Thronjubiläum von Queen Elizabeth II Die (beinahe) perfekte Monarchin
Tim Schleider, 05.02.2012 14:00 Uhr
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Hochzeit von Queen Elizabeth II  und Prinz Philip Foto: AP
Hochzeit von Queen Elizabeth II und Prinz Philip Foto: AP
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London - Es war am Nachmittag des 6. Februar 1952. Prinzessin Elizabeth und ihr Mann, der Herzog von Edinburgh, machten auf der Rückreise von einem Staatsbesuch in Australien Zwischenstation in der Sagana Lodge in Kenia, als ein Vertreter der Botschaft eintraf. Er teilt mit, ihr Vater sei gestorben. Der Aufenthalt müsse sofort abgebrochen werden, die Prinzessin werde unverzüglich in London erwartet.

Elizabeth war zu diesem Zeitpunkt 25 Jahre alt; eine junge Frau, seit vier Jahren verheiratet und Mutter zweier kleiner Kinder. Ihr Vater war jung gestorben, gerade 56 Jahre alt. Damit hatte man rechnen müssen, Georg litt an Lungenkrebs. Gleichwohl wird die Nachricht seines Todes für die Tochter ein Schock gewesen sein; sie hatten eine innige Beziehung gehabt.

Doch dieser Augenblick in Kenia war viel mehr als eine familiäre Angelegenheit. Elizabeth wusste, dass sie nicht länger Prinzessin war, sondern laut Act of Settlement von 1701 von sofort an die Königin von England und der Schotten. 60 Jahre ist das her. Und mit diesem Jahrestag beginnen in Großbritannien die kleinen und großen Feiern zum diamantenen Thronjubiläum der Queen.

Auch ihre Gegner respektieren die unerschrockene Disziplin der Queen

Einen Tag später, am 7. Februar 1952, landet Elizabeth mit dem Flugzeug in London. Ein Pressebild, das wie zahlreiche andere in einem wunderbaren Erinnerungsband des Sandmann Verlages versammelt ist, zeigt sie in Trauer gekleidet die Gangway herabsteigen. Am Fuße wird sie von Gesandten des Accession Councils, also des "Thronbesteigungsrates", erwartet, vorneweg der britische Premierminister Winston Churchill.

Nun hat sie die Regentschaft übernommen. Am folgenden Tag wird sie in St. James's Palace offiziell als Königin proklamiert und leistet einen Eid, die Church of Scotland zu bewahren. Aus Rücksicht auf die Trauer um Georg VI. wird ihre Krönung in Westminster Abbey erst mehr als ein Jahr später, am 2. Juni 1953, stattfinden.

Seit jenen Februartagen bildet Elizabeth II. den Kern eines Staatswesens, das zugleich das Geburtsland der parlamentarischen Demokratie und eine der ältesten Monarchien der Welt ist. Gegner dieser Monarchie gibt es auch in Großbritannien, aber selbst die härtesten von ihnen äußern Respekt gegenüber der unerschrocken disziplinierten Arbeit, die auch ihre Queen seit sechs Dezennien und trotz ihrer inzwischen fast 86 Lebensjahre für ihr Land leistet.

Die Politik macht der Premier

Politische Macht hat sie längst nicht mehr. Sie hat das Recht, ihrer Regierung einen Rat zu geben. Was sie ansonsten vom gerade amtierenden Premierminister hält, der unabhängig von allen Mehrheiten im Unterhaus erst durch einen Kniefall vor ihr sein Amt wirklich bekommt, müssen die Journalisten am Neigungswinkel ihrer Augenbrauen ablesen. Aber selbst die hat sie in der Öffentlichkeit stets "under control".

Was die weiteren Familienangelegenheiten der Windsors angeht, gab es bekanntlich manche Höhen und Tiefen. Nach dem Debakel der Ehe ihres Sohnes Charles mit Diana ruhen zweifellos alle Hoffnungen Elizabeths auf ihrem Enkel William und dessen Frau Kate. Sie sollen einmal jene Sympathien der Briten auf sich ziehen, die derzeit die Königin selbst genießt. Doch bis es so weit ist, kann noch viel Wasser die Themse herabfließen. Ein freiwilliger Verzicht des Herrschers auf seinen Thron aus Altersgründen ist im Act of Settlement von 1701 nämlich nicht vorgesehen.

Kommentare (1)
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FEB
06
sam.boskop, 10:14 Uhr

lebenslänglich

ich möchte das deutsche staatsoberhaupt sehen, das mit 25 den job übernimmt und weiß, daß es ihn lebenslänglich hat. das ist presse- und öffentlichkeitsarbeit, das ist täglich den paparazzi ausgeliefert sein und das ist disziplin und repräsentation rund um die uhr. nicht einmal rente fällt an. und es ist eine konstanz, die in deutschland fehlt, eine instanz, die auf werte achtet.

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