StZ im Gespräch mit Johannes Dieterich
Gute Tipps für WM-Touristen
Alexander Günzler,
17.05.2010 06:26 Uhr
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Johannes Dieterich präsentierte seinen Makarpa, die Kopfbedeckung für Stadiongänger. Foto: Zweygarth
Stuttgart - Ein umfunktionierter Minenhelm auf dem Kopf, eine überdimensionierte Brille auf der Nase, ein leuchtend-gelbes Trikot unterm gestreiften Hemd und eine Plastiktröte an den Lippen, deren ohrenbetäubender Klang an einen wild gewordenen Elefanten erinnert - so sieht er also aus, der extravagante südafrikanische Fußballfan.
Johannes Dieterich, Afrikakorrespondent der Stuttgarter Zeitung, hatte sich am vergangenen Freitagabend bei der Veranstaltung "StZ im Gespräch" im Haus der Wirtschaft entsprechend in Schale geworfen, um den rund 600 Besuchern zu demonstrieren, was die Welt vom 11. Juni an unter anderem erwartet, wenn in Johannesburg das WM-Eröffnungsspiel zwischen Südafrika und Mexiko stattfindet. Moderiert wurde der Abend von StZ-Chefredakteur Joachim Dorfs und Sportressortleiter Peter Stolterfoht, der zu Beginn fragte, ob die im Vorfeld vielfach kritisierte WM-Organisation inzwischen ebenso gut präpariert sei wie die Fans. Dieterich bejahte: "Es gab zwar kleinere Pannen im Vorfeld, doch nun sind alle Voraussetzungen erfüllt für eine tolle WM." Das Turnier mache das Land äußerst stolz und sei für viele Afrikaner der Höhepunkt seit der Entkolonialisierung Ende der 1960er Jahre. Um eventuellen Verwirrungen vorzubeugen, klärte Dieterich, der seit 2001 für die StZ aus und über Afrika berichtet, auch darüber auf, dass es keineswegs mit Rassismus zu tun habe, wenn die Fans von "Bafana, Bafana", wie das Nationalteam genannt wird, laute "Buh"-ähnliche Rufe ausstießen, sobald der einzige weiße Spieler Südafrikas am Ball sei. Schuld an diesen Fangesängen sei lediglich dessen Name: Matthew Paul Booth.
Ein großes Thema des Abends, das auch einige Zuschauer zu Fragen bewegte, war die Sicherheit und entsprechende Tipps für WM-Touristen. Dieterich näherte sich dem erst mit Humor: "Englische Fans vermeiden und im Krüger-Nationalpark nicht aus dem Auto steigen." Mit mehr Ernst fügte er hinzu, dass das Land zur WM 40.000 zusätzliche Sicherheitskräfte im Einsatz habe und er nicht an größere Probleme glaube. Eine Garantie könne er aber natürlich nicht abgeben, da Sicherheit in Südafrika ein äußerst ambivalentes Thema sei. So sei ihm selbst seit vier Jahren überhaupt nichts passiert - wenn er allerdings von Morden oder Einbrüchen in der näheren Umgebung höre, komme auch bei ihm ein Gefühl der Unsicherheit auf. Mit dem Klischee, dass Täter immer schwarz und Opfer immer weiß seien, räumte Dieterich auf: "Das stimmt definitiv nicht." Als Tourist solle man jedenfalls keine Bedenken haben, sich als deutscher Fan zu erkennen zu geben. "Es gibt jedes Jahr Hunderttausende Deutsche, die nach Südafrika fahren und sich allein schon durch ihr Englisch als Deutsche outen. "
Johannes Dieterich, Afrikakorrespondent der Stuttgarter Zeitung, hatte sich am vergangenen Freitagabend bei der Veranstaltung "StZ im Gespräch" im Haus der Wirtschaft entsprechend in Schale geworfen, um den rund 600 Besuchern zu demonstrieren, was die Welt vom 11. Juni an unter anderem erwartet, wenn in Johannesburg das WM-Eröffnungsspiel zwischen Südafrika und Mexiko stattfindet. Moderiert wurde der Abend von StZ-Chefredakteur Joachim Dorfs und Sportressortleiter Peter Stolterfoht, der zu Beginn fragte, ob die im Vorfeld vielfach kritisierte WM-Organisation inzwischen ebenso gut präpariert sei wie die Fans. Dieterich bejahte: "Es gab zwar kleinere Pannen im Vorfeld, doch nun sind alle Voraussetzungen erfüllt für eine tolle WM." Das Turnier mache das Land äußerst stolz und sei für viele Afrikaner der Höhepunkt seit der Entkolonialisierung Ende der 1960er Jahre. Um eventuellen Verwirrungen vorzubeugen, klärte Dieterich, der seit 2001 für die StZ aus und über Afrika berichtet, auch darüber auf, dass es keineswegs mit Rassismus zu tun habe, wenn die Fans von "Bafana, Bafana", wie das Nationalteam genannt wird, laute "Buh"-ähnliche Rufe ausstießen, sobald der einzige weiße Spieler Südafrikas am Ball sei. Schuld an diesen Fangesängen sei lediglich dessen Name: Matthew Paul Booth.
Viele Schwarze seien unzufrieden seit Ende der Apartheid
Ein großes Thema des Abends, das auch einige Zuschauer zu Fragen bewegte, war die Sicherheit und entsprechende Tipps für WM-Touristen. Dieterich näherte sich dem erst mit Humor: "Englische Fans vermeiden und im Krüger-Nationalpark nicht aus dem Auto steigen." Mit mehr Ernst fügte er hinzu, dass das Land zur WM 40.000 zusätzliche Sicherheitskräfte im Einsatz habe und er nicht an größere Probleme glaube. Eine Garantie könne er aber natürlich nicht abgeben, da Sicherheit in Südafrika ein äußerst ambivalentes Thema sei. So sei ihm selbst seit vier Jahren überhaupt nichts passiert - wenn er allerdings von Morden oder Einbrüchen in der näheren Umgebung höre, komme auch bei ihm ein Gefühl der Unsicherheit auf. Mit dem Klischee, dass Täter immer schwarz und Opfer immer weiß seien, räumte Dieterich auf: "Das stimmt definitiv nicht." Als Tourist solle man jedenfalls keine Bedenken haben, sich als deutscher Fan zu erkennen zu geben. "Es gibt jedes Jahr Hunderttausende Deutsche, die nach Südafrika fahren und sich allein schon durch ihr Englisch als Deutsche outen. "
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