Stuttgart 21 und die ICE-Strecke
Der Bund - ein unsicherer Partner
Jörg Nauke,
09.03.2010 13:31 Uhr
Foto: apn
Das Verkehrsministerium habe falsch oder gar nicht geantwortet, erklärte der Verkehrsausschussvorsitzende Hermann. In dem Papier heißt es beispielsweise, das Parlament bekomme die Wirtschaftlichkeitsberechnung für die Neubaustrecke nicht zu sehen, weil sie von der Bahn als Betriebsgeheimnis eingestuft werde. Fälschlicherweise ordnet der Staatssekretär den maßgeblich vom Steuerzahler zu finanzierenden Abschnitt Wendlingen–Ulm der Bahn zu. Mit demselben falschen Argument verweigert er auch die Auskunft zur Auslastung der alten Filstalstrecke und auch die Antwort auf die Frage, ob bei Mehrkosten für die neue Trasse auch Stuttgart 21 gefährdet wäre. Sogar die Wendlinger Kurve, zweifelsfrei Bestandteil der Neubaustreckenplanung, rechnet das Ministerium Stuttgart 21 zu.
Fachleuten erscheint das Papier teilweise wie eine Realsatire. So wird die Frage, ob nicht schwere Güterzüge mit mehr als 1000 Tonnen Gewicht und über 500 Meter Länge im Trend lägen, mit dem Hinweis abschlägig beschieden, es seien jetzt Containerverkehre und schnelle Güterzüge gefragt. Tatsächlich bestätigt diese Aussage Hermanns These, denn Containerzüge wiegen bis zu 1600 Tonnen, und der schnelle Parcel Intercity ist 588 Meter lang. Merkwürdig erscheint auch die Bewertung des Umstands, dass der Güterverkehr die Steilstrecke nach Ulm immer mehr meidet und stattdessen die Alternative über Würzburg überlastet: Das nütze der Leistungsfähigkeit des Schienennetzes.
Als rechtlich kritisch bewerten Fachleute die Entscheidung, die Verbindung von der Neckartalbahn auf die Neubaustrecke in Wendlingen auf eine Zuglänge von 400 Meter zu limitieren. Die Einschränkung in einem Bereich der Planfeststellung hätte bei der Debatte der übrigen Abschnitte zwingend erwähnt gehört.
Die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage finden Sie hier »
Seite
1
2
Weitere Artikel


23 Mal Stuttgart – wir stellen Ihnen alle 23 Stadtbezirke vor >>


@Nachdenklicher
Einen schönen guten morgen an einen Nachdenklichen es freut mich durchaus, solche Gedanken wie die Ihren zu lesen. Ich verstehe dies als Ansatz, den eigenen Standpunk ab und zu mal zu überdenken und gegebenenfalls neu zu justieren. Sie sprechen davon das was ich als Verlust sehe, als Gewinn zu sehen. Ich stimme Ihnen zu, dass die meisten Dinge zwei Seiten haben und der Blickwinkel die jeweilige Sicht bestimmt. Ein bekanntes Beispiel wäre die U+S-Bahn in Stuttgart. Das war teuer, das hat lange gedauert, das war viel Behinderung. Aber es war klar was am Ende da steht. Eine drastische Verbesserung der Infrastruktur. Und Stuttgart21? Dagegen war die S-Bahn ein Muckenschiss. Hat es Nachteile? EXTREM viele (deswegen meine Analogie abgehacker Arm) Schauen Sie mal unter http://kopfbahnhof-21.de/ und sagen mir, welche der Nachteile unter "Nein zu Stuttgart21" nicht zutreffen? Oder unter dem exzellenten Blog von Siegfried Busch, der alle offiziellen Argumente von S21 aufzählt, kommentiert und den offiziellen Stellen von S21 sogar die Chance einräumt, unzensiert zu kommentieren. http://www.s21.siegfried-busch.de/page18/page18.html und hier die Vorteile von K21 http://www.s21.siegfried-busch.de/page6/page6.html Und die Vorteile dieses gigantischen Eingriffs? Für einen Stuttgarter? Für einen Reisenden? Für wen auch immer? Fehlanzeige Die paar sauteuren Quadratmeter zusätzlich, die in 15 Jahren mal mit Büro und Bankenfläche zugepflastert werden können, sind eher abschreckend. Also, wo sehen SIE IHREN Gewinn? Über das Thema Recht und Recht haben oder bekommen will ich hier mal nicht weiter diskutieren. Wäre ein längerer Beitrag. Das Verhalten unserer sogenannten Volksvertreter in dieser Sache ist aber so desaströs, dass doch tatsächlich ein Querschnitt der ganzen Bevölkerung auf die Strasse geht. (s.a. Artikel "Vereint gegen das Milliardengrab" in der ZEIT) Ansonsten sehen wir uns vielleicht am Montag?
Merkwürdig
Nachdenklicher hört sich wie O. Renn an.
@der Cannstatter
ich will meinem Namen mal treu sein, es gibt einen Philosophen der gesagt hat gibst du mir deine Hand gebe ich dir alles (frei nach Wittgenstein). Auf ihr Beispiel mit der abgehackten Hand, angewendet; sagen sie mir das das ihre Hand ist und sie haben Recht. Sie stellen sich das vor dass sie etwas verlieren, für mich ist es ein Gewinn, es gibt hier keinen der Recht hat. Wenn sie die Eskalation vorziehen gehen sie ihren Weg, sie werden dann Recht behalten und können sich sicher etwas schönes davon kaufen.