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Tödliche Messerstecherei in Esslingen Sieben Männer sitzen inzwischen in U-Haft

Jürgen Veit, 26.12.2012 16:53 Uhr

Esslingen - Im Zuge ihrer Ermittlungen zu der tödlichen Messerstecherei am vergangenen Freitagabend in Esslingen hat die Polizei vier weitere Tatverdächtige festgenommen. Damit befinden sich nun sieben Männer im Alter von 20 bis 26 Jahren in Untersuchungshaft. Sie stehen im Verdacht, gemeinschaftlich einen 22-Jährigen ermordet zu haben.

Noch am Sonntagabend sind ein 23-jähriger Türke und sein 20 Jahre alter Bruder aus dem Landkreis Esslingen von Beamten der Sonderkommission „Obertor“ festgenommen worden, teilt die Polizei mit. Nachdem der Jüngere von der Inhaftierung seines Bruders erfahren hatte, stellte er sich offenbar auf Anraten seiner Anwältin der Polizei in Stuttgart. Beide Männer sind der Polizei bekannt. Zwei weitere, ebenfalls im Kreis Esslingen lebende, 21 und 23 Jahre alte Tatverdächtige wurden am Vormittag des Heiligen Abends festgenommen.

Auch sie stehen im Verdacht, an der Massenschlägerei mit mindestens 30 Personen beteiligt gewesen zu sein. Wie berichtet, hatten Mitglieder der Bande Red Legion vor einer Bar in der Esslinger Entengrabenstraße nahe des Obertors mit Messern und Schlagwerkzeugen eine Gruppe der mit ihnen verfeindeten Bande Black Jackets überfallen. Dabei wurde der 22-Jährige durch mehrere Messerstiche getötet. Zudem erlitten fünf junge Männer schwere und fünf weitere leichte Verletzungen. Bis auf den 21 Jahre alten Bruder des Getöteten, der zwischenzeitlich in Lebensgefahr geschwebt hatte, haben alle Männer, die stationär behandelt werden mussten, die Krankenhäuser inzwischen wieder verlassen.

Sonderkommission ermittelt auch über die Feiertage

Wie berichtet, waren kurz nach der Massenschlägerei am späten Freitagabend sowie am Samstagmittag bereits drei Männer im Alter von 20, 25 und 26 Jahren verhaftet worden. Sie werden – ebenso wie die zuletzt Festgenommenen – von der Polizei als Anhänger oder Mitglieder der Bande Red Legion bezeichnet. Deren vorwiegend kurdischstämmige Mitglieder haben sich mit den Black Jackets, die sich aus Personen verschiedener Herkunft rekrutieren, nicht zum ersten Mal eine brutale Auseinandersetzung geliefert. Die Streitigkeiten waren auch schon in Nürtingen und Ludwigsburg eskaliert und schließlich vor Gericht verhandelt worden.

Laut gemeinsamer Mitteilung setzen die Staatsanwaltschaft Stuttgart und die Polizei alles daran, diese schwere Straftat so schnell wie möglich aufzuklären. Deshalb habe die 35-köpfige Sonderkommission auch über die Feiertage in Vollbesetzung gearbeitet. In den nächsten Tagen werde „auf Hochtouren“ weiter ermittelt, sagte gestern eine Sprecherin der Polizeidirektion Esslingen.