Tiefgarage Im unheimlichen Untergrund
Thomas Thieme, 15.01.2010 07:19 Uhr
Sind manchmal unheimlich: Dunkle Parkhäuser. Foto: ddp
Sind manchmal unheimlich: Dunkle Parkhäuser. Foto: ddp
Stuttgart - Es ist ganz still an diesem düsteren Ort. Die Luft ist schlecht, ein öliger Geruch hängt schwer unter der niedrigen Decke. Dunkelgraue Wände verschlucken das schummrige Licht. Kein Mensch ist weit und breit zu sehen, kein Auto schiebt sich durch die schmalen Parkreihen. Hinter jedem Pfeiler lauert die Angst auf ihr nächstes Opfer. Dann durchbrechen quietschende Reifen die Ruhe. Ein Wagen fährt in einiger Entfernung vorbei und biegt ab. Das grelle Scheinwerferlicht erlischt wieder, das Surren des Motors verstummt einige Momente später.

Eine unterirdische Parkgarage ist meistens hässlich und hat oft etwas Unheimliches an sich. Doch warum eigentlich? Vielleicht weil hier unten immer Nacht ist. Die eintönigen Wände sehen entweder grau oder schwarz aus, je nachdem wie viel Schmutz die Autoabgase schon hinterlassen haben. Selten hört man Musik aus einem Lautsprecher dudeln, und wenn, dann ist sie leise und wirkt auch irgendwie schauderhaft. Die flachen Decken verstärken die beklemmende Atmosphäre. Schmutzige Spiegel in engen, noch schmutzigeren Treppenaufgängen sollen verhindern, dass Fußgänger zusammenstoßen. Doch man fühlt sich nur beobachtet - aber nicht beschützt. Während oben das Leben tobt, scheint die Zeit an diesem zwielichtigen Ort im Untergrund stillzustehen. Niemand mag hier länger verweilen als unbedingt nötig.

Auf einmal huscht ein Schatten an einer Säule vorbei. Schritte sind zu hören. Schuhabsätze klackern über den Beton - erst langsam, dann werden die Schritte immer eiliger und lauter, bis plötzlich alle Geräusche abrupt abbrechen. Ein schriller Schrei hallt durch das Parkdeck. Was war das?
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