Stuttgart 21 Turmfalken bringen Abriss ins Stocken

Von Markus Heffner 

Neuer Ärger für Stuttgart 21: Der Teilabriss der alten Bahndirektion hat begonnen - und wurde prompt wieder unterbrochen. Wegen Turmfalken.

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Stuttgart - Mitte dieser Woche haben die Abbrucharbeiten an der alten Bahndirektion an der Heilbronner Straße begonnen – und schon droht dem Projekt Stuttgart 21 das nächste Ungemach. Der Naturschutzverband BUND fordert, die Abrissarbeiten sofort zu stoppen, da ein Turmfalkenpärchen unter dem Dach des Gebäudes sein Brutgeschäft begonnen habe. Die Tiere sind eine besonders streng geschützte Art. Bei der zeitnahen Überprüfung des Sachverhalts müssten Umweltschützer beteiligt werden, so der BUND-Regionalgeschäftsführer Gerhard Pfeifer.

Der Projektsprecher Wolfgang Dietrich teilte auf Anfrage mit, dass die Bahn sofort das Eisenbahnbundesamt informiert und die Arbeiten im gefährdeten Bereich eingestellt habe. Außerdem habe die Bahn einen Ornithologen und die ökologische Bauüberwachung auf die Baustelle geschickt, um den Verdacht zu prüfen. „Sobald wir hierzu Erkenntnisse haben“, so Dietrich, „werden wir darüber informieren.“

Die Fassade bleibt erhalten

Der Gebäudekomplex an der Heilbronner Straße steht dem Bau der Tunnelröhren vom Tiefbahnhof nach Feuerbach und Bad Cannstatt im Weg. Abgebrochen wird allerdings nur der hintere Teil an der Jägerstraße. Das denkmalgeschützte Hauptgebäude mit seiner stadtprägenden Fassade bleibt stehen. Um das historische Bauwerk hatte es zuletzt einige Aufregung gegeben, nachdem auf einer Liste mit aufgezeigtem Sparpotenzial auch der Komplettabriss der alten Direktion aufgetaucht war. Das hätte der Bahn ermöglicht, die Tunnel in diesem Bereich in offener Bauweise zu realisieren. Die Projektpartner, allen voran die Stadt Stuttgart, hatten sich aber mit Verweis auf die erhaltenswerte Substanz und die historische Bedeutung dagegen ausgesprochen und einen Komplettabriss vehement abgelehnt. Die Abbrucharbeiten, die auch Gebäude an der Jägerstraße umfassen, sollen im Herbst abgeschlossen sein.

Unterdessen hat die Grünen-Fraktion mit Blick auf die S-21-Baustellen beantragt, dass in der nächsten Sitzung des Umweltausschusses ein Bahnvertreter über aktuelle und anstehende Maßnahmen berichtet. Auch der Frage nach der Baustellensicherheit soll nachgegangen werden. Es sei nicht akzeptabel, so der Fraktionschef Peter Pätzold, „dass bei einer Baustelle im Herzen der Stadt geschludert wird und das zu einer Gefährdung von Passanten oder Bahnreisenden führt“. Bei den Arbeiten am Südflügel hatte ein Bagger Mitte März das Bahnsteigdach beschädigt. Bei einem weiteren Zwischenfall war eine Frau auf dem Fußweg vor dem Südflügel von einem herabfallenden Trümmerteil verletzt worden.

 

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151 KommentareKommentar schreiben

Falsch, jogo: Der Turmfalke ist per Verordnung besonders streng geschützt. Das können Sie weiter unten nur unschwer nachlesen. Und das hat schon seine Gründe. In den letzten Jahren ist der Bestand des Turmfalken um 30-50% zurückgegangen. Er steht kurz davor, auf der Roten Liste zu stehen. Möchten Sie den Turmfalken auf die Rote Liste befördern?

@ Biologe: Irrtum: Eben nicht. Ein Vogel in 'Vorwarnstufe' ist eben nicht geschützt, weil er nicht als gefährdet angesehen wird. Ein Vogel mit 'Vorwarnstufe' steht nicht auf der Roten Liste. Punkt. Ihre Privatmeinung dazu ist schön und gut, aber sie würde rechtlich keinen Bestand haben.

Turmfalkenexperte Jogo täuscht sich: Das Sinken des Bestandes einer Tierart hat sehr wohl mit der Gefährdung einer Tierart zu tun. Beispiel: Turmfalke. Der Bestand ist um 30-50% zurückgegangen. Deshalb steht der Turmfalke auf der Vorwarnstufe und ist besonders streng geschützt. Wussten Sie das nicht?

Bahn-Vasallen: Jetzt haben wir es schwarz auf weiß, das CDU, teilweise SPD Vasallen der Bahn sind. Zitat vom Oberguru Klartext:':'Was die Herren Hauk und Drexler geritten hat,********** ohne Rücksprache mit der Bahn ,***************** weiß ich nicht, spielt jedoch sowieso keine Rolle.'

Außer dem @ Biologe hat § 10 BNatSchG...: keinen Absatz 11 und regelt keinen Tierartenschutz sondern regelt Landschaftsplanung

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