Stuttgarter des Jahres Zehn Gewinner, zehn Geschichten

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Ein Tusch auf diese Personen: Sie sind die von der Jury der Stuttgarter Versicherungsgruppe und der Stuttgarter Zeitung auserwählten Stuttgarter des Jahres, die am Montagabend in den Wagenhallen ausgezeichnet wurden.

Die Stuttgarter des Jahres, Paten und Juroren Seite an Seite. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth 11 Bilder
Die Stuttgarter des Jahres, Paten und Juroren Seite an Seite.Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Stuttgart - Zehn Gewinner, zehn Geschichten: Wir werden die Preisträger, die die Jury von Stuttgarter Versicherungsgruppe und Stuttgarter Zeitung ausgewählt haben, in den nächsten Wochen vorstellen.

Jutta Schüle hat ein inklusives Tanzprojekt ins Leben gerufen. Dort treffen sich Menschen mit und ohne Handicap einmal im Monat in einem Cannstatter Tanzlokal. Bisher gab es 45 Veranstaltungen. Die 57-Jährige ist Ansprechpartnerin und Organisatorin. Mittlerweile kommen aus ganz Stuttgart und darüber hinaus Teilnehmer.

Margot Dorn engagiert sich beim Stuttgarter MedMobil. Sie und die anderen Mitarbeiter versorgen Menschen medizinisch, die sich am Rande der Gesellschaft bewegen. An sieben Tagen in der Woche fährt das MedMobil an Brennpunkte der Stadt. Seit Beginn ihres Ruhestandes hilft die 65-Jährige auch in der Franziskusstube und serviert Obdachlosen ein Frühstück.

Dietmar Böhringer leitet den „etwas anderen Singkreis“, der aus blinden und sehbehinderten Sängerinnen und Sängern besteht. Der 71-Jährige ehemalige Lehrer ist kein ausgebildeter Musiklehrer, aber ein engagierter Pädagoge. Ein weiteres Thema, das Dietmar Böhringer besonders am Herzen liegt, ist das barrierefreie Bauen.

Julia Schäuble engagiert sich vor allem für demenzkranke Senioren im Gradmann Haus in Kaltental. Die 23-Jährige war zunächst in einer stationären Wohngruppe tätig. Heute arbeitet sie in der Tagesbetreuung. Sie macht mit den Gästen – so werden die Patienten im Gradmann Haus genannt – Spaziergänge, spielt mit ihnen Karten oder Mensch-ärgere-dich-nicht.

Roland Baur ist seit fast 30 Jahren bei der Stuttgarter Aidshilfe engagiert. Er hat den Verein JES (Junkies, Ehemalige, Substituierte) mitbegründet. Jedes Jahr am 21. Juli organisiert Roland Baur eine Veranstaltung an der Gedenktafel für die verstorbenen Drogenabhängigen auf dem Karlsplatz.

Christian Menzel, Stephan Rauscher und Simon Reichenauer haben gemeinsam mit Kollegen eine Sprechstunde für Flüchtlinge in deren Unterkünften eingerichtet. Die drei Ärzte arbeiten hauptberuflich in der Interdisziplinären Notaufnahme am Katharinenhospital. Als im vergangenen Sommer immer mehr Flüchtlinge mit Erkältungen und schlecht versorgten Kriegsverletzungen in der Notaufnahme landeten, beschlossen sie, vor Ort zu helfen.

Hans-Dieter Mechler hat die Bildungsinitiative VerA in der Region Stuttgart aufgebaut und begleitet Auszubildende in schwierigen Situationen. Ende 2008 hatte der Senior Experten Service, eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Bonn, mit Wirtschaftsverbänden VerA aufgelegt. Jugendlichen, die mit dem Gedanken spielen, ihre Lehre abzubrechen, werden Senior-Experten zur Seite gestellt.

Petra Reichelt setzt sich für Langzeitarbeitslose ein. 2001 hat sie gemeinsam mit dem damaligen Diakon Alfred Nicklaus verschiedene soziale Projekte initiiert, es entstanden die Nachbarschaftshilfe, der Tauschring Nord-Pool und die Second-Hand-Boutique PragA. Neben Petra Reichelt arbeiten hier zurzeit drei Langzeitarbeitslose sowie 16 Ehrenamtliche.

Dominik Braun findet, dass der Ehrenpreis eigentlich den Schülerinnen und Schülern gebührt, die in die Flüchtlingsunterkunft am Lautlinger Weg in Möhringen gehen und den jüngeren Kindern dort beim Deutschlernen und bei den Hausaufgaben helfen. Diese Bescheidenheit ist typisch für den sozial engagierten Verbindungslehrer am Königin-Charlotte-Gymnasium, der das Projekt initiiert hat.

Nilgün Tasman und Hans Ulrich Scholpp setzen sich für Obdachlose und Flüchtlinge in Stuttgart ein. Als Organisatoren der Benefizveranstaltung „Tischlein, deck‘ dich“ für die Vesperkirche ist das Ehepaar vielen Stuttgartern bekannt. Nilgün Tasman schafft es dank ihrer guten Netzwerke immer wieder, Prominente zu kostenlosen Auftritten zu ermuntern. In sieben Jahren „Tischlein deck‘ dich“ sind 70 000 Euro für die gute Sache zusammengekommen.

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