Stuttgart-Degerloch Entwurf der neuen Sporthalle kommt gut an

Von Tilman Baur 

Der Stadtbezirk Stuttgart-Degerloch ist auf einem guten Weg zu einer neuen Sporthalle. Diese soll nahe der Waldschule entstehen. Das Bauwerk, das wohl 2020 in Betrieb gehen wird, bietet auch eine Besonderheit für Freizeitsportler...

Das ist der Bauplatz für die Halle von der Ecke Keßler-/Georgiiweg aus gesehen. Foto: Baur
Das ist der Bauplatz für die Halle von der Ecke Keßler-/Georgiiweg aus gesehen. Foto: Baur

Degerloch - Im September 2015 war das Architekturbüro Glück + Partner GmbH zusammen mit den gleichnamigen Landschaftsarchitekten als Sieger aus dem Wettbewerb um die neue Sporthalle auf der Waldau hervorgegangen. Daniela Dreher vom Hochbauamt stellte die neueste Version in der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirats in Degerloch vor.

Gebaut wird zwischen Georgii-, Keßler- und Guths-Muths-Weg. Knapp zehn Millionen Euro muss die Stadt für die zweigeschossige Halle aufbringen. Wenn der Gemeinderat am 4. Mai zustimmt, reicht die Behörde im Juli den Bauantrag ein. Den Beschluss erwartet sie im kommenden Januar, so dass im Februar die Bagger kommen könnten. Läuft alles planmäßig, könnten Anfang 2020 Sportler sowie Schüler der Waldschule in die Halle.

Viele Fragen zum Parken auf der Waldau

Die Sporthalle lässt sich in drei gleich große Abschnitte teilen. Knapp 200 Zuschauer passen auf die Ränge. Darüber hinaus gibt es einen Multifunktionsraum, einen Geräteraum, einen Kraftraum und eine Indoor-Bewegungslandschaft. Unter Letzterem versteht man einen Raum mit fest installierten Geräten wie Trampolin, Kletternetz oder Boulderwand, der sich vielfältig nutzen lässt.

Der Eingang befindet sich im Süden am Georgiiweg. Westlich der Halle sollen Außensportflächen und ein Actionbereich entstehen. Zudem soll der Platz als Drehscheibe im Fußwegenetz dienen, Georgiiweg und Stadtbahn-Haltestelle einerseits, Keßler- und Guths-Muths-Weg andererseits verbinden.

Weil die Tiefgarage im überarbeiteten Entwurf im nördlichen Teil des Gebäudes untergebracht ist, stehen statt der ursprünglich geplanten 67 nur noch 40 Stellplätze zur Verfügung. Im Degerlocher Bezirksbeirat kam deshalb Unmut auf. Da durch die Tiefgarageneinfahrt auch draußen Stellplätze wegfallen, könne ein Nullsummenspiel entstehen, befürchtete Götz Bräuer (CDU). Mitglieder aus anderen Fraktionen sahen das ähnlich und forderten prompt in einem Zusatzantrag, mindestens die alte Anzahl an Stellplätzen wieder zu gewährleisten. Außerdem solle eine zweite Zufahrt zur Tiefgarage her.

Freizeitsportler haben Grund zur Freude

Auf der Tiefgarage in Ebene eins könnte in einem zweiten Bauabschnitt noch ein Kleinspielfeld – ein Ergebnis aus dem Ideenwettbewerb – entstehen, finanziert ist diese Idee allerdings noch nicht. Eine Besonderheit bietet die Halle mit ihrer Außenumkleide. Diese steht künftig allen Freizeitsportlern auf der Waldau zur Verfügung. Zugang zu den Räumen erhalten sie durch einen Chip, den sie vorher bei der Eiswelt abholen können.

Die neue Sporthalle auf der Waldau darf auch als Schritt auf dem Weg zur von Oberbürgermeister Fritz Kuhn propagierten klimaneutralen Stadt gewertet werden, denn sie kann ihren Strombedarf selbst decken. Ein Mix aus Abwärme aus der an die Halle angebundenen Eiswelt, Geothermie und Fotovoltaik-Elementen auf dem Dach machen dies möglich. Trotz einiger Kritik überwog im Bezirksbeirat Degerloch ein positiver Grundtenor: „Für Degerloch geht damit ein Traum in Erfüllung“, sagte Ulrich-Michael Weiß (SPD).

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