| Zeitungsgruppe Stuttgart |Donnerstag, 23. Februar 2012
Gastro
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Teneria Tapas + Bar Spanische Happen an der schwäbischen Stadtmauer

Harald Beck, vom 22.05.2011 07:00 Uhr
Tapas auf der Bootsterrasse – die spanischste Ecke am Mühlkanal. Foto: Stoppel
Tapas auf der Bootsterrasse – die spanischste Ecke am Mühlkanal. Foto: Stoppel

Waiblingen - Häppchen sind in, zumal solche, die in der Tradition dessen stehen, was im Südwesten Europas die spanische Küche so alles an Tapas kreiert. Neuerdings hat auch Waiblingen eine Tapasbar zu bieten, direkt am Wasser gelegen und mit eigener bootsförmiger Terrasse über dem Mühlkanal, unten in der Talaue der Rems. Ein echter Hort historischer Internationalität. Denn die "Teneria", zu Deutsch also die Gerberei, lehnt sich nicht nur baulich direkt an eine dicke schwäbische Stadtmauer und bietet spanisch entspannte Kulinarik mit gehobenen Ansprüchen. Jener Spezialist, der in der Küche für Tortillas, Albondigas, oder Gambas al ajillo sorgt, ist ein waschechter Österreicher, der bereits in Wien hispanophile Gourmetherzen erfreut hat.

Zunächst überrascht in der Teneria, in deren Vorgängerbau einst tatsächlich eine Gerberei untergebracht war, das gelungene Stein- und Holzdesign im und am Gebäude an der Waiblinger Stadtmauer, das von den Grundmauern an mit liebevollen Details wieder aufgebaut und mit überzeugendem Ambiente versehen wurde. Bruchsteinmauern, dezente Holzausstattung und schlichte Deko in Naturtönen bringen tatsächlich ein bisschen Barcelona-Altstadtfeeling an den Waiblinger Mühlkanal. Und die in Bootsform über dem Wasser schwebende Holzterrasse ist schon von weitem ein echter Hingucker. Ein Plätzchen, an dem es sich an milden Abenden entspannt zwischen grünem Erleninselpanorama und alter Stadtmauer genießen lässt.

Der Nachwuchs freut sich

Flying Tapas sind im Angebot, als wir die spanische Küche mit österreichischem Schmäh erkunden - auf dem Tablett angebotene Happen nach Wahl. Und der Nachwuchs freut sich sofort über schmackhafte Hackfleischbällchen in rezenter Tomatensoße (4,50 Euro). Wir warten auf die in derselben Preisklasse angebotenen und ebenfalls wohlgeratenen überbackenen Auberginen und das leider in etwas zu viel Fett schwimmende gegrillte Gemüse. Eine Runde später hat der sehr aufmerksame und hilfsbereite Service die Gambas in Knoblauchsoße (4,50 Euro) im Angebot, wobei der Knofel eher sanft zu ahnen ist.

Die gegrillten Lammspieße (6,50 Euro) sind perfekt, während wir bei den Garnelenspießen (6,50) auch wieder den letzten spanischen Pfiff vermissen. Dafür entschädigt allerdings der richtig schmackhafte und perfekt geratene Ochsenschwanz im Sesammantel (6,50), das Wochenspecial. Rindfleischkroketten und Tortillas (je 2,90Euro) lassen uns geschmacklich wieder etwas unausgelastet zurück, da dürfte zum Wiener Schmäh in der Küche noch etwas spanischer Biss kommen. Die iberischen Tropfen, ein schön kantiger 2004er Ribera (0,1 l, 3,60 Euro) und ein kräftig-milder 2007er Rioja (0,2 l, 5,90Euro) passen hervorragend. Und der Nachwuchs freut sich nicht nur über den Demeter-Ananassaft aus den nahen Beutelsbach (0,2l, 3,10Euro), ihn begeistert auch die untadelige Creme Catalana (4,50 Euro).

Teneria Tapas+Bar: Bädertörle 19, 71332 Waiblingen, Telefon: 07151/1331512; Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag 17 bis 24 Uhr, Samstag 10.30 bis 1 Uhr, Sonntag 10.30 bis 22 Uhr; Sommerferien vom 8. bis zum 28 August.

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Die Bewertung:

Küche: *** Service: **** Ambiente: ****

*****= herausragend, **** = überdurchschnittlich, *** = gut, ** = Luft nach oben, * = viel zu verbessern

Die Beurteilung berücksichtigt auch das Preis-Leistungs-Verhältnis. Das günstige Lokal um die Ecke wird nach anderen Kriterien bewertet als ein Sternerestaurant. Der Test gibt Aufschluss über die Tagesform der Küche.

Kommentare (4)
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MAI
25
07:39 Uhr, geschrieben von JF
Demeter-Ananassaft aus den nahen Beutelsbach
Ich wußte noch nicht, dass im Remstal Ananas wachsen. Ist die Klimakatastrofe schon so weit fortgeschritten?
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MAI
24
12:07 Uhr, geschrieben von Leckermaul
Tapasglück
na, dann nix wie hin, schlemmen, genießen und sich an der Küche, am guten Tropfen und am Ambiente erfreuen:)
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MAI
23
17:59 Uhr, geschrieben von hella
Ribera
Ribera del Duero vielleicht, Herr Kollege. Ist ein auf der Hochebene von Kastilien gelegenes, ziemlich berühmtes Anbaugebiet, bringt ständig gute bis hervorragende Qualitäten auf die Flasche. Pingus, Mauro, Pequiera ... Na, klingelt's?
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