Tief "Daisy"
Mehr als 900 Unfälle im Südwesten
apd,
10.01.2010 15:39 Uhr
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Ein Räumfahrzeug auf der A 5 in der Höhe von Neuenburg Foto: AP
Stuttgart - Die Menschen im Südwesten arrangieren sich bestens mit Kälte und Schnee. Sowohl auf den Straßen und Schienen als auch am Flughafen Stuttgart gab es am Wochenende kaum größere Unfälle, Behinderungen oder Verspätungen. Das Innenministerium zählte in seiner "Daisy"-Bilanz zwischen Freitagmorgen und Sonntagmittag 904 wetterbedingte Unfälle mit 97 Verletzten, darunter 15 Schwerverletzte, und einem Schaden von vier Millionen Euro. Getötet wurde auf den Südweststraßen niemand.
Bei einem der schwersten Unfälle erlitt ein 59-jähriger Autofahrer auf der schneeglatten Autobahn 8 bei Karlsruhe in der Nacht zu Sonntag lebensgefährliche Verletzungen, als ein Lastwagen in sein Fahrzeug krachte. Schwer verletzt wurde auch ein 29-jähriger Fahrer, der mit seinem Lastwagen den Serienunfall ausgelöst hatte.
Der Lkw-Stau an der deutsch-französischen Grenze bei Neuenburg (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald), in dem 300 bis 400 Lastwagenfahrer bei Minustemperaturen von Freitagabend an ausharrten, löste sich bereits am Samstagvormittag auf. Die wetterbedingt gesperrte Autobahn 35 wurde von den französischen Behörden wieder freigegeben.
Entwarnung gab auch der Flughafen Stuttgart, wo am Freitag noch mehrmals die Start- und Landebahn hatte gesperrt werden müssen. Während es am Samstag noch von Verspätungen von maximal einer Stunde gegeben hatte, blieben sie am Sonntag meist unter einer Viertelstunde.
Freie Fahrt meldete die Deutsche Bahn für den Südwesten. "Bei uns läuft alles glatt", sagte ein Sprecher am Sonntag. Auch die Verspätungen hätten sich im Südwesten im Rahmen gehalten: Nur wenige Züge seien am Wochenende witterungsbedingt verspätet gewesen, darunter hauptsächlich die aus dem Norden. Das Unternehmen hatte im Land aus Vorsicht die Zahl seiner Mitarbeiter erhöht, um Schnee von den Weichen zu räumen.
Für Freude sorgte der Schnee bei den Wintersportlern. Von den Warnungen am Freitag, das Haus wegen Unfallgefahr besser nicht zu verlassen, ließen sich die meisten von ihnen nicht beeindrucken. Vor allem die Skiliftbetreiber im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb freuten sich über regen Zulauf. Am Feldberg, dem höchsten Berg im Land, lagen am Sonntag laut Liftverbund rund 60 Zentimeter Schnee. Weil aber immer mal Nebel die Sicht einschränkte, waren am Wochenenden nicht alle Lifte in Betrieb.
Auf der Schwäbischen Alb war die Schneedecke nach Angaben von Liftbetreibern etwa 15 bis 25 Zentimeter dick. Schlecht sah es für Langläufer vor allem in den Tälern aus: Viele Loipen hatten zu wenig Schnee oder konnten wegen Verwehungen nicht gespurt werden. Nach dem erneuten Schneefall in der Nacht zu Sonntag wurden in tieferen Lagen allerdings einige neue Strecken für die Langläufer gespurt, etwa bei Baiersbronn im Nordschwarzwald.
Schlittschuhläufer mit einer Vorliebe für die freie Natur mussten am Wochenende meist in die Hallen ausweichen. Denn auf vielen Seen war die Eisschicht noch zu dünn. Auf den zugefrorenen Flachwasserbereichen des westlichen Bodensees vor der Insel Reichenau tummelten sich am Sonntag mehrere 100 Schlittschuhläufer, Eishockey- Spieler und Fußgänger. Die Wasserschutzpolizei warnte jedoch davor, zu weit auf den sogenannten Gnadensee hinauszulaufen, weil das Eis nicht überall gleich trägt. Polizisten patrouillierten jedoch auf Schlittschuhen, um Besucher vorm Einbrechen ins Eis zu bewahren. Auch Ehrenamtliche der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) überwachten die Eissportler.
Über zu wenig Schnee klagten die Teilnehmer des Schneeballschlacht-Weltcups in Langenargen am Bodensee. Dorthin mussten die Veranstalter das weiße "Sportgerät" per Lastwagen karren. Auch eine Schneekanone kam zum Einsatz, um für die Zuschauer eine winterliche Atmosphäre zu schaffen. Wenig später hätten die Veranstalter vielleicht mehr Glück gehabt. Denn Meteorologe Rudolf Blohm vom Wetteramt Stuttgart erwartet für die kommenden Tage weiter leichten Schneefall. "Ein Frühling ist nicht in Aussicht", sagte er. Das sei für die Jahreszeit aber auch normal.
Für den Einzelhandel hatte es wegen des Schnees und der Warnungen zunächst nicht gut ausgesehen. Auf der Königstraße in Stuttgart waren am Samstagvormittag deutlich weniger Menschen unterwegs als noch am Samstag zuvor. Am Mittag jedoch normalisierte sich die Lage. Größere Umsatzeinbrüche wurden vom Einzelhandelsverband nicht gemeldet.
Bei einem der schwersten Unfälle erlitt ein 59-jähriger Autofahrer auf der schneeglatten Autobahn 8 bei Karlsruhe in der Nacht zu Sonntag lebensgefährliche Verletzungen, als ein Lastwagen in sein Fahrzeug krachte. Schwer verletzt wurde auch ein 29-jähriger Fahrer, der mit seinem Lastwagen den Serienunfall ausgelöst hatte.
Der Lkw-Stau an der deutsch-französischen Grenze bei Neuenburg (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald), in dem 300 bis 400 Lastwagenfahrer bei Minustemperaturen von Freitagabend an ausharrten, löste sich bereits am Samstagvormittag auf. Die wetterbedingt gesperrte Autobahn 35 wurde von den französischen Behörden wieder freigegeben.
Geringe Verspätungen am Flughafen, freie Fahrt für die Bahn
Entwarnung gab auch der Flughafen Stuttgart, wo am Freitag noch mehrmals die Start- und Landebahn hatte gesperrt werden müssen. Während es am Samstag noch von Verspätungen von maximal einer Stunde gegeben hatte, blieben sie am Sonntag meist unter einer Viertelstunde.
Freie Fahrt meldete die Deutsche Bahn für den Südwesten. "Bei uns läuft alles glatt", sagte ein Sprecher am Sonntag. Auch die Verspätungen hätten sich im Südwesten im Rahmen gehalten: Nur wenige Züge seien am Wochenende witterungsbedingt verspätet gewesen, darunter hauptsächlich die aus dem Norden. Das Unternehmen hatte im Land aus Vorsicht die Zahl seiner Mitarbeiter erhöht, um Schnee von den Weichen zu räumen.
Freude bei den Wintersportlern
Für Freude sorgte der Schnee bei den Wintersportlern. Von den Warnungen am Freitag, das Haus wegen Unfallgefahr besser nicht zu verlassen, ließen sich die meisten von ihnen nicht beeindrucken. Vor allem die Skiliftbetreiber im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb freuten sich über regen Zulauf. Am Feldberg, dem höchsten Berg im Land, lagen am Sonntag laut Liftverbund rund 60 Zentimeter Schnee. Weil aber immer mal Nebel die Sicht einschränkte, waren am Wochenenden nicht alle Lifte in Betrieb.
Auf der Schwäbischen Alb war die Schneedecke nach Angaben von Liftbetreibern etwa 15 bis 25 Zentimeter dick. Schlecht sah es für Langläufer vor allem in den Tälern aus: Viele Loipen hatten zu wenig Schnee oder konnten wegen Verwehungen nicht gespurt werden. Nach dem erneuten Schneefall in der Nacht zu Sonntag wurden in tieferen Lagen allerdings einige neue Strecken für die Langläufer gespurt, etwa bei Baiersbronn im Nordschwarzwald.
Schlittschuhläufer mit einer Vorliebe für die freie Natur mussten am Wochenende meist in die Hallen ausweichen. Denn auf vielen Seen war die Eisschicht noch zu dünn. Auf den zugefrorenen Flachwasserbereichen des westlichen Bodensees vor der Insel Reichenau tummelten sich am Sonntag mehrere 100 Schlittschuhläufer, Eishockey- Spieler und Fußgänger. Die Wasserschutzpolizei warnte jedoch davor, zu weit auf den sogenannten Gnadensee hinauszulaufen, weil das Eis nicht überall gleich trägt. Polizisten patrouillierten jedoch auf Schlittschuhen, um Besucher vorm Einbrechen ins Eis zu bewahren. Auch Ehrenamtliche der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) überwachten die Eissportler.
Handel: vormittags ruhig, mittags normal
Über zu wenig Schnee klagten die Teilnehmer des Schneeballschlacht-Weltcups in Langenargen am Bodensee. Dorthin mussten die Veranstalter das weiße "Sportgerät" per Lastwagen karren. Auch eine Schneekanone kam zum Einsatz, um für die Zuschauer eine winterliche Atmosphäre zu schaffen. Wenig später hätten die Veranstalter vielleicht mehr Glück gehabt. Denn Meteorologe Rudolf Blohm vom Wetteramt Stuttgart erwartet für die kommenden Tage weiter leichten Schneefall. "Ein Frühling ist nicht in Aussicht", sagte er. Das sei für die Jahreszeit aber auch normal.
Für den Einzelhandel hatte es wegen des Schnees und der Warnungen zunächst nicht gut ausgesehen. Auf der Königstraße in Stuttgart waren am Samstagvormittag deutlich weniger Menschen unterwegs als noch am Samstag zuvor. Am Mittag jedoch normalisierte sich die Lage. Größere Umsatzeinbrüche wurden vom Einzelhandelsverband nicht gemeldet.
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