Krimikolumne

Sven Heuchert: „Dunkels Gesetz“ Kompromissloser Ton

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Wenn ein Buch „Dunkels Gesetz“ heißt, kann man schon erahnen, dass es da ziemlich finster zugeht. Und tatsächlich ist Sven Heucherts Roman ein Noir der Extraklasse.

Sven Heuchert ist ein Noir gelungen, der sich vor der amerikanischen Verwandtschaft nicht zu verstecken braucht. Foto: Gerald von Foris
Sven Heuchert ist ein Noir gelungen, der sich vor der amerikanischen Verwandtschaft nicht zu verstecken braucht. Foto: Gerald von Foris

Stuttgart - Es kommt nicht nicht alle Tage vor, dass der Chef eines kleinen, aber feinen Krimiverlages ein Buch der Konkurrenz als Rezensionsexemplar verschickt, mit dem handschriftlichen Vermerk „Guter Mann – sollte Ihren Geschmack treffen“. Und damit einen Volltreffer landet. Denn Sven Heucherts Debütroman „Dunkels Gesetz“ sticht mit seinem rauen Grundton und seinem harten Rhythmus aus der gängigen deutschen Krimiproduktion heraus.

Im westdeutschen Nirgendwo

Ähnlich wie in der toughen „Asphaltseele“ von Gregor Weber aus der gleichen Liga steht bei Heuchert ein ehemaliger Soldat, genauer gesagt: ein Ex-Söldner im Mittelpunkt. Dieser Mann mit dem sprechenden Namen Dunkel soll im Auftrag eines kanadischen Chemiekonzerns irgendwo im westdeutschen Nirgendwo eine aufgelassene Mine bewachen. Ein Kind ist dort unter ungeklärten Umständen zu Tode gekommen und von Wildschweinen fast aufgefressen worden. Die Firma will den Schürfbetrieb wieder aufnehmen und deshalb keinen weiteren Ärger mit dem Areal.

Dunkel ist der richtige Mann für diese Sache. Er weiß, was er will, und kann das Geld gut gebrauchen. Gegen Ärger braucht er keine Schusswaffen mehr mit sich herumzutragen wie in früheren Zeiten. Sein Messer reicht ihm. Das bekommen der Tankstellenbesitzer Achim, der Lokaldealer Falco und deren Helfershelfer zu spüren, als sie sich Dunkel in den Weg stellen, weil der ihrer Drogenküche im Bergwerk auf die Schliche gekommen ist. Doch da ist es für die Provinzbande schon zu spät.

Kein Raum für Tümeleien

Dunkels Gesetz spielt zwar in einer gott- und menschenverlassenen Region, ist alles andere als ein Regionalkrimi. Höchstens vielleicht ein Regionalkrimi, wie er in Brattleboro oder in Kalabrien spielen mag. Sven Heuchert lässt mit seinem kompromisslosen Ton keinen Raum für Tümeleien, ihm ist mit „Dunkels Gesetz“ ein Noir gelungen, der problemlos mit US-Importen der Oberklasse mithalten kann. Punkt.

Sven Heuchert: „Dunkels Gesetz“, 192 Seiten, Ullstein, 14,99 Euro