"Tatort"-Kritik Stille Wasser sind flach
Matthias Ring, 13.02.2011 21:45 Uhr
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Die neunjährige Tochter der Burkhards ist die einzige Zeugin. Bei der Kommissarin weckt das Mädchen mütterliche Gefühle. Foto: Radio Bremen/Joerg Landsberg/dapd
Die neunjährige Tochter der Burkhards ist die einzige Zeugin. Bei der Kommissarin weckt das Mädchen mütterliche Gefühle. Foto: Radio Bremen/Joerg Landsberg/dapd
Bremen - Ein Paar wird in seiner Wohnung erstochen, Kommissarin Lürsen bemerkt, dass auch ein Kind zum Haushalt gehört und findet das neunjährige Mädchen versteckt im Bettkasten. Es muss die Tat mit angesehen haben. So weit, so schrecklich. Doch dann gerät das Drama zusehends zur Posse. Das traumatisierte Mädchen flieht aus dem Krankenhaus zurück in die blutverschmierte Wohnung, die immer noch einen Schutzraum bieten soll. Und wo die clevere Lürsen schon mal da ist, kommt ihr die Idee, das Kind als Köder zu benutzen, weil der Mörder "die einzige Zeugin", so die Boulevardpresse, ebenfalls aufspüren könnte. Sie gibt sich als entfernte Verwandte aus – ihre perfekte Tarnung: Fluppe im Mund, Wein aus der Flasche und immer schön Kaugummi kauen.

Schließlich spielt "Stille Wasser" im Milieu der Hafenarbeiter, die alle auch in dieser Hochhaussiedlung wohnen, so grimmig wie möglich dreinschauen und von Zeit zu Zeit "wir müssen jetzt zusammenhalten" raunen. Wie wir später erfahren, haben sie Drogen ins Land geschleust, vermuten aber eine Beziehungstat.

Richtig getippt! Und nach einem melodramatischen Showdown kann das Kind wieder sprechen und tanzt zum versöhnlichen Schluss vergnügt in einer sozialen Einrichtung. Zwischendurch sollte Kommissar Stedefreund in einer von Geigen unterstrichenen Tristesse etwas Heiterkeit verbreiten, was so bemüht wie die Betroffenheit wirkte. Thorsten Näter, der bis auf wenige löbliche Ausnahmen schon so manchen "Tatort" von der Stange fabriziert hat, ist auch hier unter dem Niveau der Reihe geblieben, so wie sich generell die Beiträge aus Bremen selten positiv abheben. Schade für Sabine Postel, die Besseres verdient hätte. Die Mitwirkenden Ulrich Matthes und Anna Maria Mühe sowieso.
Kommentare (3)
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FEB
14
Katharina, 11:29 Uhr

Trauriger Sonntag Abend!

Ganz meine Meinung, die Fluppe im Mundwinkel und der Kaugummi... Lässt sich eine sozial schwache Herkunft nicht auch schauspielerisch darstellen? Das würde natürlich voraussetzen, dass die Schauspieler ihr Handwerk beherrschen. Da lob' ich mir doch den Polizeiruf von letztem Sonntag!

FEB
14
Kritiker, 08:34 Uhr

Grottenschlecht

Schlechtester Tatort aller Zeiten. Postel ist unerträglich. Provinzielles Schmierenniveau. Warum nimmt man nicht richtige Schauspieler ?

FEB
13
Versteh einer mal die Kritiken von der StZ, 23:20 Uhr

? wie sich generell die Beiträge aus Bremen selten positiv abheben ?

? wie sich generell die Beiträge aus Bremen selten positiv abheben ? Wie bitte? http://www.sueddeutsche.de/kultur/tatort-aus-bremen-schaurig-schoen-knistert-der-norden-1.467233