Taliban
Programm für Aussteiger geplant
apn,
24.01.2010 15:45 Uhr
Foto: dpa
Frankfurt/Main - Die Bundesregierung plant ein Aussteigerprogramm für die radikalislamischen Taliban. Bei der Afghanistankonferenz am Donnerstag in London werde es "einen völlig neuen Ansatz zur Wiedereingliederung von Aufständischen in die Gesellschaft geben", sagte Außenminister Guido Westerwelle. "Es gibt viele Mitläufer der Taliban-Terroristen, die nicht aus fanatischer Überzeugung, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen auf einen falschen Weg geraten sind", sagte der Vizekanzler der "Bild am Sonntag". "Wir wollen diesen Menschen eine wirtschaftliche und soziale Perspektive für sich und ihre Familien bieten."
Für das Aussteigerprogramm werde zusätzliches Geld bereitgestellt. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg will noch vor der Konferenz "eine konkrete Zahl für eine mögliche Aufstockung des deutschen Truppenanteils" vorstellen. Doch stehe eine solche Aufstockung unter dem Vorbehalt der Ergebnisse des Londoner Treffens. Westerwelle erklärte dazu: "Ich habe nie gesagt, dass wir keinesfalls zusätzliche Soldaten zum Beispiel für die Ausbildung afghanischer Truppen schicken werden, aber ich gebe auch keine Blankozusagen." Er wolle Umschichtungen innerhalb des bestehenden Bundeswehr-Kontingents für die Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte nutzen. Der Vizekanzler, der Deutschland bei der Afghanistan-Konferenz vertritt, lehnte ein festes Abzugsdatum erneut ab. "Es geht darum, eine Abzugsperspektive zu schaffen. Ein vorab verkündeter Stichtag stärkt die Falschen." Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet von dem Londoner Treffen einen Gesamtansatz für das Land. Dieser müsse das Ziel haben, die Verantwortung Schritt für Schritt der afghanischen Regierung zu übergeben, sagte sie in ihrem Video-Podcast.
Guttenberg kündigte in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" eine veränderte Strategie für die Bundeswehrsoldaten an. "Ein neuer Schwerpunkt ist es, dass man Präsenz in der Fläche zeigt: nicht um offensiv zu kämpfen, sondern um Ausbildung für die afghanische Armee und Polizei und Schutz für die afghanische Bevölkerung miteinander in Einklang zu bringen." Deutschland will nach den Worten von Innenminister Thomas de Maizière in London auch vorschlagen, die Ausbildung der afghanischen Polizei zu intensivieren. "Aus deutscher Sicht scheint eine Größenordnung von 110.000 Mann angemessen", sagte de Maizière dem "Focus". Derzeit seien es etwa 80.000. "Ich halte es für seriös, dass der Ausbau bis Ende 2012 zu schaffen ist." Die Innenministerien von Bund und Ländern könnten es gemeinsam schaffen, die Hälfte der benötigten Kräfte auszubilden, also 15.000. Dazu müsse die Zahl der Ausbilder im deutsch-afghanischen Polizeiprojekt auf voraussichtlich 200 Beamte erhöht werden, das wären dreimal so viele wie im vergangenen Jahr.
Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel bekräftigte seine Ablehnung einer Erhöhung der Truppenstärke. Dem "Hamburger Abendblatt" sagte er, seine Partei werde im Bundestag keiner Aufstockung der Kampftruppen zustimmen. Die Grünen forderten die Bundesregierung auf, ein konkretes Abzugsdatum für die Bundeswehr zu nennen.
Für das Aussteigerprogramm werde zusätzliches Geld bereitgestellt. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg will noch vor der Konferenz "eine konkrete Zahl für eine mögliche Aufstockung des deutschen Truppenanteils" vorstellen. Doch stehe eine solche Aufstockung unter dem Vorbehalt der Ergebnisse des Londoner Treffens. Westerwelle erklärte dazu: "Ich habe nie gesagt, dass wir keinesfalls zusätzliche Soldaten zum Beispiel für die Ausbildung afghanischer Truppen schicken werden, aber ich gebe auch keine Blankozusagen." Er wolle Umschichtungen innerhalb des bestehenden Bundeswehr-Kontingents für die Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte nutzen. Der Vizekanzler, der Deutschland bei der Afghanistan-Konferenz vertritt, lehnte ein festes Abzugsdatum erneut ab. "Es geht darum, eine Abzugsperspektive zu schaffen. Ein vorab verkündeter Stichtag stärkt die Falschen." Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet von dem Londoner Treffen einen Gesamtansatz für das Land. Dieser müsse das Ziel haben, die Verantwortung Schritt für Schritt der afghanischen Regierung zu übergeben, sagte sie in ihrem Video-Podcast.
Neue Strategie und mehr Ausbilder
Guttenberg kündigte in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" eine veränderte Strategie für die Bundeswehrsoldaten an. "Ein neuer Schwerpunkt ist es, dass man Präsenz in der Fläche zeigt: nicht um offensiv zu kämpfen, sondern um Ausbildung für die afghanische Armee und Polizei und Schutz für die afghanische Bevölkerung miteinander in Einklang zu bringen." Deutschland will nach den Worten von Innenminister Thomas de Maizière in London auch vorschlagen, die Ausbildung der afghanischen Polizei zu intensivieren. "Aus deutscher Sicht scheint eine Größenordnung von 110.000 Mann angemessen", sagte de Maizière dem "Focus". Derzeit seien es etwa 80.000. "Ich halte es für seriös, dass der Ausbau bis Ende 2012 zu schaffen ist." Die Innenministerien von Bund und Ländern könnten es gemeinsam schaffen, die Hälfte der benötigten Kräfte auszubilden, also 15.000. Dazu müsse die Zahl der Ausbilder im deutsch-afghanischen Polizeiprojekt auf voraussichtlich 200 Beamte erhöht werden, das wären dreimal so viele wie im vergangenen Jahr.
SPD will gegen zusätzliche Soldaten stimmen
Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel bekräftigte seine Ablehnung einer Erhöhung der Truppenstärke. Dem "Hamburger Abendblatt" sagte er, seine Partei werde im Bundestag keiner Aufstockung der Kampftruppen zustimmen. Die Grünen forderten die Bundesregierung auf, ein konkretes Abzugsdatum für die Bundeswehr zu nennen.
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Aussteigerprogramm für Talibankämpfer.
Immer mehr finanzielle Belastungen, für die BRD. Und dazu, noch dieses! Wie lange noch, hält dieser Staat dies aus? Ein Aussteigerprogramm, für "Talibankämpfer" (welches mit Sicherheit, bei nicht wenigen Bundesbürgern, auf Unverständnis stößt). Gotteskrieger, welche evtl. tagszuvor, einen deutschen =oder verbündeten Konvoi angegriffen (oder in die Luft gesprengt haben) mit der Folge, von Toten und teils (schwer) verletzten Bundeswehr, bzw. sonstigen Natosoldaten! Diesen Vorschlag des Guido Westerwelle, muß aufs schärfste Widersprochen werden! Denn dieser ist auch ein Hohn all jenen (Bundeswehr) wie sonstigen Natosoldaten gegenüber, welche bisher in diesem "militärischen" Konflikt ihr Leben verloren haben, oder auch (für immer) an Leib und Leben gezeichnet, von diesem Kriegseinsatz, in ihr Heimatland zurückkehr(t)en!
Zu begrüßen – unter Begleitung eines „Sozialisierungsprojektes“
Ich finde diesen Ansatz sehr interessant – gerade, weil die meisten Kämpfer schlichte Söldner sind. Aber die Geldempfänger sollten nicht aus den Augen verloren werden, schließlich besteht die Gefahr, dass sie doch mit den Taliban sympathisieren und die Gelder weiterleiten. Nicht zu vernachlässigen ist auch die ausreichende Entlohnung für Polizisten (im Weltspiegel hieß es vor wenigen Wochen, dass die Taliban das 3-fache zahlen wie die Regierung). Wenn Taliban-Kämpfer Geld bekommen, sollte dies im Zuge eines „Sozialisierungsprojektes“ geschehen: Nicht nur das Geld ist entscheidend – auch das Umfeld und die Perspektiven für die Bevölkerung sind nicht zu vernachlässigen. Auch, wenn nicht so viel finanzieller Aufwand für einen Kämpfer betrieben werden kann, könnte es in diese Richtung gehen, wie in diesem Artikel geschildert wurde: Camp zur Umerziehung Luxus zähmt Osamas Kämpfer http://redir.ec/StZ-Umerziehungscamp