KommentarStuttgarter des Jahres Ein Hoch auf die stillen Helden

Von  

Zum dritten Mal haben die Stuttgarter Versicherung und die Stuttgarter Zeitung die Stuttgarter des Jahres gekürt. Die zehn Preisträger stehen exemplarisch für 158 000 Menschen, die sich in Stuttgart ehrenamtlich engagieren, meint StZ-Lokalchef Holger Gayer.

In den Wagenhallen sind bei einer Gala die Preise verliehen worden. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko 11 Bilder
In den Wagenhallen sind bei einer Gala die Preise verliehen worden.Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Als der „Gutmensch“ zum Unwort des Jahres 2015 gewählt wurde, ist das ein Fanal gewesen. Weil ein dem Grunde nach durch und durch positiver Begriff immer häufiger missbraucht worden war, sah sich die hochkarätige Jury genötigt, mit ihrem Votum auf diese Perversion der Sprache hinzuweisen. „Als ‚Gutmenschen‘ wurden 2015 insbesondere auch diejenigen beschimpft, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren oder die sich gegen Angriffe auf Flüchtlingsheime stellen“, hieß es seinerzeit in der Begründung der Linguisten und Germanisten im Wahlgremium. Und: „Mit dem Vorwurf ‚Gutmensch‘ werden Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd, als Helfersyndrom oder moralischer Imperialismus diffamiert.“

Was für ein schrecklicher Befund! Denn in Wahrheit ist es genau andersherum: Wohl der Stadt, die so viele Gutmenschen hat wie Stuttgart. Sie sind es, die die Gesellschaft zusammenhalten, weil sie sich für das Gemeinwohl engagieren, ohne einen Lohn dafür zu verlangen, der in Euro und Cent messbar wäre. Menschen sind das wie Jutta Schüle, Margot Dorn, Dietmar Böhringer, Julia Schäuble, Roland Baur, Christian Menzel, Stephan Rauscher, Simon Reichenauer, Hans-Dieter Mechler, Petra Reichelt, Dominik Braun, Nilgün Tasman und Hans Ulrich Scholpp. Allesamt stehen sie nicht täglich im Rampenlicht. Aber genau aus diesem Grund sind sie für uns die Stuttgarter des Jahres.

158 000 Ehrenamtliche sind in Stuttgart aktiv

Zum dritten Mal haben die Stuttgarter Versicherungsgruppe und die Stuttgarter Zeitung ihren Ehrenamtspreis ausgelobt. Er ist am Montag in den Wagenhallen an die genannten Personen verliehen worden, weil jeder Einzelne von ihnen ein Gutmensch ist – ein Mensch, der Gutes getan hat. Jeder hat sich auf seine Weise engagiert, an seinem Platz, zu seiner Zeit, für Obdachlose, Kranke, Arbeitslose, Flüchtlinge. So viel Engagement tut gut – jenen, denen geholfen wird, ohnehin, und auch den Helfern selbst, die spüren dürfen, wie wertvoll das Geben ist.

Und das Schönste daran: die Preisträger sind nicht alleine. Sie stehen auch stellvertretend für die rund 158 000 anderen Ehrenamtlichen, die in Stuttgart aktiv sind. Sie alle haben einen Preis verdient. Doch weil wir nicht alle auf die Bühne bitten können, nutzen wir dieses Forum, um eines der wichtigsten Worte zu sagen, die wir in unserem Wortschatz haben: Danke!

8 Kommentare Kommentar schreiben

Brüssel dankt den : Gutmenschen um Me. für den Terror.

Wie: fehl am Platze doch dieser schwachsinnige Kommentar ist! Traurig, traurig..

Begriffsklärung : Sehen Sie bitte auf Wikipedia nach, wie der Begriff "Gutmensch" definiert ist. Es handelt sich um einen politischen Kampfbegriff, der in aller Regel alles andere als schmeichelhaft gemeint ist. Verwenden Sie doch bitte den Begriff "Guter Mensch"; das wäre für Menschen, die für ihr Engagement geehrt werden, angemessener.

oder : noch viel besser: hilfsbereiter, selbstloser oder aufopferungsvoller Mensch, den es gibt mMn keine guten oder schlechten Menschen, sehr wohl aber lieb, nette (aber selbstsüchtige) und böse, die dennoch auch hilfsberit sein können. Ist aber reine Definitionssache. Wer will kann das ganze auch schwarz/weiß sehen. Macht es für denjenigen halt einfacher.

Gutmensch: Zustimmung Emil Wild: Der Begriff Gutmensch als Vorwurf bezieht sich keineswegs auf Hilfsbereitschaft und Ehrenamt, sondern auf ganz andere Dinge.

Bemerkenswert: Lauter bemerkenswerte engagierte Leute, erfreulicherweise aus allen Altersgruppen. Ich ziehe den Hut vor den Preisträgern, zeigen sie und die, für deren Engagement sie stellvertretend auch stehen, dass die Bürgergesellschaft in Stuttgart funktioniert, auch wenn rechtspopulistische Schreihälse, die nichts können, außer wie der Elefant im Porzellanladen herumzutoben und dabei viel von dem zu zerstören, was in jahrelanger engagierter Arbeit aufgebaut wurde. Diesen Leuten gehört die Stadt nicht, wohl aber denen, die hier zu Recht geehrt wurden. Die Zündler Brett, Klingler, Maier und Fiechtner könnten sich eine dicke Scheibe vom Gemeinsinn dieser Leute abschneiden, statt dessen kommt aus den Reihen dieser unsäglichen "Partei" nur Spott und Häme für diejenigen, die sich für Stuttgart engagieren.

Definition Gutmensch:: Gutmenschen sind für mich Leute, für die das Flüchtlingsproblem gelöst ist, wenn die "Ärmsten der Armen" an den EU Aussengrenzen abgewiesen werden oder schleunigst wieder zurückgebracht werden und sich klammheimlich über die Schliessung der Balkanroute freuen. Gutmenschen sind Leute, die nicht sagen, wie die für die Integration benötigten Soizalwohnungen gebaut werden können. .. usw... !

may be....aber : ihre Aussage entlarvt schon den Begriff Asyl. Dieses liegt nämlich nur dann vor, wenn politische oder religiöse Verfolgung vorliegt; nicht dagegen wirtschaftliche - und dazu gehört Armut.

Artikel kommentieren

Melden Sie sich jetzt an!
Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt.