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Tierpark Göppingen Ein alter Bekannter ärgert den OB
Eberhard Wein, 10.02.2012 06:00 Uhr
Braucht das Wasserschwein bald eine neue Heimat? Foto: privat
Braucht das Wasserschwein bald eine neue Heimat? Foto: privat
"Das ist ein klassischer, nahezu beispielloser Fall von Behördenwillkür."
Rechtsanwalt Jürgen Fritz

Göppingen - Nicht schon wieder! Dieser Stoßseufzer dürfte dieser Tage im Göppinger Rathaus zu vernehmen gewesen sein. Anlass ist die Stellungnahme einer Anwohnerin zum Bebauungsplan, der eigentlich den Konflikt um den Göppinger Tierpark befrieden soll. Doch die Anwohnerin lehnt das Papier ab. Der ausgelegte, aber noch nicht offiziell verabschiedete Plan verstoße gegen verschiedene Vorschriften des Baugesetzbuchs, der Baunutzungsverordnung und des Bundesimmissionsschutzgesetzes. Er werde deshalb scheitern, heißt es in der fristgerecht eingegangenen Stellungnahme der Frau.

Erinnerungen an den Stadthallenstreit

Es dürfte weniger diese Prophezeiung sein, die im Rathaus Nervosität verursacht, als vielmehr der Name, der im Absender des Schreibens steht. Die Frau hat nämlich einen alten Bekannten mit der Vertretung ihrer Interessen beauftragt. Der Stuttgarter Rechtsanwalt Jürgen Fritz hat auch den Gesundheitsunternehmer Thomas Hummel vertreten, der im vergangenen Jahr der Stadt ein als Schlüsselgrundstück bezeichnetes Areal an der Stadthalle vor der Nase weggeschnappt hatte. Der Oberbürgermeister Guido Till hatte den Physiotherapeuten daraufhin mit einer Veränderungssperre zum Weiterverkauf zwingen wollen. Doch der Versuch schlug fehl, auch weil Fritz als Hummels Rechtsanwalt geschickt und vor allem unnachgiebig agierte.

Mindestens 100 Meter Abstand

Auch im vorliegenden Fall scheint der Stuttgarter Fachanwalt für Verwaltungsrecht nicht zum Spaßen aufgelegt. Bei den Gehegen und Ställen handele es sich, abgesehen von dem im Jahr 1927 genehmigten Gaststättengebäude, um „eine Ansammlung von Schwarzbauten“, die nun nachträglich legitimiert werden sollten. Doch das Ziel, die vorliegenden Konflikte mit den Nachbarn planerisch zu lösen, sei nicht erreichbar, weil der Abstand zwischen Tierpark und Wohnbebauung zu gering sei. Fritz verweist auf ein Urteil aus Nordrhein-Westfalen. Dort wurde der Mindestabstand auf 100 Meter festgelegt. In Göppingen trennt den Tierpark von den Häusern der Schickhardtstraße aber nur eine Straßenbreite.

Kommentare (2)
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MRZ
03
Touristin, 18:43 Uhr

Tierpark Göppingen

unabhängig von baurechtlichen Vorgaben habe ich starke Bedenken aus Sicht des Tierschutzes. Zwar habe ich schon in vielen Zoos Gehege gesehen, die mit moderner und artgerechter Haltung wenig zu tun haben, aber das bessert die Situation in Göppingen ja nicht. Verwinkelte und viel zu enge Gehege, marode Gebäude, Wege, deren Verkehrssicherheit mehr als fraglich ist, haben mich ziemlich betroffen gemacht. Hier sollte man die Situation nutzen und einen besseren Standort und auch die nötigen Mittel zur Verfügung stellen. Das käme den Göppinger und vor allem aber den Tieren dort zu Gute! Das wäre doch mal ein Thema für den Stadtrat! Ein schöner Tierpark ist außerdem ein Anziehungspunkt für Touristen und die bringen doch Geld in die Stadt.

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FEB
10
Izmir Übül, 12:14 Uhr

Dedr Tierpark kann sofort umziehen

auf das freigewordene Weberareal. Dort wäre das zusammen mit den dort liegenden Einkaufzentren eine Attraktion für die Familien am Samstag und auch Sonntag und der Tierpark rückte aus seiner jetzigen Randlage heraus. Wenn sich Till mit Rieger und toom zusammensetzte, bekommt er für diese Idee mit Sicherheit auch finanzielle Unterstützung, denn da läge auch so ein bisschen Erpressungspotenzial gegen über diesen Märkten für die Stadt in diesem Vorhaben. Aber statt die Stadt im Nahbereich für die Familien attraktiver zu machen, nachdem man schon mit der Neuen Mitte die Innenstadt verwüstet hat, träumen Stadt und Gemeinderat auf dem frei gewordenem Areal von Gewerbeflächen mit noch mehr Grossmärkten und satten Gewerbesteuereinnahmen. Es muss eben für´s Geld alles noch hässlicher werden.

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