Theater in Esslingen „Der Seewolf“ – wie Gewalt die Menschen verändert

Von ber 

Die Württembergische Landesbühne Esslingen inszeniert Jack Londons Romanklassiker. Die Zuschauer sehen, wie extreme Situationen körperliche und mentale Spuren hinterlassen.

Die Bühne wird zum Foto: Ines Rudel
Die Bühne wird zum Foto: Ines Rudel

Esslingen - Humphrey van Weyden (Marcus Michalski) und Maude Brewster (Stephanie Biesolt) kommen in Tom Blokdijks Bühnenadaption von Jack Londons Roman „Der Seewolf“ als andere Menschen von ihrer Reise zurück. Die Extremsituationen, denen sie als Schiffbrüchige auf Kapitän Wolf Larsens Schiff ausgesetzt waren, haben bei den beiden körperlich und mental Spuren hinterlassen. Wie die Erfahrung von Gewalt Menschen verändert, steht im Mittelpunkt der „Seewolf“-Inszenierung, die am Freitag, 13. Oktober, an der Württembergischen Landesbühne Esslingen (WLB) Premiere feiert. Weil die Freunde van Weydens und Brewsters die Veränderung nach deren Rückkehr nicht begreifen können, stellen sie den Weg der Transformation spielerisch nach. Sie schlüpfen in die Rollen der Männer, denen die beiden Schiffbrüchigen auf See begegnet sind. Während des Stücks wechselt der Schauspieler Oliver Moumouris seinen Part. Einmal spielt er den ebenso brutalen wie intelligenten Wolf Larsen, dann wieder den feinsinnigen van Weyden. So lässt der Regisseur Daniel Wahl auf verstörende Weise die Grenzen zwischen Spiel und Ernst weiter verschwimmen. Weitere Aufführungen in Esslingen gibt es am 20. Oktober, 10., 16., sowie am 18. November. Die Aufführungen im Schauspielhaus beginnen jeweils um 19.30 Uhr.