Titanic
Die Tragödie bewegt noch heute
Gerd Braune, Neufundland,
01.09.2010 17:07 Uhr
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Die Titanic - damals und ... Foto: dpa
""Wir hatten wohl ein perfektes Schiff erwartet und konnten das Heck nicht finden.""
Bill Lange, Mitentdecker der Titanic am Meeresgrund
Seine Firma hat mehr als 5000 Gegenstände geborgen. Unterwasserfahrzeuge mit Greifarmen haben Teller und Tassen, Besteck, Schmuck, Vasen, Taschen, Teile des Innenausbaus der Titanic und ein größeres, mehrere Tonnen wiegendes Rumpfteil ans Tageslicht befördert. Auf Ausstellungen werden die Fundstücke gezeigt. Auch die Politik befasst sich mit der Wrackstätte. Die USA, Großbritannien, Kanada und Frankreich haben ein Titanic-Abkommen zum Schutz des Wracks ausgehandelt. Aber bis auf Großbritannien hat noch kein Land das Abkommen ratifiziert, so dass es noch nicht in Kraft getreten ist.
In der Stille und Dunkelheit der Tiefsee verfällt das glorreiche Schiff. Zahlreiche Tauchgänge verschiedenster Expeditionen geben davon Zeugnis. Untersuchungen des Rumpfes zeigen, dass der Eisberg der Titanic keine große Wunde zufügte - die Rede war oft von einem bis zu 90 Meter langen Riss -, sondern mehrere kleine Verletzungen, die insgesamt eine Fläche von nur 1,2 Quadratmetern hatten. Durch sie strömten gewaltige Wassermassen in die Titanic. Menschliche Überreste waren schon bei den ersten Tauchgängen nicht mehr gefunden worden. Falls Menschen in die Tiefe gerissen wurden, dann hat sie das Meer mittlerweile verschlungen.
"Ein Rennen gegen die Zeit"
Mikroben zersetzen die Eisenteile. Die Holzteile vom Deck und das durch Fotografien und Hollywoodfilme bekannte Treppenhaus der ersten Klasse sind bereits weitgehend verfallen. "Es ist ein Rennen gegen die Zeit", sagt Davino. Diesmal sollen keine Gegenstände geborgen werden. Als archäologische Stätte soll das Wrack vermessen und fotografiert werden.
Derzeit verzögert sich die Mission der Jean Charcot: Der Hurrikan Danielle hat die Crew gezwungen, das Seegebiet zu verlassen. Es wird also noch einige Tage dauern, bis die Techniker die unbemannten Roboter in die Tiefe schicken können. Einer der Roboter ist mit einem 7000 Meter langen Glasfaserkabel mit dem Schiff verbunden und wird von diesem aus gesteuert. Ein anderer wird programmiert und kann anschließend bis zu 24 Stunden unter Wasser selbstständig navigieren und 1800 Aufnahmen in der Stunde machen. Eine Stunde brauchen die Gefährte, um die Titanic zu erreichen. Geplant ist ein Fotomosaik aller Wrackteile.
Nur etwa 700 der 2200 Menschen an Bord der Titanic überlebten die Tragödie. Es gab nicht genug Rettungsboote, die vorhandenen wurden teils nicht voll besetzt. Die Carpathia traf erst nach dem Untergang der Titanic am Unglücksort ein. Auch von der kanadischen Hafenstadt Halifax fuhren drei Schiffe los, um zu helfen. Sie brauchten drei Tage bis zum Unglücksort und kehrten mit 209 Leichen zurück. 150 Opfer wurden in Halifax beerdigt. Die Gräberreihen werden täglich von vielen Touristen besucht. Spätestens am Grabstein für das Unbekannte Kind verstummen die Gespräche. Teddybären, Autos, Buntstifte, Steine und Muscheln schmücken das Denkmal für das jüngste Opfer der Tragödie.
Die Expedition der Firma RMS Titanic Inc. www.expeditiontitanic.com »
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