KommentarStuttgart 21 Unter Beobachtung

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Die Bahn gerät nicht nur wegen der nun vorgelegten Kostenprognose zu Stuttgart 21 weiter unter Druck. Die komplexe innerstädtische Großbaustelle muss sie unter besonderer Beobachtung bewerkstelligen. Keine leichte Aufgabe, meint StZ-Redakteur Christian Milankovic.

Stuttgart-21-Gegner haben am Mittwoch in Berlin demonstriert. Foto: dpa
Stuttgart-21-Gegner haben am Mittwoch in Berlin demonstriert.Foto: dpa

Stuttgart - Dem Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 ist ein geschickter Schachzug gelungen. In dem es Martin Vieregg mit einer Aktualisierung seiner Kostenprognose für Stuttgart 21 beauftragt hat, entgeht es dem Vorwurf, ambitionierte Laien mit einem (zu) komplizierten Sujet zu betrauen. Schließlich lag der Münchner schon mal richtig mit der Voraussage, dass das Bahnprojekt viel teurer werde als von seinen Befürwortern geglaubt und behauptet. Freilich war die damals angegebene Spanne der prognostizierten Kosten recht weit. Zur Wahrheit gehört auch, dass Vieregg mit einer vergleichbaren Voraussage bei den Kosten für die Neubaustrecke nach Ulm nach heutigen Stand erkennbar daneben lag. Das heißt aber alles nicht, dass man die nun vorgelegten Zahlen getrost als Schwarzmalerei zu den Akten legen kann.

Die Wahlkämpfer laufen sich warm

Der Projektgesellschaft muss klar sein, dass sie nicht allein mit den komplexen Herausforderungen einer innerstädtischen Großbaustelle zu kämpfen hat. Sie baut dort auch noch unter verschärfter Beobachtung von Bürgern, denen die von der grün-roten Landesregierung postulierte kritisch-konstruktive Begleitung des Landes nicht weit genug geht. Dass sich nun auch noch die Wahlkämpfer warm laufen, erleichtert der Bahn die Arbeit nicht – auch wenn das Bahnprojekt nicht mehr die Aufmerksamkeit wie vor dem Urnengang vor fünf Jahren genießt.

Den öffentlichen Kassen bleibt zu wünschen, dass sich die Viereggschen Voraussagen kein zweites Mal bewahrheiten.

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Steuerverschwender Bahn: Die Post/DHL, Telekom, Lufthansa haben es geschafft auf eigenen Beinen zu stehen und nicht ständig neues Geld von uns Steuerzahlern zu fordern. Es wird Zeit dass die Bahn in die Spur kommt und da ist das Management gefragt. Es braucht dringend eine Konzeption die die Bahn aus den "Roten Zahlen" bringt. Projekte wie S21 werden den Niedergang der Bahn noch beschleunigen, da ihr das Geld für eine Neuausrichtung fehlen wird.

Bundesrechnungshof: Zitat: "Winter beklagt, dass „wir nach wie vor Schwierigkeiten haben, unsere Erhebungsrecht bei der Bahn AG voll auszuüben“. Der Konzern mauert. Aber nicht nur der. Auch beim BMVI müssen „wir unsere Anliegen immer wieder vortragen“, so der Sprecher" .. Mit anderen Worten: wichtige Zahlen werden unter Verschluss gehalten. Den Grund dafür liefert Vieregg mit ihrem Gutachten (http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.stuttgart-21-s-21-fuer-rechnungshof-dauerbaustelle.5478714a-4985-4df3-b93d-d5b77709320f.html)

So setzt man sich bei guter Bezahlung immer wieder recht gerne kontinuierlich der Lächerlichkeit aus. Es kann mit der Klugheit nicht weit her sein, wenn sich ein PP bei seinem Metzger nach den Kosten eines Projekts erkundigt, um dann trotz einem Prognose-Volltreffer im Jahr 2008 ein Gutachter als unglaubwürdig hinzustellen. Wenn man aber über den Tellerrand schauen kann, gleiten diese immer gleichen Verdummungsversuche seitens der Pro-Foristen wie Schmierseife an einem ab. Denn Herr Jakob hat weiter unten schon bemerkt, daß vieles im Verborgenen gehalten wird und daher oft schwer nachvollziehbar ist, was tatsächlich läuft, von denen nicht mal ein PP irgend etwas mitbekommt. Gut zu wissen, daß die S21-Kritiker deshalb oft mehr wissen, als PP mit Bahninformationen gefüttert wird. Und ob auch der letzte Tunnel bei der NBS ohne große Probleme angebohrt wird, bleibt abzuwarten. Die Dolinen in Schw. Alb warten schon ungeduldig auf den Herrenknecht'schen Bohrer - oder war es doch von einer Schweizer Firma? --- Oben bleiben!

Gute Bezahlung: Danke Frau Müller, dass Sie uns bestätigt haben, dass Sie gut bezahlt werden, auch wenn Sie sich lächerlich machen. ____________ Was haben Sie gegen ein Gutachten meines Metzgers, der vom Rechnen nun wirklich etwas versteht, im Gegensatz zu Ihrem Psychologen, der nur die Wahnvorstellungen seiner Patienten deutet. Der Unterschied ist allerdings, dass er mehr verdient als mein Metzger. _________ Es ist ja gut, wenn Ihr Psychiater auch mal ein Korn gefunden hat – von Volltreffer kann allerdings keine Rede sein. Wenn es ein „Volltreffer“ gewesen wäre, müsste er ja jetzt nicht nachlegen. ___________ Sie können uns sicherlich aufklären, was die Gegner (Kritiker sind sIe ja nicht, als Kritiker müssten sie etwas von der Materie verstehen) „mehr wissen“ als die Befürworter. Bis jetzt wussten die Gegner gar nichts. Aber es sind ja erst 5 Jahre vergangen, Sie dürfen die Hoffnung nicht aufgeben.

Wahrhaft DAS WORT zu Fröhliche Weihnachten. Endlich mal wieder ein Schenkelklopfer. PP kennt in seiner Naivität scheinbar keine Grenzen nach oben, sich mit jedem Satz seines Kommentars der Lächerlichkeit preiszugeben. Na dann, viel Spaß, ich lache gerne. --- Oben bleiben!

"Paul Peter": Wann hat die DB AG eigentlich mal richtige Zahlen zu S21 geliefert? Zu Kosten, Fertigstellungstermin, Grundwassermenge, Leistungsfähigkeit, Baugenehmigungen? Das kann mein Metzger besser.

Mein Metzger ist folgender Ansicht:: Ich habe heute meinen Metzger gefragt, wie hoch er die Kosten für S21 schätzt und er ist der Meinung, dass die Bahn bis jetzt richtig liegt, aber dass er im übrigen als Steuerzahler bereit ist, auch mehr für dieses zukunftsträchtige Projekt zu bezahlen. ___________ Der Diplom-Psychologe Rößler kommt zwar auf andere Zahlen, aber wir kennen ihn ja schon von der Kostenkalkulation für die NBS, für die er schon vor Jahren über 10 Milliarden Euro "berechnet" hat. Es handelt sich sicherlich um eine "psychologische Zahl".

Es ist: ja schon schlimm genug, wenn 'Fachfremde' und 'Laien' bessere Kalkulationen hinbekommen als die von Ihnen als Experten bezeichneten Planer. Tragisch ist, wie manch einer sich für nichts zu schade ist, um aus der Nummer wieder raus zu kommen.

Chapeau: Sie haben alles Wesentliche gesagt. Die ursprüngliche Profession eines kritisch Denkenden ist unerheblich gegenüber zwei wichtigen notwendigen und hinreichenden Voraussetzungen bezüglich ernsthafter Kritik in diesem Falle: Man muß Kalkulieren können UND ehrlich sein. Mit nochmaliger Betonung auf UND.

Eben: .. und genau darum ist die gigantische Blamage das eigentliche Jahrhundertprojekt für die Bahn und die CDU (SPD).

Trotz technischem Defekt, der offenbar erst durch eine Email meinerseits am Mittag behoben wurde (hat es denn sonst niemand für nötig befunden, der Redaktion eine Nachricht zukommen zu lassen???), wurden meine Aussagen weder entkräftet noch erschüttert. Den Foristen Götz von Zahn und Knut Krause hat es wieder einmal nicht zu einem sachlichen Bezug gereicht. Mit ihren Beiträgen kann niemand was anfangen, also ist das gleichzusetzen mit Schweigen. Dann lag ich mit meinem Beitrag auf der ganzen Linie doch ganz richtig. Freut mich! --- Endgültig Oben bleiben!

Der Stolz einer Hausfrau: Ach Frau Müller, wie lustig Ihr Beitrag wieder einmal ist. Sie glauben tatsächlich, Sie seien die Einzige, die die StZ unterrichtet hat? Ich habe das schon vor Tagen gemacht und bin mit Sicherheit nicht der Einzige. Aber das ist wieder einmal typisch für die Gegner: sie meinen, sie seien die Retter der Welt, dabei wurden sie schon lange von den Ereignissen überrollt und werden überhaupt nicht gebraucht.

wer oder was wird sinnvollerweise gebraucht?: ... das wäre hier die Frage. Im Kontext dieser *Fragestellung-21* spielen natürlich auch gewisse (teils "unverbesserliche") Erwartungs-Haltungen eine nicht zu unterschätzende Rolle. In diesem Sinne-21 wünsche ich allen der Besinnung befähigten Foristen-21 eine besinnliche Weihnacht.

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