Titanic
Die Tragödie bewegt noch heute
Gerd Braune, Neufundland,
01.09.2010 17:07 Uhr
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Die Titanic - damals und ... Foto: dpa
""Wir hatten wohl ein perfektes Schiff erwartet und konnten das Heck nicht finden.""
Bill Lange, Mitentdecker der Titanic am Meeresgrund
Es ist der 1. September 1985. Um Mitternacht hat die Schicht unter Leitung des Franzosen Jean-Louis Michel ihren Dienst angetreten. Wenige Minuten vor 1 Uhr endet die Unaufgeregtheit. "Da ist etwas!", ruft einer, "Trümmer!", ein anderer. Die Kameras der Argo erfassen Wrackteile. Einige Minuten später taucht aus dem Dunkeln ein Gebilde auf, das die Männer als Dampfkessel identifizieren. Sie greifen zu Büchern, vergleichen Fotos mit dem, was sie auf dem Monitor sehen: es ist der Dampfkessel der Titanic. Das Wrack ist gefunden.
Die Titanic der Nachwelt erhalten
Heute, 25 Jahre später, ist Bill Lange als Spezialist für Unterwasserfotografie wieder am Ort der Tragödie. Der 51-jährige Ingenieur vom Meeresforschungsinstitut Woods Hole in Massachussetts ist an Bord der Jean Charcot, die am 23. August Neufundland verlassen hat und jetzt an der Unglücksstelle ankert. Die Firma RMS Titanic Inc. in Atlanta, welche die Bergungsrechte an der Titanic besitzt, hat das Schiff gechartert und Experten mehrerer Forschungseinrichtungen zusammengerufen. Sie sollen ein Bild von den Resten der Titanic und dem Trümmerfeld erstellen. "Wir wollen durch die Erstellung eines dreidimensionalen Modells die Titanic virtuell bergen und der Nachwelt erhalten", sagt Chris Davino, Präsident der Firma und ihrer Muttergesellschaft Premier Exhibitions.
Es war ein amerikanisch-französisches Gemeinschaftsunternehmen unter Leitung von Robert Ballard, der damals für das Woods-Hole-Institut arbeitete, und Jean-Louis Michel vom französischen ozeanografischen Institut Ifremer, das zur Entdeckung der Titanic führte. Beide Institute verfügten über das Beste und Neueste, was es in Unterwasserfotografie und Sonartechnologie gab. Als Ballard die Idee entwickelte, nach der Titanic zu suchen, "war es naheliegend, dass wir uns zusammenschlossen und unsere Kräfte bündelten", sagt der heute 65-jährige Michel.
Mit modernster Technik ...
Nach dem Beschluss, die Suchexpedition zu starten, studiert Michel die Untersuchungsberichte über die Titanic-Katastrophe, überprüft die Standortangaben der Titanic, der Schiffe in ihrer Nähe und der Rettungsboote. Er kalkuliert die Meeresströmung ein, die das Schiff auf seinem Weg zum Meeresboden mitgezogen haben könnte. "Frühere Versuche, die Titanic zu finden, schlugen fehl, weil dafür nicht die Technik zur Verfügung stand und nicht ausreichend analysiert wurde, wo sich das Schiffswrack befinden könnte", sagt Michel. Er grenzt das Gebiet schließlich auf eine Fläche von 20 mal 20 Kilometer ein. Seine größte Sorge: das Wrack könnte in einem Canyon liegen und 1929 durch ein Erdbeben verschüttet worden sein.
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