Tierrettung in Plieningen Paten für geistig behindertes Pferd gesucht

Von Melissa Klug 

Tina Recknagel aus Plieningen hat sich in Capi verliebt – ein Hengst, den sie niemals reiten kann. Capi ist hochgradig geistig behindert, aber voller Lebenswillen. Für die Therapien fehlt Recknagel das Geld, deshalb sucht sie Hilfe.

Ein Pferd zum Schmusen, aber nicht zum Reiten: der behinderte Hengst Capi Foto: privat
Ein Pferd zum Schmusen, aber nicht zum Reiten: der behinderte Hengst CapiFoto: privat

Plieningen - Auf dem Pferdehof Sindelfingen läuft Tina Recknagel aus Plieningen durch die Ställe. Sie wartet, bis ihre Tochter mit dem Reitunterricht fertig ist. An der Box von Captain Future B, kurz Capi, bleibt sie stehen. Sie ist von der Schönheit des Hengstes beeindruckt. Doch dann wagt sie einen Blick in die Box und erschrickt: „Er war ein halbes Gerippe“, sagt die Beraterin und Kabarettistin. Er habe tagelang im eigenen Saft gestanden und sei nass und vollgekotet gewesen. „Er sah aus wie ein spanischer Straßenköter“, sagt Recknagel.

Verschmuster Hengst

Sie beginnt, sich um den Hengst zu kümmern, jedes Mal wenn die Tochter reitet. Er zeigt Dankbarkeit, ist sehr verschmust und lieb. Tina Recknagel fällt auf, dass er nicht richtig laufen kann. Nach ein paar Schritten fällt er einfach um. Laut der Besitzerin des Pferdes ist dies auf eine Muskelschwäche zurückzuführen. Diese sei durch ordentliche Fütterung und Training leicht zu bekämpfen. Er habe außerdem großes Sprungpotenzial.

Doch der Tag kommt, an dem die Besitzerin den Hengst aus finanziellen Gründen nicht mehr halten kann und ihn zum Schlachter bringen möchte. Tina Recknagel hat Capi zu der Zeit bereits ins Herz geschlossen und möchte ihn retten. „Ihn kann man doch nicht zu Wurst verarbeiten“, klagt die Beraterin. „Ein krankes Pferd hat auch eine Seele.“ Somit entscheidet sie sich, den Hengst zu kaufen und seine Muskelschwäche zu behandeln. Sie hofft, dass ihre achtjährige Tochter eines Tages auf Capi reiten kann.

Behinderung ist selten bei Pferden

Nach ärztlichen Untersuchungen stellt sich heraus, dass der Hengst nicht an Muskelschwäche leidet, sondern hochgradig geistig behindert ist. Dies sei bei Pferden eine Seltenheit und für Forscher interessant, so Recknagel. Um die Ursache herauszufinden, seien weitere teure Untersuchungen nötig, für die Tina Recknagel aber das Geld fehlt.

Capi und Tina Recknagel Foto: privat

Die Ärzte sagen, Capi sei selbst nach einer Therapie niemals reitbar. Die Vorbesitzerin habe davon gewusst und es Recknagel beim Kauf verschwiegen. Die Ärzte raten zum Einschläfern. Doch Tina Recknagel gibt das Pferd nicht auf. „Er will leben, er ist ein Stehaufmännchen“, sagt sie. Mittlerweile hat sich Capi durch eine Reha-Therapie und professionelles Training erholt. „Er fällt nicht mehr ständig um und kann das Tempo an guten Tagen wie gesunde Tiere halten“, sagt Recknagel. Er begeistere viele Menschen mit seinem „wahnsinnig lieben Naturell“. Jeder, der Capi kenne, liebe ihn. „Aber jedem tut sein Schicksal leid“, sagt Recknagel, die ansonsten keine weiteren Tiere besitzt.

Die Rettung treibe sie fast in den Bankrott. Für die Arztbesuche und Therapie hat Recknagel bereits mehr als 10 000 Euro gezahlt. Sie kämpft nun vor Gericht wegen Betruges um wenigstens 5000 Euro von der Vorbesitzerin. „Ich bin so verliebt in ihn, aber ich kann unmöglich alle Kosten selbst tragen“, sagt Tina Recknagel. Damit sich Capi weiterentwickeln kann, ist die Familie auf Unterstützung angewiesen. Geld- und Sachspenden sind willkommen. Tina Recknagel sucht nach einem Gestalter für eine Homepage und nach Personen, die eine Patenschaft übernehmen möchten. „Ich will durch Capis Geschichte zeigen, dass in der heutigen Luxusgesellschaft auch behinderte Pferde ein Recht auf Leben haben“, sagt sie.

Adresse für Helfer:

Unterstützer können sich unter tina.recknagel@imail.de melden.

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4 Kommentare Kommentar schreiben

Iris Schulte: Wieso sollte dieses Pferd behindert sein? Es ist am 30 Januar 2016 noch 2 Springen gegangen ,einmal klasse M und einmal klasse L . Finde es schon traurig ,das siesich an einem Spendenbetrug mit schuldig machen. Ich habe auch beweise dafür ,das dieser Hengst diese Springen ging. Könnte ihnen auch sagen ,wer dieses Pferd am 30.1.2016 geritten hat bei beiden Springprüfungen. Lg

Fakten?: Gewagte Behauptung… Wenn Sie über solch knallharte Fakten verfügen, stellt sich mir als geneigter Leserin doch die Frage, warum Sie nicht gleich „Roß und Reiter“ nennen, in diesem Fall um welches Springen es sich wo genau gehandelt hat, welche Meldeliste, Startnummer, Reiter, Platzierung etc. Es handelt sich hierbei ja nicht um personengeschützte oder sensible Daten. Dann könnte jeder Interessierte selbst recherchieren, bzw. verifizieren. Sonst bin ich bei solchen Kommentaren eher geneigt Verleumdung als Spendenbetrug zu wittern….

Betina: Fakten ,möchten sie ,dann geben siebitte mal Hengst Captain Future B in googel ein ,da bekommen sie ihre Fakten. Derzeitstehe ich auch mit der Züchterin in kontakt ,ich denke siewird sich hier zu auch noch melden. Desweiteren braucht dieguteFrau ja ein HP ???Komisch sie hatdoch schon eine sehrgut geführte Homepage. http://www.tina-recknagel.de/ also was soll der ganzeBlödsinn. Man möchtesich das Pferd anschauen und schwupps steht er jetzt in der REHA???? Lg Iris

Hier die Fakten:: Hier für alle die es wirklich interessiert (und die nicht nur irgendetwas unrecherchiert "nachblöken" und sich darüber echauffieren möchten - und insbesondere für Sie, Frau Schulte: Es handelt sich bei dem von Ihnen angeführten Turnierpferd um Captain Future B2, Wallach, 7-jährig, Westfale. Das Pferd von Frau Recknagel (capi), nämlich Captain Future B ist 4-jährig, Württemberger und er leidet seit seinem 3. Lebensjahr unter der Ataxie. Er geht definitiv in diesem Leben keine Turniere mehr... Wenn man bei Google recherchiert, findet man auf einer Pferdeseite eine Turnierteilnahme 2016 unter Captain Future B, die aber de facto Captain Future B2 betrifft. Also: Wer lesen kann ist im Vorteil und sollte auch sauber und verantwortungsvoll die Fakten prüfen, bevor solch ein Post abgesetzt wird (und wenn es sich nur um eine 2 mehr oder weniger handelt...). Üble Nachrede, egal ob aus Unwissenheit oder was auch immer, ist selten zielführend und schadet diesem lobenswerten Spendenaufruf.

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