Stuttgart-Sillenbuch/-Rohracker Schleichweg: Testphase für Poller gefordert

Von Caroline Holowiecki 

Das letzte Wort zur Sperrung des Hohlwegs zwischen Rohracker und Sillenbuch ist noch nicht gesprochen. Die Stadt Stuttgart will prüfen, inwieweit die Situation für die Gartenbesitzer baulich verbessert werden kann. Und der Bezirksbeirat hat nun eine Bitte...

Um diesen Weg nach Rohracker schwelt in Sillenbuch seit Jahren ein Streit. Foto: Holowiecki
Um diesen Weg nach Rohracker schwelt in Sillenbuch seit Jahren ein Streit. Foto: Holowiecki

Sillenbuch - Der Schleichverkehr hat vorerst weiter freie Fahrt auf dem landwirtschaftlichen Weg zwischen Rohracker und Sillenbuch. Zwar hat der Sillenbucher Bezirksbeirat schon im Mai beschlossen, dass der Hohlweg, der zu den Stoßzeiten vor allem von massenhaft Pendlern als unerlaubte Abkürzung genutzt wird, am oberen Ende, also an der Tuttlinger Straße, mit zwei Pollern verschlossen werden soll, die lassen aber nach wie vor auf sich warten.

Schwierige Wendemanöver

Der Grund ist der Protest jener, die entlang der Strecke ihre Gärten haben. Der Knackpunkt ist nämlich, dass das Feldwegenetz auf Sillenbucher Gemarkung so angelegt ist, dass man auf den schmalen Trassen Schleifen um Spitzkehren fahren muss. Ein Wendemanöver ist vor Ort quasi nicht möglich, vor allem dann nicht, wenn man einen Anhänger am Auto hat. Wird der Hohlweg am oberen Ende versperrt, kommen die Kleingärtner nicht mehr in Richtung Sillenbuch heraus, sondern müssen über kilometerlange Umwege ins Tal nach Rohracker ab- und über die Hedelfinger Filderauffahrt wieder hinauffahren. Zudem soll eine weitere, ebenfalls längere Ausfahrt in westliche Richtung möglich sein. Dann kämen Fahrzeuge am Wehinger Weg heraus.

Wie in der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirats bekannt wurde, nimmt sich die Stadtverwaltung die Kritik durchaus zu Herzen. „Wir prüfen derzeit, ob die Befahrbarkeit verbesserbar ist“, berichtete Andreas Hemmerich vom Stadtplanungsamt. Zwar befinde man sich im Landschaftsschutzgebiet, und Trockenmauern beispielsweise hätten Biotopschutz, dennoch werde das Tiefbauamt vermessen, inwiefern man beispielsweise den Radius von Kurven modifizieren könne, damit die Kleingärtner vor Ort wenden können. Hemmerich stellte klar: „Grundsätzlich sind alle Grundstücke erreichbar, die Frage ist nur, wie hoch der Rangieraufwand ist.“

Die Sperrung wollen alle

Für die Sillenbucher Bezirksbeiräte war dies ein gangbarer Weg. Die Sinnhaftigkeit der Sperrung stellte keiner infrage, dennoch wurde aus mehreren Fraktionen der Wunsch geäußert, man möge die Poller in einer Testphase installieren, um zu prüfen, ob und wohin sich der Schleichverkehr verlagert. Andreas Hemmerich versprach, mit dem Amt für öffentliche Ordnung zu sprechen, „ob die da mitgehen“.

Kontrovers wurde die Überlegung für abschließbare Poller gesehen. Während sich Jürgen Frick (Grüne) und Walter Haag (Freie Wähler) für Schlüssel für die Kleingärtner aussprachen, befürchtete Manfred Riesle (SÖS/Linke-plus), dass es „ruckzuck sehr viele“ geben könnte und einige zudem zu faul sein dürften, die Poller nach der Durchfahrt wieder zuzusperren. Eine Absage setzte es von Hemmerich für den Vorschlag der Gemeinderats-Grünen vom März, an Strecken wie dem Hohlweg automatisch versenkbare Pollen zu installieren. Der Grund: zu teuer und zu aufwendig.

Das Thema wird wieder im Beirat aufschlagen

Das Thema wird also wieder im Sillenbucher Bezirksbeirat aufschlagen, wenn die Stadtverwaltung ihre Prüfungen abgeschlossen hat. Dies könnte im ersten Quartal 2018 sein. Für Stefan Böhm, einen der Gartenbesitzer, blieb es allerdings auch nach der Sitzung dabei: Er ist unzufrieden. „Ich finde das ungerecht, wir sind bestraft“, sagte er. Er habe auf seinem Grundstück 80 Bäume und 30 Sträucher, wie solle er die künftig anständig anfahren? „Das ist eine kopflose Entscheidung.“

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