Stuttgart 21 Weg frei für Räumung des Camps
dapd-bwb, 01.02.2012 19:20 Uhr
Rechtlich steht der Räumung des Protestcamps seit Mittwoch nichts mehr im Wege. Foto: dpa
Rechtlich steht der Räumung des Protestcamps seit Mittwoch nichts mehr im Wege. Foto: dpa
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Stuttgart - Eine weitere rechtliche Hürde für die Räumung des Stuttgarter Schlossgartens für die Stuttgart-21-Bauarbeiten ist aus dem Weg geräumt: Der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim lehnte eine Beschwerde gegen eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Stuttgart ab. Zwei Stuttgarter wollten damit das Aufenthalts- und Betretungsverbot für den Stuttgarter Schlossgarten einstweilen aussetzen lassen.* Anhängig ist noch eine Klage des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND).

*Berichtigung: In der ersten Fassung dieses Textes wurde der Sachverhalt nicht korrekt dargestellt. Richtig ist, dass nur ein Zusatzantrag zweier Beschwerdeführer in dem noch nicht beendeten Beschwerdeverfahren abgelehnt wurde. In dem Zusatzantrag wurde die Aussetzung des Sofortvollzugs des Aufenthalts- und Betretungsverbots beantragt. Es wurde nur der Zusatzantrag abgelehnt. Über die Beschwerde ist noch nicht entschieden.

Nach zunächst unterschiedlichen Informationen von Landesregierung und Polizei wurde am Mittwoch dann auch die Übergabe der Flächen im Mittleren Schlossgarten an die Bahn für kommenden Montag vereinbart.

Der Krimiautor Heinrich Steinfest und der Produzent und Jazzmusiker Torsten Krill hatten gegen eine Verfügung der Landeshauptstadt geklagt, da sie sich durch das Verbot in ihren Grundrechten verletzt sahen. Das Verwaltungsgericht Stuttgart hatte die Eilanträge abgelehnt, daraufhin hatten sie beim VGH Beschwerde eingelegt. Im Stuttgarter Schlossgarten steht wegen der geplanten Baumfällarbeiten voraussichtlich in der kommenden Woche die Räumung des Protestcamps an.

Der Verwaltungsgerichtshof folgte jedoch der Einschätzung des Stuttgarter Gerichts. Es überwiege das öffentliche Interesse am sofortigen Vollzug der Arbeiten. Das Aufenthalts- und Betretungsverbot sei gerechtfertigt, da nach den Protesten in der Vergangenheit die Prognose gerechtfertigt sei, dass es mit Beginn der Baumfällarbeiten „zur Begehung von Straftaten wie Nötigung, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch“ kommen werde. Rechtlich sei an der Form nichts zu beanstanden.

Verwirrung über Flächenübergabe an Bahn

Am Mittwoch gab es zunächst Verwirrung darüber, wann die Flächen im Mittleren Schlossgarten vom Land an die Deutsche Bahn übergeben werden. Ein Sprecher des baden-württembergischen Staatsministeriums sagte noch am Morgen, dass zunächst die Verfahren am VGH entschieden werden müssten. Vorher könne die Polizei nicht mit den Vorbereitungen für die Räumung weitermachen. Dadurch sei die Sicherheit nicht gewährleistet. Einem Polizeisprecher zufolge waren die Verfahren beim VGH jedoch bisher nicht maßgeblich für die Vorbereitungen.

Laut Polizeisprecher hätten die Verfahren keine aufschiebende Wirkung auf die Bauarbeiten und damit auf die Vorbereitungen. Diese seien gestoppt worden, nachdem am Dienstag deutlich geworden sei, dass die Flächen noch nicht an die Bahn übergeben worden sind. Damit hätte die Bahn nicht mit den Bauarbeiten beginnen können.

Noch im Laufe des Tages kam dann aber die Wende. Die Bahn sei auf die Landesregierung zugekommen, sagte ein Sprecher von Finanzminister Nils Schmid (SPD) der Nachrichtenagentur dapd. Die Flächen würden am Montag vertragsgemäß übergeben.

Rülke verlangt Stellungnahme von Kretschmann

Der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Hans-Ulrich Rülke, vermutet in den zuvor gestoppten Planungen einen direkten Eingriff der Landesregierung in die Polizeivorbereitungen. „Wenn sich herausstellen sollte, dass der Polizei direkte Anweisungen gegeben wurden, dann hätte Grün-Rot wie der Befehlshaber eines Bananenstaates gehandelt“, sagte er. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) solle sich dazu äußern, forderte Rülke. Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Peter Hauk, sprach von einem Skandal. „Es kann nicht sein, dass Grün-Rot den bereits geplanten Polizei-Einsatz für die Baumfällarbeiten im Schlossgarten und die Räumung des Schlossgartens wieder absagt“, meinte er.

Der Schlossgarten ist in Landesbesitz. Per Vertrag hatte Grün-Rot der Deutschen Bahn am 20. Januar die Nutzung des Areals gestattet. Dabei gehe es um die Fläche, auf der das sogenannte Trogbauwerk des Tiefbahnhofs errichtet werden soll.

Am Verwaltungsgerichtshof wir nun noch ein Eilantrag des BUND zum Stopp der Bauarbeiten verhandelt. Der Umweltschutzorganisation zufolge wurde der Artenschutz nicht genügend berücksichtigt.

 

 

Kommentare (34)
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FEB
05
Klartext, 12:17 Uhr

Naturschutzposse

Die "Zeit" schreibt: "Naturschutzposse.....Denn der drohende, extrem teure Schaukampf um eine aussterbende Restpopulation im naturfernen Umfeld ergibt keinen Sinn. Juchtenkäfer gehören nämlich nicht in gepflegte Gärten, sondern – fern von menschlichen Eingriffen – in Urwälder."

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FEB
05
Ein B/Wger, 12:00 Uhr

an den sachlichen Aufklärer

Zitat: Tja, und wenn Sie sich noch so viel als Betonfanatiker und zynischer Anti-Natur-Anhänger ganz stolz hier outen, Zitatende.................................................... Nun ja, gewohntes Besserwisser-Palaver ohne Sinn. Muss ihnen entgegenhalten, dass sie an Tatsachen und Wahrheiten mächtig vorbeischrammen und für sich Wohltaten in Anspruch nehmen die zu Widerlegen ganz einfach sind. Ein energiefressender, halbleerer Steinklotz mitten in der Stadt, dahinter zubetonierte Gleisanlagen ohne Ende und wenn ich mir jetzt vorstelle, dass das alles nach UntenGeht und durch begehbare Natur belebt wird, dann stellt sich die Frage wer sich den da als sogenannter Anti-Natur-Anhänger outet. Hier geht es doch nicht um ObenBleiben oder NachUnten gehen, sondern um die Benutzung von S21 für parteipolitisch, wahltaktische Umfall- Lumpereien zweier Parteien um in B/W an die Macht zu kommen. Die ganzen Nachspiele ob Ja oder Nein zu S 21 waren von denen von vorne herein einkalkulierte Makulatur, weil sie genau gewusst haben, dass es ein Nein für S 21 schon aus rechtlichen Grünen nicht mehr geben kann und der an Wunder glaubende, provozierte Volksentscheid sie lediglich aus der Schusslienie hätte nehmen sollen. Sie haben den B/Wgern nicht gedient, sondern durch ihr Verhalten unnötige Steuer-Millionen gekostet die man in den Straßenbau und in die Verschönerung Stuttgarts hätte stecken können. Jetzt hocken sie, ein Teil davon wieder zurückgekippt in der Villa Reizenstein und sehen Stuttgart nicht mehr, weil die eigene, vorgeführte und jetzt plötzlich aufgewachte Protest-Klientel die Villa mit Holzschnitzel zugeschüttet hat. Ist doch prima und stimmt doch oder? So und wenn ich mir jetzt noch die grüne Arroganz betrachte mit einem der ihren sich an den verplemberten Steuermillionen vorbei auch noch ins Rathaus zu setzen, zeig dies deren Verdummungsdenke, die nicht aufgehen wird weil die Stuttgarter, wie ja auch die Berliner schon zuvor, Klüger sind wie diese GegenAlles Strategen.

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FEB
04
Aufgeklärter, 02:59 Uhr

"Ein B/Wger", einer der vielen hier, die Natur nicht ertragen können

Tja, und wenn Sie sich noch so viel als Betonfanatiker und zynischer Anti-Natur-Anhänger ganz stolz hier outen, dieser wichtigste Teil des Parks wird nach dem Roden der Bäume erst mal jahrelang als Parkruine rumliegen, es kann ja nichts weiter gebaut werden. Gleichzeitig wird der Schadstoffmesser am Arnulf-Klett-Platz und Neckartor um einiges höher ausschlagen und die Tage der Grenzwerteüberschreitung im Jahr werden mehr werden. Kinder müssen dann ab nächsten Sommer noch mehr Tage wegen Ozonbelastung zu Hause bleiben. Und das macht Ihnen auch noch Spaß! Ich empfehle Ihnen, so wie es Jungunionler und Jungliberale beim Abriß des Nordflügels ähnlich schon vorführten: Stellen Sie sich mit einer Bandarole in den Park mit der Aufschrift "Ich genieße jedes Kreischen der Motorsägen". Dann können Sie ja der ganzen Welt Ihre Weltanschauung demonstrieren. ... Ansonsten können Sie hier nur noch langweilen, das ist nun mal klar. - Oben bleiben!

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