Tourismus in Stuttgart Die Zahl der Betten wächst und wächst

Hildegund Oßwald, 27.01.2013 12:51 Uhr

Stuttgart - Der Stuttgarter Touristikchef erwartet fürs ausgelaufene Jahr 2012 einen neuen Rekord von mehr als drei Millionen Übernachtungen. Die Hotelbranche reagiert darauf mit weiteren Neubauten und weiter wachsenden Bettenkapazitäten: Zum Jahresbeginn 2013 stehen die Zeichen im Stadttourismus so deutlich wie lange nicht mehr auf Expansion. Allein im neuen Europaviertel hinter dem Hauptbahnhof sollen in den nächsten beiden Jahren fünf weitere Hotels mit mehreren Hundert Zimmern entstehen. An der Badstraße in Bad Cannstatt ist ein weiteres Haus der Marke Motel One geplant. Diverse Investoren stehen bereits in den Startlöchern und setzen vor allem auf das boomende Geschäft mit preiswerten Übernachtungsangeboten. „Wenn die angekündigten Hotels alle gebaut werden, sehe ich Überkapazitäten am Markt“, warnt dagegen der Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes, Markus Hofherr.

Die neuen Hotels werden ihren Markt bekommen, aber wir bräuchten vor allem noch Betten mit vier und fünf Sternen. Armin Dellnitz,Touristikchef

Auffallend ist bei den geplanten Projekten die Nähe zum Hauptbahnhof. Obwohl es rund um den zentralen Verkehrsknotenpunkt bereits einige Hotels aller Kategorien gibt, sollen in deren Nachbarschaft weitere hochgezogen werden. So wird das ehemalige Grundstück von Autoteile Unger an der Ecke Wolfram-/Nordbahnhofstraße künftig Adresse von gleich drei Hotels werden. Zwei davon wird die Gesellschaft Kommunalprojekt PPP für Foremost Hospitality bauen.

Zwei Dreisternehotels mit einem gemeinsamen Management

Der expandierende Hotelentwickler und -betreiber ist Franchisenehmer für bereits sieben Hotels in Deutschland und will in Stuttgart mit einem Holiday Inn Express mit 156 Zimmern und einem Hampton by Hilton mit 165 Zimmern gleich ein Doppeldebüt geben – im doppelten Sinn. Denn er will nicht nur mit zwei Marken an den Start gehen, sondern auch nach eigenen Angaben die zwei Dreisternehotels im Doppelpack einem Management unterstellen. Das spart Kosten bei einem durchschnittlichen Zimmerpreis von etwa 79 Euro. Der Baubeginn ist für Anfang 2014 geplant.

Gleich daneben, auf dem Grundstücksteil zur Nordbahnhofstraße, bahnt sich eine weitere Premiere der A & O Hotels and Hostels Holding AG an. Diese will laut Geschäftsführer und Mitgründer Oliver Winter noch in diesem Jahr mit dem Bau eines Beherbergungsbetriebs mit 400 Betten in 130 Zimmern beginnen – intern unterteilt in ein A-&-O-Hostel mit 70 Mehrbettzimmern und ein Zweisternehotel mit 60 Doppel- und Familienzimmern. „Unsere Zielgruppen sind vor allem Schulklassen und Jugendgruppen, Vereine und Chöre, die Preise im Sechsbettzimmer mit Frühstück werden sich je nach Saison zwischen 15 und 25 Euro bewegen“, sagt Winter.