ExklusivSWR trifft wichtige Personalentscheidung Neuer Leiter für das Studio Kairo

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Kairo – das ist einer der wichtigsten Auslandsplätze, die der SWR besetzen darf. Der geplante Wechsel des Büroleiters entfacht bei dem Sender indes alte Eifersüchteleien zwischen Stuttgart und Mainz.

Geschätzter Korrespondent:  der frühere ARD-Mann in Kairo, Jörg Armbruster Foto: StZ
Geschätzter Korrespondent: der frühere ARD-Mann in Kairo, Jörg Armbruster Foto: StZ

Stuttgart - Es ist einer der wichtigsten Auslandsposten, den der Südwestrundfunk (SWR) innerhalb der ARD besetzen darf. Der Leiter des Studios Kairo – das ist jener Mann, der den Fernsehzuschauern im „Ersten“ das komplizierte Geschehen im Nahen Osten nahe bringt. Idealerweise ist es ein Kenner von Land und Leuten wie der legendäre Auslandsreporter Jörg Armbruster, der gleich zweimal – zuletzt bis 2012 – das ARD-Studio Kairo leitete und, zum Beispiel, die Umwälzungen des arabischen Frühlings begleitete.

Nun steht erneut ein Wechsel auf dem Korrespondentenplatz an. Anfang 2018 wird der derzeitige Bürochef in der ägyptischen Hauptstadt, Volker Schwenck, turnusgemäß in die Heimat zurückbeordert. Nach fünf Jahren ist in aller Regel Schluss für die Berichterstatter, auch, damit sie sich nicht zu sehr vom Mutterhaus entfremden. Schwenck, Jahrgang 1967, ist seit mehr als zwanzig Jahren SWR-Mann, mit Stationen am Bodensee, in Genf und in Stuttgart, zuletzt als Redaktionsleiter von „Zur Sache Baden-Württemberg“. Bevor er 2013 nach Kairo entsandt wurde, hatte er bereits mehrfach vertretungsweise von dort berichtet.

Rivalität zwischen Stuttgart und Mainz

Wer würde den begehrten Posten nach ihm erhalten? Das wurde im Sender schon seit längerem mit Spannung erwartet. Wie so oft ging es in den Spekulationen auch darum, ob jemand aus Stuttgart oder aus Mainz zum Zuge käme; die Eifersüchteleien zwischen den Standorten spielen auch viele Jahre nach der Senderfusion noch eine Rolle. Nun ist die Entscheidung gefallen, aber noch nicht offiziell kommuniziert: Neuer Studioleiter in Kairo wird zum Jahreswechsel Daniel Hechler, Jahrgang 1972, wie ein SWR-Sprecher unserer Zeitung bestätigte. Wie sein Vorgänger Schwenck war er zuvor fünf Jahre lang, von 2011 bis 2016, ARD-Fernsehkorrespondent in Genf, davor unter anderem Reporter und Vizeplanungschef bei „Report Mainz“; derzeit ist er von Stuttgart aus für ARD aktuell im Einsatz.

Kritisches Echo auf Personalentscheidung

Offiziell heißt es, Hechler sei nach dem Grundsatz der Bestenauswahl gekürt worden. Im Kreis der ARD-Chefredakteure sei die Entscheidung für ihn auf große Zustimmung gestoßen. Dort werde der Reporter sehr geschätzt – etwa für seinen engagierten Einsatz nach dem Germanwings-Absturz in den französischen Alpen. Auf den Senderfluren wird die Personalie indes auch kritisch diskutiert. Es habe durchaus interessierte SWR-Kollegen gegeben, die noch besser nach Kairo gepasst hätten, heißt es besonders in Stuttgart. Aber die Mainzer Seilschaften hätten eben mal wieder funktioniert. Als Korrespondent, wird erwidert, sei Hechler der Auslandsabteilung in Stuttgart zugeordnet gewesen – also schon lange ein Stuttgarter. Doch als eine rheinland-pfälzische SWR-Hierarchin die Personalie jüngst per Rundmail intern bekannt gab, hob sie ausdrücklich auf „die enge Bindung von Daniel nach Mainz“ ab.

Noch offen ist übrigens, was aus dem bisherigen Kairo-Statthalter Schwenck wird. Für den geschätzten Fernsehmann wird derzeit, wie es informell heißt, eine „angemessene Verwendung“ gesucht.