StZ-Umfrage zur Halbzeit der Landesregierung Grün-Rot muss um Mehrheit bangen

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Seit zweieinhalb Jahren regiert Grün-Rot im Land. Die Umfragewerte der Regierung sind gefallen: Die CDU hat zugelegt und ist jetzt stärker als Grüne und Sozialdemokraten zusammen. Das sind einige Ergebnisse einer StZ-Umfrage von Infratest-Dimap.

Sie sind die Gesichter der grün-roten Regierung: Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und sein Stellvertreter Nils Schmid (SPD). In unserer Bildergalerie stellen wir die Landesregierung vor. Foto: dpa 18 Bilder
Sie sind die Gesichter der grün-roten Regierung: Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und sein Stellvertreter Nils Schmid (SPD). In unserer Bildergalerie stellen wir die Landesregierung vor.Foto: dpa

Stuttgart - Zur Halbzeit der Legislaturperiode kann die grün-rote Landesregierung in Baden-Württemberg weiter auf hohe Zufriedenheitswerte bei der Bevölkerung setzen. Wichtigster Sympathieträger ist nach wie vor der Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Die Zufriedenheit der Menschen mit seiner Arbeit ist zwar leicht zurück gegangen. Kretschmann bleibt aber einer der beliebtesten Regierungschefs in Deutschland. Wenn freilich am Sonntag Landtagswahl im Südwesten wäre, könnten Grüne und SPD nicht sicher sein, dass ihre derzeitige parlamentarische Mehrheit zu verteidigen ist. Denn die CDU hat deutlich zugelegt und ist jetzt stärker als Grüne und Sozialdemokraten zusammen.

Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest-Dimap im Auftrag der Stuttgarter Zeitung und des Südwestrundfunks (SWR).

CDU legt vier Punkte zu, Grüne geben sechs ab

43 Prozent der 1004 am 4. und 5. November befragten wahlberechtigten Baden-Württemberger würden ihre Stimme der CDU geben. Sie gewinnt damit gegenüber der Umfrage vom Mai diesen Jahres vier Prozentpunkte. Die Grünen verlieren sechs Punkte und kommen auf 22 Prozent. Das wäre aber immer noch mehr als bei der Bundestagswahl Ende September, wo die Grünen im Land nur elf Prozent holten.

Die SPD bleibt unverändert bei 19 Prozent. Die AfD schafft fünf Prozent und wäre damit im Landtag , die FDP hingegen bleibt bei vier Prozent und wäre im Landesparlament nicht mehr vertreten. Die Linke kommt laut Umfrage auf vier Prozent.

Beachtlich ist der Wert der Unentschiedenen. Nur 19 Prozent der Befragten gaben an, nicht wählen zu wollen oder nicht zu wissen, was sie wählen würden. Bei früheren Umfragen lag diese Quote bei fast 30 Prozent.

Zufrieden mit der Landesregierung

Die Menschen finden die Arbeit der grün-roten Landesregierung überwiegend in Ordnung – eine Ausnahme bildet allerdings die Bildungspolitik, die gesondert abgefragt wurde. 59 Prozent der Befragten sind mit dem Tun des grün-roten Kabinetts zufrieden oder sogar sehr zufrieden, 40 Prozent sind es nicht. Im Vergleich zur letzten Umfrage im Mai ist die Zustimmung leicht um drei Punkte gefallen.

Bemerkenswert ist, dass die Zufriedenheit quer durch die Altersgruppen und bei den Geschlechtern ziemlich gleich ist. Lediglich bei Betrachtung der Bildungsstände ergibt ein kleiner Unterschied, demnach sind Befragte mit höheren Abschlüssen etwas zufriedener mit Grün-Rot.

Dass Anhänger der CDU weniger zufrieden sind als Anhänger der Koalitionsparteien, liegt auf der Hand. Doch ist der Unterschied gar nicht so groß, auch 53 Prozent der Unionssympathisanten geben Grün-Rot ihren Segen. Das Ablehnungspotenzial versammelt sich um die AfD, wo nur 18 Prozent der Anhänger zufrieden mit der Landesregierung sind.