Denkendorf - Eigentlich hätte der Tiefgaragenbrand in Denkendorf (Kreis Esslingen) rasch gelöscht sein können, sagen die Fachleute. Doch wegen unzureichenden Brandschutzes hat das Feuer am 5. Dezember des vergangenen Jahres trotz aller Löschversuche von 11 Uhr bis 20 Uhr gewütet. 14 Familien sind für Monate aus ihren Häusern vertrieben worden, acht warten noch immer auf die Rückkehr. Der Schaden geht in die Millionen.
Dass sich die Löscharbeiten so schwierig gestalteten, liegt an den baulichen Gegebenheiten vor Ort. Zwar entsprach die Garage unter der Neubausiedlung den Vorschriften, doch diese sind in Baden-Württemberg bis jetzt eher liberal gestaltet. Aus den Reihen der Feuerwehren im Kreis war nach dem Brand heftige Kritik laut geworden. Die Regelungen seien unverantwortlich, hatten Feuerwehrleute moniert.
Gasleitung in der Garage
Sie hatten vor allem kritisiert, dass eine Gasleitung durch die Garage geführt hatte, die von außen nicht abgedreht werden konnte. Das Gas fachte den Brand zusätzlich an, bis Mitarbeiter des Gasversorgers die Leitung für das gesamte Wohngebiet abdrehten. Außerdem war ein Teil der Parkplätze so abgetrennt gewesen, dass die Feuerwehr nicht an sie herankam.
Die Denkendorfer und Filderstädter Feuerwehrkommandanten Walter Reber und Jochen Thorns sowie der Esslinger Kreisbrandmeister Bernhard Dittrich hatten ihre Erkenntnisse deshalb nicht nur in der "Deutschen Feuerwehr-Zeitung" beschrieben, sie hatten sich auch mit Verbesserungsvorschlägen an das Land gewandt. Die Hoffnung, etwas zu erreichen, sei zwar nicht groß gewesen, "aber wir wollten unserer Pflicht Genüge tun", sagt Dittrich. Umso erfreuter sind sie über den Erfolg, den sie mit ihrem Vorstoß erzielt haben.