Stuttgarter Kickers Gegen die eigenen Statuten verstoßen?

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Nach dem Eklat um das Interview von Marketing-Manager Jens Zimmermann droht den Kickers der nächste Ärger: Das Geschäftsmodell mit dem Investor Quattrex könnte dem Drittligisten weiteren Streit bescheren.

Kickers-Marketingleiter Jens Zimmermann wurde nach einem StZ-Interview von seinen Aufgaben beim Drittligisten entbunden. Foto: StZ
Kickers-Marketingleiter Jens Zimmermann wurde nach einem StZ-Interview von seinen Aufgaben beim Drittligisten entbunden.Foto: StZ

Stuttgart - An Juristen herrscht bei den Stuttgarter Kickers kein Mangel. Sie spielen traditionell eine wichtige Rolle in den Führungsgremien des Degerlocher Traditionsvereins, dem aktuell der Rechtsanwalt Rainer Lorz vorsteht. Der juristische Beruf des Präsidenten spielt in dessen Hobby Fußball derzeit allerdings eine weit größere Rolle, als Rainer Lorz lieb sein kann.

Rechtsanwälte sind gerade dabei, die Entlassung des Kickers-Marketingleiters zu prüfen. Jens Zimmermann wurde am Dienstag von seinen Aufgaben beim Dritt­ligisten entbunden, nachdem er im Interview mit der Stuttgarter Zeitung die Vereinspolitik kritisch hinterfragt und angekündigt hatte, den Verein zu verlassen. Zimmermann forderte die Mitglieder außerdem auf, das Geschäftsmodell mit dem Investor Quattrex, der den Kickers eine Million Euro zur Verfügung gestellt hat, im Auge zu behalten.

An diesen Tipp hat sich ein Teilnehmer des Kickers-Forums im Internet gehalten. Unter dem Pseudonym „Blue Note“ hat er Paragraf 12, Absatz 8 der Kickers-Satzung ins Netz gestellt: „Mitarbeiter oder Mitglieder der Organe von Unternehmen, die zu mehreren Vereinen der Lizenzligen oder mit diesen Vereinen verbundene Unternehmen in wirtschaftlich erheblichem Umfang in vertraglichen Beziehungen im Bereich der Vermarktung einschließlich des Sponsorings oder des Spielbetriebs stehen, können nicht Mitglied des Präsidiums, des Aufsichtsrats oder der Geschäftsführung des SV Stuttgarter Kickers sein.“

Doppelfunktionen könnten zu Interessenkonflikten führen

Gegen diesen Paragrafen könnte möglicherweise die Doppelfunktion von Tobias Schlauch verstoßen, der sowohl dem Kickers-Präsidium als Finanzchef angehört als auch dem Vorstand der Quattrex Sports AG, die auch in Geschäftsbeziehungen zu anderen Fußballclubs steht. Vorstandsvorsitzender des Investors ist der S-21-Sprecher Wolfgang Dietrich, dessen Sohn Christoph ebenso eine Doppelfunktion ausübt: als Aufsichtsratsmitglied bei Quattrex und bei den Kickers. Diese Konstellationen könnten zu Interessenkonflikten führen, die durch die Satzung eigentlich ausgeschlossen werden sollen.

„Die Stuttgarter Kickers haben ihre Hausaufgaben diesbezüglich gemacht. Wir kennen unsere eigene Satzung und die Lizenzierungsordnung des DFB“, sagt dazu der Präsident Rainer Lorz. Für weitere Aufklärung könnte auch eine außerordentliche Mitgliederversammlung sorgen. Diese müsste laut Satzung ein Viertel der Mitglieder schriftlich verlangen und begründen. 

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2 KommentareKommentar schreiben

Schade: Ja, in der dritten Liga ist es schwer. Besonders auch in finanzieller Hinsicht. Neben der Alemania aus Aachen operieren in dieser Saison einige Vereine nahe am wirtschaftlichen Abgrund (Osnabrück, Babelsberg, wohl auch Offenbach u.a.). Auch bei den Kickers ist das Geld knapp. Aber gibt es denn wirklich keine andere Lösung mehr, als sich gewissen Leuten auszusetzen? Nach dem eher hastigen Rausschmiß von Trainer Dirk Schuster wird u.a. wegen eines kritischen Interviews nun auch Herrn Zimmermann vorzeitig die Tür gewiesen. Dabei kann man Jens Zimmermann wirklich nicht nachsagen, er hätte keine gute Arbeit abgeliefert. Es ist kein allzu sympathisches Bild, das der Traditionsverein aus Degerloch derzeit nach aussen abgibt. Schade. Und noch eine Frage: Waren nicht Herr Dietrich und seine Partner geschäftlich auch bei Rot-Weiss Oberhausen engagiert? In welcher Liga spielt denn Oberhausen derzeit?

Ich kann Jens Zimmermann absolut verstehen!: Wenn man im Verein solche 'Geschäftspartner' nötig hat, dann hätte ich auch keine Lust meine Arbeit in dieses 'Unternehmen' zu investieren. Das Prble an er Sache ist, dass schon jetzt die komplette Vereinsführung vom Dietrich-Clan infilitriert wurde. Und wer die geschäftliche Vergangenheit des Herrn D. kennt (z.B. MID, etc. mich wundert nur, dass er bisher noch auf keiner schweizer Steuer-CD auftauchte!) der weiss, was letzendlich das Ziel dieses Investments ist. Durch den Einfluss im Vorstand lebt die Quattrex AG, quasi wie die Made im Speck! Schade um die Tradition der blauen!

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