InterviewStuttgarter gründen Leihdirwas.de Ein Betonmischer per Mausklick

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Brauchen Sie zufällig Sumo-Kostüme? Bei LeihDirwas.de können Sie fündig werden. Zwei Stuttgarter Brüder haben die Plattform gegründet. Ein Interview.

Mark (li.) und Michael Aechtler haben die Plattform Leihdirwas.de gegründet. Michael Aechtler haben wir interviewt. Foto: phamous photography
Mark (li.) und Michael Aechtler haben die Plattform Leihdirwas.de gegründet. Michael Aechtler haben wir interviewt.Foto: phamous photography

Stuttgart - Brauchen Sie am Wochenende dringend einen Betonmischer? Mit zwölf Euro am Tag sind Sie dabei. Die beiden Stuttgarter Brüder Mark Aechtler (25) und Michael Aechtler (32) haben die Plattform Leihdirwas.de gegründet, die im Dezember vergangenen Jahres online gegangen ist. Ob Haifischkostüm, Pokertisch oder Pizzaofen – hier findet man Kurioses wie Alltägliches. Wir haben mit dem gelernten IT-Systemelektroniker Michael Aechtler über das Projekt gesprochen.

Herr Aechtler, wie sind Sie auf die Idee gekommen, eine Verleihplattform zu gründen?

Mein Bruder hat früher neben seinen Schwiegereltern gewohnt und konnte sich bei dem Vater seiner Freundin immer alles Mögliche ausleihen. Nach dem Umzug brauchte er dringend ein bestimmtes Werkzeug – doch der Schwiegervater war nicht mehr in der Nähe.

Also fehlten plötzlich Teile wie die Spezialbohrmaschine oder die Kreissäge?

Genau, Dinge, die man vielleicht einmal im Jahr benutzt. Mein Bruder und ich arbeiten beide im Bereich Online-Marketing und haben dann im vergangenen Jahr überlegt, wie eine Verleihbörse aussehen könnte.

War es schwierig, eine solche Plattform aufzubauen?

Ja, das war nicht einfach. Im Vordergrund stand die Frage, wie man den Nutzern absolute Sicherheit bieten kann. Unsere Hauptsorge war natürlich, dass jemand die ausgeliehenen Sachen behält. Im Sommer vergangenen Jahres haben wir bei Facebook eine Fanseite ins Leben gerufen, um zusammen mit anderen Sicherheitsfeatures und Ideen für die Plattform zu entwickeln. Relativ schnell hatten wir 500 Fans, die sich sehr aktiv an der Diskussion beteiligt haben. Dadurch haben wir auch gemerkt, wie groß der Bedarf ist. Im Dezember sind wir dann mit einer Beta-Version an den Start gegangen.

Wie sicher ist die Plattform denn jetzt?

Wir haben sehr viel in die Sicherheit investiert und dadurch hat es bisher noch keine Probleme gegeben. Wer etwas anbieten will, muss sich als Vermieter registrieren und verifizieren. Wir haben eine schnell steigende Anzahl an verifizierten Kunden, deren Identität wir überprüft haben und die sehr aktiv auf der Plattform sind.

Und wie viele Verleihangebote bündeln Sie auf Ihrer Seite?

Es sind knapp 50.000 von privaten und gewerblichen Anbietern in Stuttgart und Umgebung, unsere Verleiher kommen aber auch aus Hamburg oder aus den neuen Bundesländern. Im Monat haben wir etwa 30.000 bis 35.000 Seitenzugriffe im Monat.

Welches Angebot ist bisher das kurioseste?

Ein Kunde bietet für drei Euro pro Kilometer eine Taxifahrt mit seinem Porsche an, das finde ich witzig. Beliebt sind übrigens Hüpfburgen, Kameras oder DVD-Player.

Mischen Sie sich eigentlich in die Preispolitik ein? 95,20 Euro pro Tag für ein Hai- oder Hasenkostüm sind ja nicht gerade wenig…

Nein, die Preise machen die User selbst, da greifen wir nicht ein. Über die Zahlungsbedingungen – also Paypal, Vorauskasse oder Barzahlung – können sich Verleiher und Mieter auch gemeinsam verständigen.

Verdienen Sie schon an der Plattform?

Wir nehmen lediglich fünf Prozent Provision, wenn tatsächlich ein Verleih zustande gekommen ist. Aber momentan geht es uns eher darum, die Plattform weiter zu entwickeln. Wir haben einfach Spaß an dem Projekt und investieren gerne Zeit. Wir haben ein Ziel, das wir erreichen wollen: In ein paar Jahren soll jeder alles was er braucht in seiner direkten Umgebung finden können. Zum Glückt haben wir viele Helfer, die uns immer unterstützen- Denn ohne unsere Freunde hätten wir es nie soweit geschafft. In Zukunft, werden wir für unsere User erweiterte und spannende Möglichkeiten anbieten – und es wird spezielle Angebote für Gewerbetreibende geben.

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