Suizidversuch des Schiedsrichters Bundesligaspiel kurzfristig abgesagt
dpa, 19.11.2011 17:09 Uhr
Nach einem Suizidversuch von Schiedsrichter Babak Rafati ist das Spiel zwischen dem 1. FC Köln und dem FSV Mainz 05 am Samstag abgesagt worden. Foto: dpa
Nach einem Suizidversuch von Schiedsrichter Babak Rafati ist das Spiel zwischen dem 1. FC Köln und dem FSV Mainz 05 am Samstag abgesagt worden. Foto: dpa

Köln/Berlin - Die Bundesliga wurde am 13. Spieltag vom Selbstmordversuch des Hannoveraner Schiedsrichters Babak Rafati geschockt. Der 41-Jährige wurde knapp zwei Stunden vor dem geplanten Anpfiff des Spiels 1. FC Köln gegen Mainz 05 aus seinem Kölner Hotel in das Eduardus-Krankenhaus gebracht. Während in Köln das Spiel abgesagt wurde, fanden die restlichen Spiele unter dem Eindruck des Kölner Dramas statt. Noch bevor diese abgepfiffen wurden, kam aber die erlösende Nachricht, dass Rafati außer Lebensgefahr sei.

Aus den Gerüchten war in Köln sehr schnell Gewissheit über den Selbstmordversuch geworden. Babak Rafati sollte sein 85. Bundesligaspiel leiten. In Absprache zwischen der Deutschen Fußball Liga (DFL), dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und den beiden Vereinen wurde die Begegnung jedoch kurzfristig abgesagt und die Zuschauer per Stadiondurchsage informiert. Kölns Sportdirektor Volker Finke unterstrich, dass es auf keinen Fall zu einer Neuansetzung des Spiels in der nächsten Woche kommen werde.

„Ich bin nicht über Einzelheiten im Detail informiert. Ich bin sehr geschockt, zumal Babak Rafati Hannoveraner ist und ich ihn sehr gut kenne“, sagte Mirko Slomka, Trainer von Hannover 96, vor Anpfiff des Spiels seiner Mannschaft in Wolfsburg im TV-Sender Sky. Auch Huub Stevens war sichtlich mitgenommen. „Ich habe immer gesagt, die Gesundheit geht vor. Fußball ist Nebensache“, sagte der Schalker Trainer vor dem Heimspiel gegen Nürnberg, dass Schalke 04 4:0 (2:0) gewann. Zwei Tore erzielte Schalkes niederländischer Nationalspieler Klaas-Jan Huntelaar. Zehn Treffer hat der Stürmer nun schon erzielt. Sicher auch eine Genugtuung für die schmerzliche 0:3-Niederlage mit der holländischen Nationalmannschaft am vergangenen Dienstag in Hamburg gegen Deutschland.

Reus schießt Mönchengladbach zum Sieg

Tabellenführer Bayern München und Borussia Dortmund staunten am Samstagnachmittag vor dem Spitzenspiel in München (Anpfiff um 18.30 Uhr) nicht schlecht, als sie das Ergebnis aus Mönchengladbach vernahmen. Die Gastgeber gewannen gegen Werder Bremen 5:0 (3:0) und festigten ihren Ruf als Überraschungsmannschaft dieser Saison. Nationalspieler Marko Reus war dank seiner drei Treffer der Spieler des Tages.

Fünf Tore in Mönchengladbach, vier in Gelsenkirchen - da wollte auch der VfL Wolfsburg nicht zurück stehen. Durch den 4:1 (2:1)-Sieg gehörte auch die zuletzt so arg gebeutelte Mannschaft von Trainer Felix Magath zu den Siegern des Spieltages. Zwei Tore von Hasan Salihamidzic sorgten früh für Ruhe im Wolfsburger Stadion, woran auch der Hannoveraner Anschlusstreffer von Christian Schulz nichts änderte. Chris und Alexander Madlung stellten den Endstand her. Erleichterung beim VfL: Mit 16 Punkten hat die Mannschaft Abstand zum Tabellenende geschaffen.

Hertha BSC verspielt Sieg in Freiburg

Ärger gab es dagegen beim Hertha BSC. Die Berliner führten in Freiburg zur Halbzeit 2:0, mussten dann aber durch den Treffer von Stefan Reisinger zum 2:2 in der letzten Sekunde der Nachspielzeit mit einem Punkt zufrieden sein. Das Team von Trainer Markus Babbel verspielte damit die Chance, sich klar von den Abstiegsrängen abzusetzen. Schon wenige Minuten zuvor hatte Reisinger zum vermeintlichen Ausgleich getroffen, doch das Schiedsrichtergespann erkannte das Tor nicht an, da der Ball zum Eckstoß noch nicht freigegeben war. Der Freiburger Kampfgeist wurde am Ende belohnt, die Mannschaft hält somit den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze.

Bereits am Freitagabend hatte Bayer Leverkusen durch Tore von Michael Ballack (54.) und Sidney Sam (70.) einen 2:0 (2:0)-Erfolg beim 1. FC Kaiserslautern gefeiert.

 

Kommentare (2)
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NOV
19
Gunther J., 19:02 Uhr

Böse Vermutung

Ich weiß, es ist eine böse Vermutung, aber ich halte das alles für gewollt und inszeniert... Wieso gerade heute, vor dem Spiel? Und dann angeblich die Pulsadern?! Naja... Weshalb wurde er überhaupt gefunden? Wenn man das wirklich will, schafft man es und macht es nicht in einem Hotel, in dem auch Kollegen und Bekannte zeitgleich wohnen. Vielleicht hat Rafati wirklich mehr Dreck am Stecken im Rahmen von Wettskandal, Steuerskandal, o.Ä.. Auf jeden Fall: Alles Gute! Das hat kein Mensch verdient.

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NOV
19
Linienrichter, 19:00 Uhr

Unmöglich, dass der DFB nicht vorsorgt.

Es ist unglaublich. Theoretisch kann jeder Schiedsrichter noch kurz vor einem Spiel ausfallen. Dafür müßte der DFB vorsorgen und einen Ersatzmann parat halten. Ein Spiel kann auch mal 1 Stunde später anfangen. Aber ein vollbesetztes Stadion nach Hause schicken, wenn ein Schiri ausfällt, ist unglaublich.

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