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Stuttgart - Erst mal herrscht Stillstand auf der Baustelle. Die Bahn hatte angekündigt, dass der Bagger um 13 Uhr die ersten Steine aus der Fassade des Südflügels beißen wird. Doch hinter der Absperrung rührt sich gar nichts. An beiden Enden der abgeriegelten Straße Am Schlossgarten rumort es hingegen.
Mehrere Hundert Meter entfernt vom Ort des Geschehens stehen Stuttgart-21-Gegner und warten auf den Moment, den vermeiden zu können sie bis zuletzt gehofft hatten: auf den Anfang vom Ende des Südflügels. Ein letzter Hoffnungsschimmer war am Morgen erloschen. Der Bonatz-Enkel Peter Dübbers hatte beim Verwaltungsgerichtshof einen Eilantrag gegen den Abriss des Seitenflügels eingereicht. Das Gericht lehnte dies ab. Die Bahn konnte loslegen.
"Die Bahn legt es auf größtmögliche Zerstörung an"
"Wir sind hier eben auf einer Baustelle", sagt Nadia El Almi, als der Arm des 110 Tonnen schweren Raupenfahrzeugs sich reckt, um dann wieder zu Boden zu sinken. Da könne man nicht alles auf die Minute genau planen. Mit Brechstangen machen sich Mitarbeiter der Abbruchfirma am 36 Meter langen Arm der Maschine zu schaffen. Das Fahrzeug steht schon seit Tagen auf dem Gelände, die Transportstütze sitzt fest. Bevor sie nicht ab ist, kann die Abrisszange nicht angeschraubt werden.
Zwei Stunden später ist das schwere Gerät dann im Einsatz. Der Arm reckt sich nach oben, die Zange beißt knirschend ein Stück vom Dach ab. Dann fallen die ersten Steine. Vorne, an der Absperrung, wo die Gegner stehen, kommt nur ein dumpfes Rumpeln an. Nach hinten, an die Baustelle, dringt durch den Lärm das Pfeifkonzert der Gegner. "Frevel" nennt der Enkel des Bahnhofs-Architekten Paul Bonatz am Abend auf der Montagsdemonstration das, was der Bagger anrichtet. Es sei "unfassbar, mit welcher Brutalität ein wichtiger Teil des Bahnhofs zerstört wird", sagt Dübbers.
Was mit Verzögerung beginnt, kommt vielen noch zu früh. Als "unnötige und voreilige Zerstörung eines Kulturdenkmals" verurteilen die Kreisvorsitzenden der Stuttgarter Grünen, Petra Rühle und Philipp Franke, den Abbruch. "Die Bahn legt es auf größtmögliche Zerstörung an", sagen sie und meinen damit nicht nur den Abbruch, sondern auch die Baumfällarbeiten vor dem Wagenburgtunnel am vorvergangenen Wochenende.
"Die Bahn hat das Recht und die Pflicht weiterzubauen"
Als "destruktive und völlig sinnlose Aktivitäten", bezeichnet der Sprecher der Parkschützer, Matthias von Herrmann, den Beginn des Abrisses. Die Bahn stürze sich blindwütig in Bauaktivitäten, statt bekannte technische Probleme wie die Wasserentnahmemenge des Grundwassermanagements und den Bau des Nesenbachdükers zu klären.
Ganz anders klingt der Projektsprecher Wolfgang Dietrich. "Endlich" gehe es weiter, sagt er in jede Fernsehkamera, die sich während des Wartens auf ihn richtet. "Die Bahn hat das Recht und die Pflicht weiterzubauen", wiederholt Dietrich immer wieder gerne. Schließlich seien die Arbeiten - auch wegen des Baustopps am Grundwassermanagement - ein Jahr im Verzug.
Nach wie vor darf auf dem Geländedes Grundwassermanagements nichts geschehen. Der vom Verwaltungsgerichtshof Mannheim verhängte Baustopp hat Bestand. Die Umweltschutzorganisation BUND erwirkte diesen Stopp im vergangenen Herbst. Seither darf beim ehemaligen Busbahnhof nicht gebaut werden, auch keine Bäume dürfen hier fallen. Nur die Wachleute schieben dort ihre Schicht. Den Abriss halten sie mit Handykameras fest.


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Schlichtung und Volksabstimmung
@"Klartext": Dr.Geißler:"Es war klar, daß daraus keine rechtliche Bindung entstehen konnte, wohl aber eine psychologische und politische Wirkung die Folge war." Hallo Mr. "Klartext" - da haben Sie einen Satz Geißlers richtig zitiert, aber in einen falschen Zusammenhang gestellt. Selbstverständlich kann ein "Schlichterspruch" Dr. Geißlers per se keine "rechtliche Bindung" entfalten. Anders ist die Sache allerdings, wenn die Deutsche Bahn diesem Schlichterspruch ausdrücklich zustimmt und die CDU mit dem Schlichterspruch für ihre Position bei der VA wirbt. Dies hat nicht nur einen moralischen Aspekt für eine angeblich "christliche" Partei, sondern auch einen juristischen für das Ergebnis der Volkasbstimmung. Die Ablehnung der Mehrheit für den Landesaustieg bezog sich nicht auf das Vorhaben S21, sondern nach der Schlichtung logischerweise auf S21+. P.S. Dass Sie ein Bürgermoratorium OHNE Bürger für ganz in Ordnung halten, mag Ihre nicht mehrheitsfähige skurrile Privatmeinung sein.
Zeitungsleser
Zunächst sollten Sie lesen, was Herr Geißler selbst zur Erläuterung seines Schlichterspruches sagte: "Es war klar, daß daraus keine rechtliche Bindung entstehen konnte, wohl aber eine psychologische und politische Wirkung die Folge war."========= Dann sollten Sie wissen, dass Herr Geißler zu den Fragen die Bäume betreffend ein Bürgerforum vorgeschlagen hat, das im Dezember letzten Jahres stattgefunden hat. Das Ergebnis kennen Sie hoffentlich.=========Und zum Letzten: der Landtag hat das Thema Schlichtung ebenfalls behandelt und festgestellt, dass die Schlichtungsergebnisse umzusetzen sind, soweit möglich. ==========Wenn Sie schon über die Schlichtung schreiben, sollten Sie sich vorher kundig machen.
Zeitungsleser - ihre drei Fragen an die Befürworter
Antworten sind trivial : Ad 1: Ja, denn das fällen gesunder Bäume ist mit dem Schlichterspruch nicht vereinbar Ad 2: Weil nur eines von beiden geht: Entweder Tiefbahnhof bauen oder Bäume stehen lassen. Ad 3: Die Stuttgarter Tafelrunde war nur der Versuch, die Ohnmächtigen mit ihrer Niederlage zu versöhnen.. Siehe http://www.sueddeutsche.de/kultur/heiner-geissler-und-stuttgart-die-lizenz-zur-vollstreckung-1.1031587 sarkastische Grüße