Stadtkind Stuttgart

Stuttgarts Soulkitchen mit Trickytine Ein Rezept, das Lust auf den Herbst macht

Von Tanja Simoncev 

Die Soulkitchen geht in die nächste Runde und heißt Trickytine willkommen. Mit der erfolgreichen Foodbloggerin und ihrem raffinierten Kürbis-Rezept läuten wir den Herbst ein.

Die Food-Bloggerin Trickytine läutet den Herbst mit einem Kürbis-Hummus ein. Foto: Trickytine 7 Bilder
Die Food-Bloggerin Trickytine läutet den Herbst mit einem Kürbis-Hummus ein. Foto: Trickytine

Stuttgart - Nie langweilig, immer herzblutgetrieben: Auf ihrem Blog gibt Trickytine alias Christine Garcia Urbina viel preis, Persönliches und natürlich, was sie gerne isst. Ihre Gerichte sind einfach nachzukochen und bestechen durch einen spannenden Twist. Wie sie zum Bloggen kam, was ihr Lieblingsessen ist und vieles mehr hat sie uns bei einem tricky Talk in ihrem Studio Urbina in Stuttgart-Ost verraten.

 

Der Auslöser: "Ich habe immer viel gekocht, aber konnte nicht backen. Alle Kuchen waren nichts, zu schwarz, zu trocken. Das hat nie funktioniert, weil ich mich immer so genau an Rezepte halten musste und das entspricht nicht meinem kreativen Freigeist, den ich vom Kochen her immer hatte", betont die Bloggerin, die in Stuttgart-Rohr aufwuchs. Mit einem neuen Herd habe sich dann aber alles gewandelt. "Ich bin direkt in die Tortenliga eingestiegen", erinnert sie sich lachend zurück.

Über YouTube ist die Stuttgarterin auf backende Blogger gestoßen, die sie sich zum Vorbild nahm - von Null auf 100, mit Vollgas ins Tortenbackbusiness. Das war im Jahr 2012. "Ich fand es so toll, dass Leute einen virtuell so inspirieren können. Und weil ich so stolz auf meine ersten Torten war, machte ich direkt eine Facebook-Gruppe auf." Die Seite hieß damals noch "Torten by Trickytine".

Ganz schön tricky

Apropos tricky: "I met this little girlie, her hair was kinda curly...", die Anfangszeile und der Refrain aus dem Song "It's tricky" von RUN-D.M.C. sollten Christine ein Leben lang begleiten. Den Spitznamen Trickytine hatte sie schnell weg, vor allem auch weil RUN-D.M.C. ihre Hip-Hop-Helden waren. Und so führte eines zum anderen, der Blog wurde schnell größer, die Anfragen häuften sich. Mittlerweile hat die 40-Jährige rund 17.000 Follower auf Instagram.

Die Entwicklung: Irgendwann wurde das "Torten by" rausgeschmissen. "Ich dachte mir, ich habe noch so viel mehr, was ich zeigen möchte. Mein Blog entwickelt sich ständig - es fing mit Food an, dann kamen die Reisen und persönliche Geschichten dazu." Der Blog sei ihr persönlicher Spielplatz, wo sie sich vor allem auch in den letzten drei Jahren intensiv ausprobiert habe. Christines persönliches Highlight ist die Kolumne "Tricky family and friends". "Da koche ich Leibgerichte mit meinen Freunden und der Familie, wie zum Beispiel Linsen und Spätzle mit meiner Mama und Paella mit dem Schwiegerpapa."

Die Gerichte: "Mein Blog zeigt eins zu eins wie ich gerne esse. Es gibt vegane Gerichte, Fleischgerichte, schwäbisches, spanisches und indisches Essen, viele Drinks, auch mal Gin - er bildet ab, wer ich bin - kulinarisch gesehen, versteht sich. Deshalb kann auf meinem Blog auch alles passieren." Trickytine mag es mit Kräutern zu spielen, genauso mit anderen besonderen Zutaten, die einem bodenständigen Gericht einen spannenden Twist verpassen.

Das Studio-Urbina: Erst kürzlich eröffnete sie zusammen mit ihrem Mann Alfonso das Studio Urbina in Stuttgart-Ost. Dort leben die beiden ihre Kreativität in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Apotheke aus. Der rohe Charme des Osten habe es ihnen angetan - nach sechs Monaten Baustellen-Feeling sollen zukünftig Pop-Up-Ausstellungen, Koch-Events und Workshops dort Einzug halten. "Noch ist alles offen. Es gibt auch keine bestimmten Öffnungszeiten. Events werden auf Instagram angekündigt und wenn die Tür auf ist, kommt einfach rein."

Rezept für: Geröstetes (Butternut-)Kürbis-Hummus mit Koriander-Öl und Dinkelfladenbrot aus der Pfanne 

Ich freue mich auf den Herbst, denn dann adoptiere ich regelmäßig einen hübschen Kürbis auf dem Markt oder an der Gemüsetheke - echte Allrounder, die quasi alles können! Bei mir wird der Butternut - oder der Hokkaido - erst einmal im Ofen geröstet und dann im Mixer mit Kichererbsen und weiteren köstlichen Ingredienzien zu Hummus verarbeitet. Dazu gibt es ein herrlich aromatisches Koriander-Öl und fein-säuerliche Granatapfelkerne als Topping - sowie knuspriges Dinkelfladenbrot aus der Pfanne. Schnell gemacht, lecker und vegan!

Zutaten (für 4 Personen als Vorspeise oder 2 Personen als Mittag- oder Abendessen): 

1/2 Butternut- oder Hokkaido-Kürbis

2 EL olivenöl

einige frische Blättchen Thymian

230 g Kichererbsen abgetropft aus dem Glas, bei mir in Bioqualität

1 Knoblauchzehe

1/2 Bio-Zitrone, Saft und Abrieb

1/2 TL Fleur de Sel

1 TL Tahini (Sesampaste)

1-2 TL Wasser, sollte das Hummus zu dick sein

Zubereitung:

1. Den Ofen auf 200 Grad Umluft vorheizen, ein Backblech mit Backpapier auslegen. 

2. Den Butternut oder Hokkaido-Kürbis halbieren, entkernen und eine Hälfte in etwa fingerdicke Scheiben schneiden. 

3. Die Kürbisscheiben auf dem Backblech verteilen, etwas Olivenöl und Thymianblättchen darübergeben. 

4. Im Ofen etwa 20 Scheiben weich rösten, dann etwas auskühlen lassen und mit einem Löffel das weiche Kürbisfleisch von der Schale lösen. 

5. Das Kürbisfleisch mit den Kichererbsen, der Knoblauchzehe, dem Saft und Abrieb der Zitrone, Salz und Tahini in einen Mixer und auf höchster Stufe so lange mixen bis das Hummus schön glatt und geschmeidig ist. 

6. Sollte das Hummus zu dick sein, dann noch etwas Wasser hinzugeben, nochmals gut vermixen und final abschmecken.

Hummus-Finale:

Das Hummus in Schälchen abfüllen, mit etwas frischem Koriander und Granatapfelkernen verzieren - und - siehe unten - mit dem noch warmen Fladenbrot und dem aromatischen Korianderöl servieren. 

Tipp: Das Dinkelfladenbrot ist bei uns ein Klassiker und schmeckt auch perfekt zu gegrilltem Fleisch oder als Beilage zu verschiedenen Tapas oder Mezze.

Als Ergänzung:

Koriander-Öl: 

1 handvoll frisches Koriandergrün

1/4 Zitrone, davon der Saft

4 EL Olivenöl

etwas Fleur de Sel

Das Koriandergrün waschen, ausschütteln und vom Stiel zupfen. Dann mit Zitronensaft, Olivenöl und Salz im Blitzhacker zu einem grünen Kräuteröl verarbeiten.

Dinkelfladenbrot aus der Pfanne:

120 g Dinkelmehl Type 630

75 ml lauwarmes Wasser

1/2 Tütchen Trockenhefe

1/2 TL Fleur de Sel

1/2 TL Zucker

6 EL Olivenöl (4 für den Teig, 2 zum Ausbacken der Fladen)

2 TL schwarzer Sesam

1. Die Trockenhefe und den Zucker in das lauwarme Wasser geben und gut verrühren.

2. Das Dinkelmehl in eine Schüssel geben und mit dem Salz vermischen.

3. Das Hefegemisch und 4 EL Olivenöl zum Mehl geben und mit der Hand zu einem glatten Teig kneten.

4. Den Teig abdecken und 40 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen. Nach der ersten Gehzeit, den Teig auf einer bemehlten Fläche durchkneten, in zwei gleichgroße Stücke aufteilen und nochmals abgedeckt etwa 10 Minuten gehen lassen. 

5. Eine Pfanne mit 1 EL Olivenöl und 1 TL schwarzem Sesam erhitzen. 

6. Einen Teil der Teigrohlinge zu einem Ball formen und dann leicht mit der Hand ausrollen, platt drücken und dann vorsichtig zu einem Kreis von etwa 15 cm Durchmesser ziehen.

7. Den Teigfladen in die heiße Pfanne geben und mit geschlossenem Deckel auf jeder Seite etwa 4 bis 5 Minuten goldbraun backen.

Musik-Beilage:

Da kann es nur die eine geben - und zwar "It's tricky" von RUN-D.M.C.