Tatort-Kritik
Falsche Brüste, Mordgelüste
Jan Ulrich Welke,
17.01.2011 07:13 Uhr
Foto: dpa
"Schönheit vergeht, Weisheit besteht“, sagt Klara Blum, und das ist natürlich nicht die einzige Binse, die im „Tatort“ vom Bodensee am Sonntag Abend verkündet worden ist. Daneben gibt’s noch allerlei andere beliebte Kriminalfilmingredienzen: die Glaswand etwa, auf der die Ermittlungsansätze hingepinselt werden, der Undercover eingeschleuste Polizist, und wie es sich für einen SWR-„Tatort“ gehört, leider auch die notorisch eingestreute Szene, in der im Radio gerade ein SWR-Jingle läuft.
Dazu noch ein paar erwartbare Klischees, den – da die deutsche Kommissarin gemeinsam mit ihrem Kollegen aus der Schweiz ermittelt – Showdown auf dem Bodensee, den Golf spielenden und Oldtimersportwagen fahrenden Arzt, der wie alle seine Kittelkumpel selbstredend in den edelsten Architektenvillen wohnt, die an den Drehorten auffindbar waren.
Das macht aber nichts, denn die Häuser sehen wirklich so schön aus wie das Design der Schönheitsklinik, um die sich die Handlung dreht – und von ein paar Mäkeleien abgesehen, kann man sagen, dass „Der schöne Schein“ ein ordentlicher „Tatort“ ist. Insbesondere zu Beginn variiert das Erzähltempo ansehnlich, mal fallen falsche Fassaden allmählich, mal bricht eine halbe Welt in einer einzigen Szene zusammen. Ordentlich viele unorthodox drapierte Leichen gibt’s überdies.
Zu bemosern wäre allenfalls die oftmals überflüssige Nachhilfe für den Zuschauer (einem unangenehm daherkommender Verdächtigen drohen Kündigung und Enterbung, schon kombinieren die Kommissare: „Das ist ein handfestes Motiv!“), denn der nicht überkomplexen Handlung lässt sich stets mühelos folgen. So mühelos sogar, dass selbst diejenigen, die beim Mörderraten sonst immer auf den Falschen tippen, in diesem Fall ziemlich fix erahnen konnten, wer der Schurke ist.
Dazu noch ein paar erwartbare Klischees, den – da die deutsche Kommissarin gemeinsam mit ihrem Kollegen aus der Schweiz ermittelt – Showdown auf dem Bodensee, den Golf spielenden und Oldtimersportwagen fahrenden Arzt, der wie alle seine Kittelkumpel selbstredend in den edelsten Architektenvillen wohnt, die an den Drehorten auffindbar waren.
Ein ordentlicher Tatort
Das macht aber nichts, denn die Häuser sehen wirklich so schön aus wie das Design der Schönheitsklinik, um die sich die Handlung dreht – und von ein paar Mäkeleien abgesehen, kann man sagen, dass „Der schöne Schein“ ein ordentlicher „Tatort“ ist. Insbesondere zu Beginn variiert das Erzähltempo ansehnlich, mal fallen falsche Fassaden allmählich, mal bricht eine halbe Welt in einer einzigen Szene zusammen. Ordentlich viele unorthodox drapierte Leichen gibt’s überdies.
Zu bemosern wäre allenfalls die oftmals überflüssige Nachhilfe für den Zuschauer (einem unangenehm daherkommender Verdächtigen drohen Kündigung und Enterbung, schon kombinieren die Kommissare: „Das ist ein handfestes Motiv!“), denn der nicht überkomplexen Handlung lässt sich stets mühelos folgen. So mühelos sogar, dass selbst diejenigen, die beim Mörderraten sonst immer auf den Falschen tippen, in diesem Fall ziemlich fix erahnen konnten, wer der Schurke ist.
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