Tourismusstudie Baden-Württemberg Rekord-Tourismus bringt mehr Arbeitsplätze

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Eine neue Studie über den „Wirtschaftsfaktor Tourismus in Baden-Württemberg“ belegt die ökonomische Bedeutung der Branche. Minister Bonde freut sich über den „Jobmotor Tourismus“.

Idyllisches Baden-Württemberg -   zum Image  trägt  der  Wildsee zwischen Bad Wildbad und Gernsbach  im Nordschwarzald bei. Foto: Alex Kijak
Idyllisches Baden-Württemberg - zum Image trägt der Wildsee zwischen Bad Wildbad und Gernsbach im Nordschwarzald bei.Foto: Alex Kijak

Stuttgart - Sätze wie „Die Tourismusbranche ist ein Jobmotor. Sie sichert nicht exportierbare Arbeitsplätze – vor allem auch im Ländlichen Raum“ – ziehen sich durch Pressemitteilungen der Branche in ganz Deutschland und auch der Ministerien, gleich welcher Couleur. Regelmäßig wird darauf hingewiesen, wie jüngst auf der Reisemesse CMT in Stuttgart. Der baden-württembergische Tourismusminister Alexander Bonde (Grüne) sieht diese Sätze erneut bestätigt durch eine in Auftrag gegebene Studie beim Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr (dwif) an der Universität München. Mehr noch: Die neue Studie belegt laut Minister Bonde die „gewachsene ökonomische Bedeutung“ des Wirtschaftsfaktors Tourismus für das Land.

Die absoluten Zahlen klingen beeindruckend: Bei allen wirtschaftlichen Kenngrößen hat der Tourismus demnach erheblich zugelegt. Der Jobmotor brummt – die Zahl der rechnerischen Vollzeitarbeitsstellen stieg um 16 Prozent auf 326 500. Aufgrund der vielen Teilzeitjobs in diesem Bereich sei die Zahl der hier beschäftigten Menschen noch deutlich höher. Im Vergleichsjahr 2007, aus diesem stammen die letzten Berechnungen, lag die Zahl noch bei rund 280 000 Vollzeitstellen. Zum Vergleich: Die Metall- und Elektrobranche in Baden-Württemberg hat etwa 800 000 Vollzeitstellen.

Mit mehr als 30 Prozent gegenüber dem Vergleichsjahr 2007 ist der Umsatz noch deutlicher gestiegen, auf 17,9 Milliarden netto. Die Wertschöpfung kletterte um fast 27 Prozent auf 9,5 Milliarden Euro. Der von 2,8 Prozent auf 3,1 Prozent gestiegene Beitrag des Tourismus zum Gesamteinkommen im Land zeige, dass die „Bedeutung der Dienstleistungsbranche Tourismus im wirtschaftsstrukturellen Gefüge unseres Landes sichtbar gewachsen“ sei, betont der Minister.

Ersmals mehr als 50 Millionen Übernachtungen

Die Zahlen sind eigentlich nicht verwunderlich, denn seit fünf Jahren in Folge eilt der Tourismus im Land von Rekord zu Rekord, im vergangenen Jahr wurde mit 50,7 Millionen Übernachtungen erstmals die 50-Millionen-Schwelle überschritten. Im Referenzjahr 2007 waren 42,4 Millionen Übernachtungen registriert worden.

Tatsächlich liegt die Zahl der Übernachtungen im Land weit darüber. Erstmals wurde mit der Studie auch die Zahl der sogenannten „Sofaschläfer“ erhoben. Demnach summieren sich die Besuche von Verwandten und Bekannten auf 86,4 Millionen Übernachtungen. Dies sei insofern auch wirtschaftlich bedeutsam, erklärte Minister, weil diese Privatbesucher ebenfalls konsumierten, indem sie Museen besuchten oder in Restaurants essen gingen. Diese Zahl mitgerechnet sowie die 16 Millionen Übernachtungen in Ferienwohnungen und Privatzimmer, die vom Statistischen Landesamt nicht mitgerechnet würden in der Bilanz, läge die Zahl der Übernachtungen im Land bei mehr als 153 Millionen.

Bonde: Rechtsradikale Umtriebe sind „Tourismuskiller“

Der Tourismus schaffe Einkommen, sichere Arbeitsplätze und trage zudem entscheidend zum Image des Landes Baden-Württemberg bei. Im „Genießerland“ könne man gut essen und trinken, intakte Natur und abwechslungsreiche Kulturlandschaften erleben. Diese Erfolge und Zahlen, so erklärt Minister Bonde, seien „kein Selbstläufer“. So habe es die Pegida-Bewegung in Dresden geschafft, den Tourismus dort einbrechen zu lassen. Mit Blick auf die Landtagswahl warnte Bonde vor Parteien, die über Schießbefehle an Grenzen nachdenken würden, rechtsradikale Umtriebe seien „richtige Tourismuskiller“.

Baden-Württemberg müsse ein „weltoffenes“ Land bleiben, sagt Bonde. Zumal inzwischen fast jeder vierte Gast aus dem Ausland komme. Insofern sei es richtig gewesen, lobt er die Strategie der grün-roten Landesregierung, das Auslandsmarketing seit 2012 finanziell mit 0,5 Millionen Euro zu verstärken. 2015 und 2016 sei der Werbeetat um weitere 0,3 Millionen Euro erhöht worden, so dass dem Tourismusmarketing inzwischen 4,6 Millionen Euro zur Verfügung stünden. Darauf zielt auch Andreas Braun ab, der Geschäftsführer der Tourismus GmbH des Landes. Die Bemühungen um die ausländische Gäste bestätigten die strategische Neuausrichtung des Landesmarketings, sagt er.

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Ein weiteres gelungenes Projekt: - der Nationalpark und was gab es Schelte in den Schwarzen Gemeinden.

Potential verschenkt! : Es könnten noch viel mehr sein. Denn in den schönsten Mittelgebirgen Deutschlands könnten zehntausende Mountainbiker ihren Urlaub verbringen. Aber wegen der #w2mr wird man gezwungen ins benachbarte Ausland auszuweichen. Wirklich schade!

gott sei dank : verbringen zehntausende mountainbiker ihren urlaub woanders.

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