Stuttgart 21 und die Politik
Blick auf die OB-Wahl 2012
Thomas Borgman,
08.09.2010 14:02 Uhr
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Aus CDU-Kreisen hat sich Kulturbürgermeisterin Susanne Eisenmann ins Gespräch gebracht. Foto: Zweygarth
""Die OB-Wahl ist für uns mindestens so wichtig wie die Landtagswahl.""
Ein Ungenannter aus der Stuttgarter Parteienlandschaft
Palmer drängt nach Berlin statt nach Stuttgart
Am spannendsten in Sachen OB-Wahl 2012 ist freilich der Blick auf die Grünen. Boris Palmer, der Rathauschef von Tübingen und Schusters Gegenkandidat von 2004, fährt einen Zickzackkurs: Vor Wochen forderte er öffentlich und vehement ein Moratorium zu Stuttgart 21 und einen Runden Tisch - um nur wenig später mitzuteilen, er habe keine Zeit. Als der 38-Jährige vor Monaten heftig als Favorit auf den Chefsessel am Stuttgarter Marktplatz gehandelt wurde, genoss der Sohn des "Remstalrebellen" eine Zeit lang die mediale Aufmerksamkeit - dann wurde ihm der Boden zu heiß. Boris Palmer trat den Rückzug an und erklärte, er stehe für Stuttgart nicht zur Verfügung. Viele in seinen eigenen Reihen glauben, Palmer habe keine Lust, sich als OB in die Pflicht nehmen zu lassen, das verhasste Stuttgart 21 in die Tat umzusetzen; er sehe seine politische Zukunft eher in Berlin.
Da fällt der Blick auf Werner Wölfle, den Grünen-Chef im Gemeinderat und Landtagsabgeordneten. Der 56-Jährige, jüngst gefragt, ob er sich nach seiner bitteren Niederlage bei der Wahl zum Sozialbürgermeister nun bald der OB-Wahl zuwende, antwortete spontan salomonisch: "Für diese Frage ist es noch viel zu früh." Liebäugelt da einer, dessen beruflicher Lebenstraum jäh zerplatzt ist, nun mit dem ganz großen Sprung unter dem Motto: Ich werd's euch allen zeigen? Am 16. September wird Werner Wölfle, trotz eines Gegenkandidaten, von den Kreisgrünen wieder zum Landtagskandidaten im aussichtsreichen Filderwahlkreis nominiert werden. Zugleich geht im Stuttgarter Rathaus die kommunalpolitische Arbeit wieder los und Wölfle sagt: "Ich setze auf die Sacharbeit - ich bin doch kein Racheengel!"
Die Landeshauptstadt bleibt im Dauerwahlkapmf
Die Faustregel für alle Persönlichkeitswahlen lautet: Es ist wie beim Mikadospiel - wer sich zuerst bewegt, hat verloren. Wer zu früh seinen Hut in den Ring wirft, steht am Ende mit leeren Händen da. Immerhin haben SPD und Liberale klar erklärt, in zwei Jahren mit eigenen Kandidaten anzutreten. Ob auch der eine oder andere Exponent des Aktionsbündnisses gegen Stuttgart 21 antritt, wird davon abhängen, wie weit dieses Vorhaben bis dahin gediehen ist. Sicher aber ist: bis zum 27. März 2011 geht es um die Landtagswahl, gleich danach aber rückt die OB-Wahl ins Blickfeld. Stuttgart bleibt also im Dauerwahlkampf. Die Parteistrategen haben die kommenden zwei Jahre in der Landeshauptstadt bereits im Blick. Einer, der nicht genannt sein will, sagt: "Die OB-Wahl ist für uns mindestens so wichtig wie die Landtagswahl."
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Auf dem Tiger sitzend und dem Amtssitz klebend
Genau genommen heißt das chinesische Sprichwort 騎虎難下 qi hu nan xia: "Wer den Tiger reitet kann nur schwer absteigen". Also so ganz ausgeschlossen ist es nicht - nur unangenehm. Sich erst erst am 7 Januar 2012 zu erklären, ist viel zu spät. Eine weitere Kandidatur von Wolfgang Schuster ist illusorisch. Er würde seiner Partei aber einen großen Gefallen tun, wenn er sich jetzt entscheiden könnte. Die muss einen potentiellen Nachfolger jetzt aufbauen, wenn sie das Amt nicht an die Grünen abgeben will. Der Kronprinz Michael Föll ist durch den Skandal um seinen Beiratssitz bei einer in Stuttgart 21 involvierten Baufirma so angeschlagen, dass er lieber Funkstille hält und nicht die Gunst der Stunde nutzen konnte, sich in Szene zu setzen, als der OB in Chile weilte und es am Nordflügel anfing hoch herzugehen. Susanne Eisenmann und Martin Schairer sind bisher nicht unangenehm aufgefallen, müssten aber jetzt anfangen sich zu profilieren. Doch momentan würden sie die Rolle von Usurpatoren einnehmen. Auf den Griff nach den Thron würde Schuster so unwillig reagieren , wie einst Erwin Teufel als Günther Oettinger Anstalten unternahm. Wolfgang Schuster gibt sich nicht nur auf den Tiger sitzend, sondern auch auf dem dem Amtssessel des OB, eher klebend und auf unbestimmte Zeit.
Tiger ? -Nein ! totes Pferd !
Statt dem Anfangssatz vom Tiger sollte Schuster besser mal nach unten schauen, ob er nicht ein totes Pferd reitet. Nach alter Indianerweisheit sollte man spätestens dann vom Pferd steigen, wenn man merkt, dass es tot ist. Der Gaul hat noch nie gelebt, nur haben das bis heute Schuster, Drexler und Grube nicht wissen wollen. Schon vor Wochen habe ich die vorsichtige Relativierung unseres sonst so wortgewaltigen MP Mappus als Anfang einer Absetzbewegung interpretiert. Der Mann ist vielleicht kein Sympath, aber doof ist er nicht. Schadenfreude habe ich nicht, aber ich empfinde langsam Genugtuung, dass der Beschiss endlich auf den Tisch kommt. Aber dranbleiben Leute, noch ist es nicht gewonnen. Der bisherige Abriss des Nordflügels war vom Bauzeitenplan völlig sinnlos, weil verfrüht. Die Zurückverlegung der Bahnsteige ist soweit im Zeitplan hintendran, dass das auch noch 2011 gereicht hätte, aber man wollte ja trotzig Macht demonstrieren. Seis drum, auch wenn die Steine nicht aufbewahrt wurden, sondern in Misch-Schutt-Containern entsorgt wurden, man kann das wieder aufbauen. Sollte aber ab heute noch irgendeiner der Großkopfeten auf die Idee kommen, die ersten Bäume unnötigerweise, weil viel zu früh, zu fällen, dann ist wohl Feuer unterm Dach ! Vielleicht fehlt unseren Oberschlauen schlicht die Vorstellungskraft, was dann abgeht. Ich hoffe für alle Beteiligten, gerade auch für die Polizei, die gezwungenermaßen einen solchen Schwachsinn durchsetzen muss, dass es nicht dazu kommt.
Ich
...freu mich schon auf die Volksfest-Eröffnung 2010. Das wird ne "lustige Runde" beim Fassanstich! Mit Sicherheit wieder eine...hinter verschlossenen Türen! Das Hofbräu-Zelt als Sperrzone. Einmalig in der Wasen-Geschichte! Aber was hat dieser OB auf einem VOLKSfest zu suchen? Eigentlich gar nix!