TomTom Verkehrsindex 2014 Stuttgart bleibt Stau-Stadt Nummer eins

Von Eva Tilgner 

Stuttgart bleibt die Stadt mit der höchsten Verkehrsbelastung. Der TomTom Verkehrs-Index, der jährlich die Staubildung in zehn deutschen Städten erfasst, zeigt auch 2014 keinen Trend zur Verbesserung für die Schwabenmetropole.

Der tägliche Stau-Level in Stuttgart liegt  nach dem TomTom Verkehrs-Index 2014 bei 32 Prozent – am Abend bei 65 Prozent. Foto: dpa
Der tägliche Stau-Level in Stuttgart liegt nach dem TomTom Verkehrs-Index 2014 bei 32 Prozent – am Abend bei 65 Prozent.Foto: dpa

Stuttgart - Zum dritten Mal in Folge steht die Schwabenmetropole auf dem Siegertreppchen: Auf der Negativrangliste „verteidigt“ Stuttgart den ersten Platz unter den deutschen Städten mit dem größten abendlichen Stauvorkommen. Nach den Ergebnissen des am Dienstag veröffentlichten Verkehrsberichts des Navigationsanbieters TomTom gibt es kaum Hoffnung für die geplagten Pendler: Im Vergleich zum Vorjahr stieg der TomTom Verkehrs-Index 2014 für Stuttgart um drei Prozentpunkte auf 32 Prozent. Dabei misst der Verkehrs-Index über den gesamten Tagesverlauf die Fahrtzeiten, die benötigt werden während einer Phase ohne Verkehrsbehinderung. Dieser Zeitaufwand wird dann mit den Fahrzeiten verglichen, bei denen eine besonders hohe Verkehrsbelastung eintritt. Der Unterschied wird durch einen prozentualen Anstieg der Dauer der Fahrtzeit ausgedrückt.

Stuttgart durch Infrastruktur benachteiligt

Die weltweite Verkehrsuntersuchung konzentriert sich in Deutschland auf das Verkehrsaufkommen in zehn Städten. Insgesamt 75.964 Kilometer Straßennetz wurden in Deutschland für den Stauparameter ausgewertet. Im Vergleich zu den anderen Teilnehmern sei Stuttgart allein schon durch die Infrastruktur benachteiligt: „Die 3.200 Kilometer Straßennetz, die in Stuttgart zur Verfügung stehen, sind nicht viel Fläche im Vergleich zu Städten wie Hamburg, die 8.400 Kilometer Straßennetz zu bieten haben“, hält der TomTom-Sprecher Tom Henkel fest.

Ein schwacher Trost: Den Hamburger oder Kölner Pendlern erging es im vergangen Jahr nicht viel besser als den Stuttgarter Staukollegen: In allen untersuchten Städten verbrachten Autofahrer im Vergleich zu 2013 zwischen ein und vier Prozentpunkte mehr Fahrzeit mit Warten im Stau. Auf den Straßen in Stuttgart und Umgebung half nur noch die schwäbische Weisheit: „No net hudle“: Autofahrer, die sonst für eine Strecke dreißig Minuten brauchten, mußten im abendlichen Berufsverkehr 49 Minuten Zeitaufwand einplanen. Nach dem Verkehrs-Index 2014 von TomTom lag das abendliche Staulevel in Stuttgart bei 65 Prozent – im Vergleich fast doppelt so hoch wie die tagesüblichen 32 Prozent. Auf das Jahr hochgerechnet verloren die Pendler im Stuttgarter Abendverkehr also mehr als 72 Stunden beim „Stoßstangen-Kuscheln“.

Morgendliche Rush Hour beginnt eine halbe Stunde früher

Ausgewertet wurde bei dem TomTom Verkehrsindex der Straßenverkehr in einem Gebiet von 150 Kilometer um Stuttgart. „Da diese Untersuchungen auch die Autobahnen berücksichtigen, liefern sie keine eindeutigen Daten für den Stadtverkehr“, hält Ralf Thomas, Leiter der integrierten Verkehrsleitzentrale Stuttgart (IVLZ) fest.

Das Problem der Landeshauptstadt sei, dass es bei einem Stau auf der Autobahn keine Alternative zur Stadtdurchfahrung gebe. „Wenn die B 10 als Umfahrungsmöglichkeit genutzt wird, ist sie schnell mit PKWs und LKWs zugestaut“, sagt Thomas. Weitere typische Verkehrs-Engpässe am frühen Morgen liegen auf der B 27 aus Ludwigsburg kommend in Richtung Stuttgart, sowie bei der Rosensteinbrücke, in Degerloch und am Heslacher Tunnel.

In der Innenstadt selbst sehe der Verkehr morgens nicht so schlecht aus. Die Stadtstruktur sorge dafür, dass Stauungen eher in den Außengebieten stattfinden. „Viele kommen auf den Trichter, früher zu starten“, bemerkt Ralf Thomas. Der Berufsverkehr verlagere sich deutlich nach vorne zwischen 6.30 Uhr und 9.30 Uhr. Wer dem Warten auf der Straße aber endgültig entkommen will, dem geben die Experten den Rat: „Auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen oder die Autofahrt zeitflexibel planen.“