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Stuttgart - Die Einkaufsnacht beginnt um zwölf Uhr mittags. Sante de Santis steht in der Buchhandlung Wittwer, signiert Kochbücher und schmeißt für jeden Fan seine fröhliche Duzmaschine an. "Ein Buch bleibt für immer, und es gehört auch nicht ins Regal. Du kochst damit", sagt er zu einer älteren Dame, derweil sein Team Häppchen und Prosecco kredenzt. Gelegentlich geht dem TV-Koch ein "Mangiare" zur Melodie von "Volare" über die Lippen.
Um diese Zeit ist die Stadt schon normal voll - am Abend ist sie richtig voll: Schlangen vor den Parkhäusern und kaum ein Durchkommen auf der von orangefarbenen Lichtkegeln gesäumten Königstraße. Am Sonntagmorgen kann der glückliche City-Manager Hans Pfeifer sein Resümee ziehen: 180.000 Besucher und somit doppelt so viele wie an einem normalen Samstag. Kein Rekord für die zwölfte Einkaufsnacht, aber "die gesamte Woche war schon sehr gut, auch wegen des Brückentags", so Pfeifer. "Eine Win-win-Situation", sagte am Vorabend der Erste Vorsitzende der City-Initiative Stuttgart und Direktor der Mercedes-Benz-Niederlassung, Hans-Michael Huber. Damit meinte er aber konkret die Musicalwerbung vor dem Neuen Schloss und geschätzten 40.000 Zuschauern mit Kostproben aus "Rebecca", die nahtlos übergingen in das Musikfeuerwerk über dem Königsbau.
Nächstes Spektakel steht schon vor der Tür
Nicht alle Besucher aber sind wegen der großen und kleinen Aktionen in die Stadt gekommen. Andreas und Karin Winkler aus Herrenberg sind zum ersten Mal in der Einkaufsnacht, die "ideal für Berufstätige mit Kindern" sei, wie der Mann erzählt, derweil seine Frau bei Breuninger in der Anprobe ist. Die drei Kinder seien bei der Schwiegermutter, nun hätten die zwei Zeit für sich und hangelten sich von Shop zu Shop, um anschließend noch eine Kleinigkeit essen zu gehen. Beim jungen Paar Florian Hiepler und Isabelle Kühnle aus Heumaden in der Damenabteilung von Görtz ist es umgekehrt. Sie wollen gezielt Events ansteuern und schauen, was unterwegs so geboten ist. Allzu viel Ballast mit Einkaufstüten kann da allerdings lästig sein.
Die Geschäftsführerin der Galeria Kaufhof in der Unteren Königstraße, Barbara Göller, bestätigt, dass viele erst einmal nur gucken wollen, einige auch schon für Weihnachten. Und wie das bei Einzelhändlern so sei, schmunzelt sie: "Es könnte immer besser sein" - und zeigt sich dennoch zufrieden. Kein Wunder: auch um halb zwölf ist noch Leben im Laden. So richtig losgegangen sei es aber erst ab 14 Uhr. Bis zu vier Schichten müssten gefahren werden, bei Breuninger seien es drei, wie der Geschäftsführer Joachim Aisenbrey sagt. Auch er ist zufrieden, obwohl es am illuminierten und beschallten Marktplatz insgesamt etwas entspannter zugeht. Im Haus sei das Aisenbrey aber lieber als Schlangen an den Kassen. 10 bis 15 Prozent mehr Kunden als an einem normalen Samstag seien gekommen, schätzt er am Ende der Einkaufsnacht, die auch mit vielen jungen Aushilfskräften gestemmt werde.
Derweil das eine Spektakel vorüber ist, steht das nächste vor der Tür: am Schlossplatz wird der "Wintertraum" aufgebaut.


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immer nur dasselbe
Das Sortiment wird einheitlicher bei zweitgleichem Individualitätsstreben der einzelnen Einkäufer. Puh... und die Verkäufer haben nicht mal ein ruhiges Wochenende. Muss das alles sein? Wir können statt Mindestlohn einfach wieder die Sklaverei einführen. Das würde den Arbeitgebern gefallen. Und der Wintertraum? Na, wenn denn mal Winter wäre. Macht den doch einfach von Dezember bis Ende Januar. Im Januar wirds kalt, dann schmeckt der Glühwein auch. Aber bei +10°C ess ich lieber ein Eis.
Wussten Sie, dass Stuttgarte mit der Königsstraße die längste Einkaufsstraße Deutschlands hat?
2.2 km!! Wahnsinn! Dazu kommen jetzt noch im Anschluss das Gerberviertel mit vielen Geschäften und dann bald auch noch das ECE hinterm Bahnhof! Das hat der Herr Schuster so wunderbar gemacht, so viele Stellen, wo man überall das gleiche Angebot hat und sein Geld lassen kann. Da muss es dann jeden Tag solche Einkaufsnächte geben, damit sich das Ganze für die Betreiber auch richtig lohnt.
Arme Verkäufer!!
Geschunden und gedemütigt, überwacht und von Kollegen bewusst gemobbt, arbeitet man bis zum Umfallen - die Galere Einzelhandel! Hauptsache, die erträumten Umsatzzahlen werden erreicht. Wie krank ist der Einzelhandel eigentlich schon? Allein die Arbeitsbedingungen und nun die Tatsache, dass immer wieder neue Ideen zur Unterstützung des Kaufrausches und die klingelnden Kassen als Lockmittel ausgeworfen wird, wirken "200 Jahre Breuninger" "Die offenen Weihnachtswochenenden" "Shopingnight vor Sylvester" "500 Jahre Mediamarkt" "200 Jahre Obi" etc. wie eine Kaufdroge auf uns ein! Und wir kommen und kaufen und kaufen und kaufen! Qualität, die schon lange keine mehr ist, Produkte, die in fernen Ländern die Kinderarbeit unterstützt und nicht deutschen Geschäftemachern, über die man sich über ihre Herkunft und Religion so manchen Kopf machen sollte, grasen ab! Unser Made in Germany ist schon lange auf dem Müllhaufen gelandet und der ferne Osten boomt wie blöd! Zeit sich für die kommenden Vorweihnachtswochen einmal Gedanken zu machen, ob wirklich alles so sein muss und ob man mit seinem Kaufverhalten nicht langsam zur Legehenne der Machern mutiert ist, ohne daran aufmerksam gemacht worden zu sein! Wintertraum? Für wen?