Test der Wii U Ein zweites Display für Spielspaß

Von Steffen Haubner 

Die neue Spielkonsole Wii U, die am Freitag auf den Markt kommt, lässt sich nicht nur über Bewegungen steuern, sondern auch über ein Gamepad mit zweitem Display. Die StZ hat geprüft, ob sich das für neue Spielkonzepte eignet.

Das Gamepad ermöglicht auch ungewöhnliche Perspektiven aufs Spielgeschehen. Foto: dpa
Das Gamepad ermöglicht auch ungewöhnliche Perspektiven aufs Spielgeschehen.Foto: dpa

Stuttgart - Die zweite Generation der erfolgreichen Wii-Spielkonsole kommt am Freitag für rund 300 Euro auf den Markt. Sie verfügt über acht Gigabyte Speicherplatz, außerdem gibt es eine mobile Steuerung namens Gamepad dazu. Beide Geräte wirken gut verarbeitet und robust. Die Steuerungen der Vorgängerkonsole sind, wie auch die Spiele, kompatibel und werden von der neuen Hardware erkannt. In der Standardversion fehlt jedoch die Sensorleiste für die Bewegungserkennung. Sie lässt sich von der Wii übernehmen oder für zwölf Euro nachkaufen. In der etwa 50 Euro teureren Premiumvariante ist sie enthalten, der Speicher ist dort viermal so groß. Die beigefügte Spielesammlung „Nintendo Land“ vermittelt einen ersten Eindruck von den Möglichkeiten der neuen Hardware.

Auf einem Flachbildfernseher können Wii-Fans nun erleben, was sie in den vergangenen Jahren so schmerzlich vermisst haben: Super-Mario und Co. sind endlich im HD-Zeitalter angekommen. Spiele wie „Assassin’s Creed III“ (Ubisoft) oder „Mass Effect 3“ (EA) sehen jedoch auf der Wii U nicht besser aus als etwa auf der sieben Jahre alten Xbox 360. Über die Zukunftsfähigkeit der neuen Konsole sagt das aber wenig aus, denn erfahrungsgemäß dauert es mehrere Monate oder gar Jahre, bis die Spielentwickler das Potenzial einer Hardware voll ausschöpfen.

Das Gamepad wird zu Batmans Kommunikationseinheit am Arm

Grafische Superlative waren ohnehin noch nie Sache des Herstellers Nintendo. Stattdessen steht der Name eher für innovative Ideen, die vor allem dem Spielspaß dienen. Dafür soll nun das Gamepad sorgen, das neben einer Kamera und einem Mikrofon über ein berührungsempfindliches Display verfügt. Gesteuert wird wahlweise mit dem Finger oder dem beigefügten Stift sowie über zwei Steuerungssticks und diverse Eingabetasten. Zudem registriert die Wii U über den Sensor die Position des Eingabegeräts. Nun sollte man nicht erwarten, dass alle Spiele auch von sämtlichen Funktionen Gebrauch machen. Es ist vielmehr die Stärke der Konsole, dass sie Entwicklern viel Freiraum lässt. Mal bietet das Display des Gamepads eine alternative Perspektive auf das Spielgeschehen, mal liefert es Zusatzinformationen wie Umgebungskarten oder Aufstellungen und Spielerdaten bei Sportsimulationen.

Richtig spaßig ist das sogenannte asymmetrische Gameplay im Mehrspielermodus. In den Spielen „New Super Mario Bros. U“ (Nintendo) und „Rayman Legends“ (Ubisoft) hat der Spieler mit dem Gamepad die Aufgabe, seine Mitspieler zu unterstützen, indem er Zugänge öffnet, Brücken baut und Feinde ablenkt. Im Minispiel „Luigi’s Mansion“ wird ein Spieler in der Rolle eines Gespensts von seinen Mitspielern gejagt. Nur er selbst sieht seine Position permanent auf dem Gamepad, während ihn seine Kontrahenten in die Enge treiben müssen. Weitere Möglichkeiten dürften die Verbindungen zum Internet und zur mobilen Konsole 3DS bieten, die beide vorab aber nicht getestet werden konnten.

Dass man abwechselnd auf den großen Fernseher und den kleinen Bildschirm in der Hand schauen muss, irritiert anfangs etwas. Es wird deshalb Aufgabe der Gamedesigner sein, den Spieler dies durch geschickte Integration des Gamepads vergessen zu lassen. Wie das geht, kann man am Beispiel des herausragenden „Batman Arkham City: Armoured Edition“ (Warner) sehen. Das Gamepad verwandelt sich hier in die Kommunikationseinheit an Batmans Arm. Er kann damit seine Waffe Batarang schleudern, die Umgebung analysieren und mit Bruce Waynes Butler Alfred kommunizieren, dessen Stimme aus den integrierten Lautsprechern tönt – so nah war man dem Spielgeschehen noch nie. Über Erfolg oder Misserfolg entscheidet also mehr denn je die Qualität der zu erwartenden Spiele. Und in dieser Hinsicht geben die fast durchweg gelungenen rund 20 Starttitel kaum Anlass zur Sorge.

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