädlicher Dosis so eng wie bei Eisen. Nach der repräsentativen VERA-Studie gibt es in Deutschland fast genauso viele Menschen, die mit Eisen unterversogt sind, wie Menschen mit einer übermäßigen Eisenbelastung. Zusätzliche Eisengaben sollten deshalb nur unter ärztlicher Kontrolle erfolgen, wenn ein deutlicher Mangel festgestellt wurde. Die Praxis sieht leider anders aus. Die meisten Eisenpräparate besorgen sich verunsicherte Verbraucher auf eigene Faust. Wissenschaftler warnen jedoch vor der Selbstmedikation mit solchen Präparaten. Denn ein Zuviel an Eisen kann schädlich sein. _______________________________________________________ Erhöhte Eisenwerte gelten als Risikofaktor für koronare Herzerkrankungen wie Arteriosklerose und Herzinfarkt, da freie Eisenionen die Bildung von Sauerstoffradikalen fördern. Radikale sind sehr reaktionsfreudige chemische Stoffe und können eine Vielzahl zellulärer Verbindungen schädigen. Unter anderem lösen sie die Oxidation von Lipiden aus, die für die Entstehung von Arteriosklerose verantwortlich gemacht wird. Außerdem ist davon auszugehen, dass die durch Eisen hervorgerufene Radikalbildung das Krebsrisiko erhöht. Verschiedene Studien, in denen größere Bevölkerungsgruppen beobachtet wurden, bestätigen den Zusammenhang zwischen einer erhöhten Eisenzufuhr und einem gesteigerten Krebsrisiko. _______________________________________________________ http://www.ugb.de/eisenmangel-eisenbedarf/eisenmangel-eisenpraeparate/

Proben in Sprudelflaschen: Sind nicht aussagekräftig! Falsche Formeln auf den Sprudelflaschen deuten auf einen kleinen Trick hin.

@ dipl. ing. (fh) franziska theissen, 12:31 Uhr: Einen schönen Dank für Ihre kurze Antwort Dipl. Ing’in. (fh) Franziska Theissen auf “Ernest Petek, 11:46 Uhr“. Sie übersehen jedoch eine Kleinigkeit – die nicht unerheblich ist! Mikroben siedeln sich auch _a n_ fließenden Gewässern an, sie “diffundieren“ in das _a n g r e n z e n d e_ Gebiet, transportiert von eben den fließenden Wassern! Diese entwickeln sich dort prächtig, bei Vorliegen der, für sie, förderlichen _U m w e l t b e d i n g u n g e n_!! --- Mitbetrachtung: wir haben an unserer Uni in Vaihingen eine hervorragende “Forschergruppe“, die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung zu ihrem vorrangigem Thema _e r k o r e n_ haben – in überwiegend weiblichen Händen liegend …weltweit im Einsatz, ihre Produkte ---! Zurückkommend zu den Rohren. Diese Rohre, in einer derart ungeeigneten Materialzusammensetzung, in Anwendung zu bringen, kann nur von Deutschen Firmeninhabern eingesetzt werden, den sie brauchen nicht zu befürchten, dass sie in _R e g r e s s_ genommen werden – die Konservativen, ewig Gestrigen sorgen schon dafür, dass wir Bürger, unsere Steuergelder, in _R e g r e s s_ genommen werden; siehe auch BER, nicht funktionierende „Sprinkleranlage“ (zusätzlich weitere 1,.. Mrd. EURO gefordert – von Hartmut Mehdorn … der nun genügend bewiesen hat, dass er von nichts eine Ahnung hat, und davon viel!!!!). Wie Sie wissen, zu wissen haben, Franziska Theissen, ist das älteste bio-logische Prinzip, das weibliche Prinzip – aus einer Zelle entwickelt sich eine weitere, identische Zelle; aus sich selbst heraus (weibliche Prinzip, zu dem das männliche Prinzip hinzu kam)!! In der Welt der Mikroben herrscht dieses Prinzip vor, das zu einer immensen _R e p r o d u k t i o n s r a t e_ führt (nicht auf das männliche Prinzip angewiesen)!! Es wird also die zur Verfügung stehende Besiedelungsfläche irgendwann zu wenig Platz haben, für die hinzukommenden “Nachgeborenen“ – das fließende Wasser löst nun die “überhängige“ Population ab, und nimmt diese mit sich. Freundlichst Jue.So Jürgen Sojka geboren in Stuttgart

Ernest Petek, 11:46 Uhr: das was sie schreiben gilt für stehende gewässer. das grundwasser in stuttgart fließt