Transfers im europäischen Fußball Warten auf den Königstransfer
Carlos Ubina, 22.07.2010 06:45 Uhr
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Mit einer Ablösesumme von 94 Millionen Euro war Cristiano Ronaldo 2009 der Hammer-Transfer, auf den Madrid und die ganze Fußballwelt dieses Jahr noch wartet. Foto: apn
Mit einer Ablösesumme von 94 Millionen Euro war Cristiano Ronaldo 2009 der Hammer-Transfer, auf den Madrid und die ganze Fußballwelt dieses Jahr noch wartet. Foto: apn
Vermutlich macht Florentino Pérez schwere Tage durch. Das ist jener Baulöwe, der sich gern mit Edelfußballern schmückt und im vergangenen Jahr den Transfermarkt zum Beben gebracht hat - in seiner Hobbyfunktion als Präsident von Real Madrid. Da ist der Clubchef in die Kreditabteilungen diverser Banken spaziert, um sich Cristiano Ronaldo (94 Millionen Euro) und Kaká (65 Millionen) leisten zu können. Als kleine Dreingaben gab es noch Karim Benzema (35 Millionen) und Xabi Alonso (30 Millionen) dazu.

Es war der "Sommer der Präsentationen", sagen sie in Spanien, weil schon allein die Vorstellung der Stars die Ränge des Bernabeustadions füllte. Nun ist es ruhig rund um den Fußballtempel. Zwar hat Real bereits den Argentinier Angel di Maria für 30 Millionen Euro von Benfica Lissabon losgeeist, doch die Verpflichtung lief während der WM nahezu geräuschlos ab. Und die weiteren fixen Zugänge Sergio Canales und Pedro Leon gehören ebenfalls nicht in die Pompkategorie, die Pérez bevorzugt.

Bei Sami Khedira ist man sich auf der Iberischen Halbinsel noch nicht einmal sicher, ob er bereits zum Real-Personal gehört oder nicht. Die Sportzeitung "Marca" zählt den Stuttgarter bereits seit Tagen zu den großen Perspektivspielern, die die Königlichen auch sportlich wieder erstrahlen lassen sollen. Der VfB wiederholt nur, dass eine Kontakaufnahme zwischen den Vereinen stattgefunden hat - das Interesse und erste Möglichkeiten der Ablöse sind schriftlich hinterlegt. "Jetzt kommt es aber darauf an, was der Spieler will", sagt der VfB-Sportdirektor Jochen Schneider.

Mourinho hat eine andere Transfer-Philosophie


Unabhängig davon ist bei Real vor allem eines klar: José Mourinho hat nach seinem Dienstantritt begonnen, den Kader umzubauen. Dabei lassen sich zwei Tendenzen erkennen. Erstens: der Trainer hat sich zusichern lassen, dass sein Boss ihm nicht ins geplante Werk pfuscht. Zweitens: erstmals seit langem orientieren sich die anvisierten Ein- und Verkäufe an den Schwachstellen.

In Madrid ist sogar schon von einem Paradigmenwechsel die Rede. Weg vom Glamourfußball, hin zum Konzeptfußball. Keiner der Neuen ist älter als 23 Jahre, also ein Versprechen auf die Zukunft. Di Maria, Leon und Canales gelten als Verstärkungen für das offensive Mittelfeld, wo selbst Kaká nicht mehr unumstritten ist. Khedira wird als die perfekte Ergänzung zu Xabi Alonso im defensiven Mittelfeld gesehen.

Doch die Fans und die nationalen wie internationalen Konkurrenten von Real warten auf den Königstransfer. Jenen Spieler, der aufgrund seiner Klasse und seines Preises als der neue König unter den Königlichen betrachtet wird. Deshalb gibt es kaum einen Ausnahmekönner, der nicht mit Real in Verbindung gebracht wird.

Kommentare (1)
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JUL
23
Bartel, 07:17 Uhr

Ein Königstransfer weniger...

Die Fachwelt atmet auf: der vermeintliche Megatransfer von Zaubermaus Elson vom VfB zum Erzrivalen Hannover 96 ist am Donnerstag aufgrund eines negativ verlaufenen sportmedizinischen Checks endgültig geplatzt. Ohne die bereits fest eingeplante Millioneneinnahme muss sich der VfB aus dem Wettbieten um den Augsburger Wunderstürmer Traoré zurückziehen, da die Ablöse von über 1,5 Mio. € nicht gestemmt werden kann. Damit hat man zwei "tolle" Nachrichten zu verdauen: a) ein potentieller Sportinvalide und für Hannover zu leicht befundener Elson kehrt auf die Payroll zurück, b) die Portokasse erlaubt nicht einmal einen weiteren Zweitligatransfer. Geld schießt keine Tore, deshalb kommen Vereine wie Schalke oder der HSV erstaunlicherweise auch ohne Geld zurecht und verpflichten reihenweise große Namen (freilich zunächst auch ohne Erfolgsgarantie).