ExklusivStuttgart 21 Stuttgart klagt gegen S-21-Genehmigung

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Im Stuttgarter Rathaus ist man mit Stuttgart-21-Plänen an der Wolframstraße unzufrieden und zieht vor den Verwaltungsgerichtshof.

Die Wolframstraße muss an dieser Stelle wegen Stuttgart 21 verlegt werden. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Die Wolframstraße muss an dieser Stelle wegen Stuttgart 21 verlegt werden. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Die Stadt Stuttgart hat vor dem Verwaltungsgerichtshof (VGH) Mannheim Klage gegen eine Baugenehmigung für einen Stuttgart-21-Abschnitt eingereicht. Entsprechende Informationen der Stuttgarter Zeitung hat ein Stadtsprecher am Donnerstag bestätigt.

Der Tunnel liegt über der Geländeoberkante

Ende Juli hatte das Eisenbahn-Bundesamt (Eba) geänderte Pläne im Bereich der Wolframstraße genehmigt. Dort entsteht ein neuer S-Bahntunnel, dessen Decke allerdings zweieinhalb Meter über die aktuelle Geländeoberkante hinausragt. Deshalb verlegt die Bahn die Wolframstraße an dieser Stelle. Der Verkehr wird in zwei Schleifen um die Baustelle herumgeführt.

Die Stadt hatte im Genehmigungsverfahren darauf gedrungen, dass die Wolframstraße von der Bahn nach Inbetriebnahme von Stuttgart 21 und dem Rückbau der oberirdischen Gleisanlagen wieder in einen geradlinigen Verlauf zurückversetzt wird. Dem ist das Eba nicht gefolgt. Daher klagt das Rathaus vor dem höchsten baden-württembergischen Verwaltungsgericht gegen den Beschluss der Bonner Behörde. Gleichzeitig sucht die Stadt weiterhin das Gespräch mit der Bahn. „Wir verhandeln gerade mit der Bahn darüber, wer die Wiederherstellung am Ende übernimmt“, erklärt Rathaussprecher Sven Matis. Man versuche, „eine gütliche Einigung zu finden. Dann besteht auch die Möglichkeit, die Klage wieder zurückzuziehen“, so Matis. Die Klage solle „keinesfalls“ die Baumaßnahmen verzögern.

Gericht gibt keine zeitliche Prognose ab

Ein Sprecher des Verwaltungsgerichtshofs in Mannheim bestätigte, dass die Klage der Stadt am 30. August eingegangen ist. Nicht zuletzt wegen personeller Veränderungen im zuständigen Senat sei nicht absehbar, wann der Streit (Aktenzeichen 5S 2016/17) behandelt wird. Ebenfalls weiter anhängig sind Klagen von S-21-Gegnern gegen den Flughafenabschnitt des Projekts von Bahn, Land, Stadt und Region.

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Brückenabriss: Ausgerechnet die Brücke, über die die Baustraße für den Abtransport der Bahnhofstrümmer führt, will die Bahn für den Bau des S-Bahn-Tunnels abreißen. Sollen die schweren Lkws ihren Dreck jetzt womöglich wieder über das bestehende Straßennetz karren? Auszuschließen ist das bei dieser Chaosplanung wohl nicht. Im Übrigen verhinderte diese Baustraße, unmittelbar neben dem Anstieg der Nordbahnhofstraße gelegen, schon die endgültige Führung des Gleiskörpers der neuen U12. Weil ab der Brücke über die Wolframstraße provisorisch ein viel engerer Radius gewählt werden musste, lagern die Schienen dort auf einem hässlichen Beton-Schotter-Gemisch, anstatt wie geplant, sich im satten Grün eines Rasenkörpers zu präsentieren. Auch musste der Gehsteig auf der Ostseite stümperhaft unterbrochen werden, was letztlich zwei gefährliche Gleisübergänge zur Folge hat. Frage, wer übernimmt auch hier die Kosten für die endgültige Trassierung? Bleiben die wohl wieder bei der Stadt hängen, wie so vieles bei diesem Katastrophenprojekt?

Warum jammert die Stadt jetzt? Es war doch vorherzusehen, dass bei Stuttgart 21 alles maximal "wirtschaftlich optimal" und wohl nichts wirklich gut werden würde. -- Und auf der anderen Seite, könnte es der Bahn wohl den nächsten Grund geben, fianzielle "Nachforderungen" an einen Projektpartner zu stellen.

Soll doch: die Bahn statt Straßenschleifen so einen kurzen Buckel über den Tunnel bauen, der dann mit dem Heilix Blechle und max 1OKmh überfahren werden kann. Das wäre -die- Touristenattraktion 21

"Es ist doch nur ein Bahnhof": Die Lügen und die Volksverarschung der Stadtzerstörer kennen keine Grenzen.

"Stuttgart klagt": Da können die Bürger ja wirklich froh sein, daß Deutschland so ein reiches Land ist und die immer stärker ansteigende Kosten für Gerichte, Gutachter Behinderungen und Blockaden durch S21-Gegner (Behinderungen im Berufsverkehr, Polizeieinsätze....) locker bezahlen kann. Liebe StZ, gibt es eigentlich eine Erhebung, in welcher Höhe die Steuerzahler bzw. die Bürger mit diesen zusätzlichen "Nebenkosten" bereits belastet worden sind?. Die "Grünen", die S21 Gegner und die unterstützende Politiker tangiert das sicherlich nur an der Peripherie. Die werden ja ausreichend von den Steuerzahlern alimentiert und brauchen sich wegen der Kosten keinen Kopf machen.

"Herr Winterhalder beklagt":: Da können die Bürger ja wirklich froh sein, dass Deutschland so ein reiches Land ist und die immer stärker ansteigende Kosten für ein nicht zukunftsfähiges und keinen entscheidenden Nutzen bringendes, Schwachsinns-Bahnprojekt locker bezahlen kann. Nachdem der Bevölkerung hochheilig versprochen wurde, dass der Kostendeckel von 4,5 Mrd. Euro eingehalten wird und dessen Kosten nun absehbar auf 10 Mrd. Euro steigen werden (zig-Planänderungen, nicht eingehaltene Brandschutz- und Sicherheitsbestimmungen, fehlende Baugenehmigungen, missachteter Natur- und Artenschutz, völlig unnötige Verlegungen von unterirdischen Stadtbahntrassen etc.). Liebe StZ, gibt es eigentlich eine Erhebung, in welcher Höhe die Steuerzahler bzw. die Bürger mit diesen zusätzlichen "Nebenkosten" bereits belastet worden sind und es noch werden und wie viele unbedarften Tiefbahnhofbefürworter uns mit ihren unglaubwürdigen und geradezu hanebüchenen Argumenten ein X für ein U vormachen wollen.

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