Tierquälerei in Stuttgart
Kampf um einen Fuchs verloren
Frank Buchmeier,
21.04.2010 10:56 Uhr
Mehrmals wurde der Fuchs fotografiert. Fangen konnten ihn die Anwohner nie, bis die Polizei ihn von seinen Qualen befreien musste. Foto: privat
Dann erzählte mir ein Mann, dass er zwei Tiere gesehen habe: meinen Fuchs sowie einen jüngeren, der ebenfalls eine Glocke um den Hals trug. Eines Tages hörte mein Lebensgefährte im Garten das uns mittlerweile sehr vertraute Geläute gleichzeitig aus zwei Richtungen. Schließlich veröffentlichte die "Bild"-Zeitung Fotos von zwei unterschiedlichen Tieren - auch, wenn das Boulevardblatt seinen Lesern weismachen wollte, es sei ein und dasselbe "Bimmel-Füchsle". Welch dämliche Bezeichnung für ein missbrauchtes Wildtier!
Das gequälte Tier war ein Weibchen
Der vorerst letzte Akt dieser Tragödie spielte an Karfreitag. In meiner Nachbarschaft entdeckte ein Ehepaar meine Füchsin - ich weiß inzwischen, dass es ein weibliches Tier war - in seinem Garten. Auch diese Plettenberg-Anwohner sind Tierfreunde, sie haben zwei Hunde. Die Fähe hatte sich unterhalb ihrer Terrasse einen Bau gebuddelt. Der Mann zog sich einen Handschuh an, er wollte der Füchsin die Glocke abnehmen. Doch die Kette saß fest, das Tier bekam Panik und biss den Mann in den Handschuh. Daraufhin rief er die Polizei. Die Beamten wussten sich nicht anders zu helfen, als den Fuchs zu erschießen. Ein Gnadenschuss, eine Erlösung? Wahrscheinlich lautet die Antwort ja.
Auch ein Tierarzt hätte die Füchsin wohl nicht mehr retten können. Das pathologische Gutachten ergab, dass das Tier in einem gesundheitlich schlechten Zustand war. Die Metallkette um seinen Hals war in die Haut eingewachsen, die großflächige Wunde durch das ständige Scheuern stark geeitert. Die arme Füchsin muss monatelang höllische Schmerzen ertragen haben. Für mich ist es unfassbar, dass ein Mensch einem Mitgeschöpf so etwas antun kann.
Ich bin unendlich traurig. Gerne hätte ich der Füchsin geholfen, die so schlau allen Fallen aus dem Weg gegangen ist, die die Jäger an der Nase herumgeführt hat und trotz ihrer Verletzungen durch den harten Winter kam. Ich habe diese tapfere Kreatur tief ins Herz geschlossen und hätte ihr noch ein paar unbeschwerte Jahre gewünscht. Es ist durchaus möglich, dass im Stuttgarter Osten noch immer Füchse unterwegs sind, die eine schwere Glocke um den Hals tragen. Ich hoffe, dass der Tierquäler gefasst wird, der für diese Taten verantwortlich ist, und dass andere Tiere vor solchen Qualen geschützt werden. Deswegen habe ich diese Geschichte erzählt.
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Neue tote Füchse
Seit diesem Artikel sind weitere vier tote Füchse hier gefunden worden. Und die Polizei macht nichts ... Wir sind entsetzt.
Fuchs
"Ich bin unendlich traurig. Gerne hätte ich der Füchsin geholfen, die so schlau allen Fallen aus dem Weg gegangen ist, die die Jäger an der Nase herumgeführt hat und trotz ihrer Verletzungen durch den harten Winter kam. Ich habe diese tapfere Kreatur tief ins Herz geschlossen und hätte ihr noch ein paar unbeschwerte Jahre gewünscht." Das sind grosse Worte die könnte man ebenso gut für einen gestorbenen Freund, Partner verwenden, man sollte einem Wildtier m.E nicht zu nahe kommen auch nicht mit Worten, das tut weder Mensch noch Tier gut. Vielleicht könnte man auch "Wut & Trauer" empfinden dann wäre das Tier vollends auf Augenhöhe. Ich finde Tierquälerei ist zurecht ein Straftatbestand und habe auch keine Sympathien mit Tierquälern aber eben auch nicht mit jeder Form von Tierliebe. Bin übrigens kein Jäger.
Loisl
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