Trigema-Chef "Meine Geduld ist am Ende"
dpa/lsw, 27.06.2010 10:38 Uhr
 Foto: dpa
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Burladingen - "Wir müssen unterscheiden zwischen größenwahnsinnigen Zockern und verantwortungsvollen Unternehmern und Managern, die für ihre Entscheidungen haften", sagt Grupp. "Wenn es durch staatliche Rettungspakete eine Vollkaskoversicherung für Unternehmer und Manager quasi umsonst gibt, dann wird doch keiner durch die persönliche Haftung ein Risiko eingehen." Grupp schlug vor, die Einkommensteuer für Spitzenverdiener auf 60 Prozent zu erhöhen. Wer allerdings mit seinem Privatvermögen auch für den Misserfolg seines Unternehmens einstehe, sollte nur die Hälfte zahlen. "Dann haben wir einen Spitzensteuersatz, der von den Linken begrüßt wird. Und wir haben einen Spitzensteuersatz von 30 Prozent für verantwortliche Unternehmer und Manager, mit dem auch wir zufrieden sein können", sagte der 68-Jährige.

Die Politik habe bislang aus den Wirtschaftskrisen nichts gelernt. Nach dem Platzen der New-Economy-Blase hätten verantwortungslose Manager und Unternehmer in ihrer Gier einfach weitergemacht und so die Finanzkrise ausgelöst. Inzwischen gebe es aus den gleichen Gründen Länderkrisen wie in Griechenland. "Und immer wird den Steuerzahlern gesagt: Leider müssen wir auch diesen Herren wieder helfen", sagte der Trigema-Inhaber. "Meine Geduld ist allmählich am Ende. Selbstverständlich helfe ich meinem Land, wenn es zum Beispiel um die Schäden einer Umweltkatastrophe geht. Aber ich helfe nicht mehr, solange wir es als selbstverständlich ansehen, dass die Leistungsträger - ob Unternehmer, Manager oder Arbeitnehmer - für die Fehlentscheidungen Größenwahnsinniger bezahlen", sagte er.

Um die Krisenspirale zu unterbrechen, müsse es Anreize für ein verantwortungsvolles Wirtschaften geben. Das erreiche man am besten, wenn Unternehmer mit ihrem privaten Vermögen für ihre Firma einstünden. "Ich muss als erster für meine Entscheidungen geradestehen. Wenn es gut läuft, kann ich kassieren. Und wenn es schief geht, muss ich als erster dafür haften", betonte Grupp. Der schwäbische Textilhersteller beschäftigt 1200 Menschen, davon 700 im Stammwerk Burladingen (Zollernalbkreis), die übrigen in Altshausen (Kreis Ravensburg) und Rangendingen (Zollernalbkreis). Trigema steht für "Trikotwarenfabrik Gebrüder Mayer". Josef Mayer, einer der beiden Firmengründer im Jahr 1919, war Wolfgang Grupps Großvater.
Kommentare (10)
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NOV
17
Stuttgarter 21, 19:20 Uhr

Herr Grupp

In den 60er bis 80er Jahren hatten wir noch viele solche Unternehmer und Manager heute nur noch wenige. das haben wir den sogenannten Sozialdemokraten und ultralinken zu verdanken. Welche ehrliche junge Menschen wollen Verantwortung übernehmen und Unternehmer werden wenn man nur als Kapitalist beschimpft wird. So sind in der Mehrheit nur die Raffer übrig geblieben denen es egal ist wie Sie genannt werden, hauptsache die Kohle stimmt. Erinnert euch daran was euch Schröder und Fischer eingebrockt haben. Die haben Wasser gepredigt und Wein getruken und Ihre Schäfchen ins trockene gebracht. Welcher ehliche Mittelständler kriegt da nich einen dicken Hals. Auch Stuttgart 21 wird vom Mittelstand getragen weil die die meisten Steuern zahlen und nicht die Leistungsempfänger die immer und überall gegen alles sind.

JUL
01
zarromanowski, 10:05 Uhr

Grupp hat recht, es fehlen echte Anreize

Der persönlich haftende, unternehmerische Mittelstand macht dieses abscheuliche Spiel, irgendwann nicht mehr mit. Es kann nicht sein, dass nichthaftende Politiker und Manager die Geschicke eines Landes in vollkommener Verantwortungslosigkeit führen können - hier muß gesetzgeberisch etwas geschehen - ansonsten sehe ich einen Massenxodus der "unternehmerischen Vollhafter" auf diesen Staat zukommen. Das Beispiel "Nürburgring" zeigt exemplarisch auf, wie Millionen an Steuergeldern von unfähigen Ministern fahrlässig durch den Kamin geblasen wurden - mittelständische Unternehmer säßen im Knast, sie und ihre Familien wären ruiniert - die Politik wurstelt einfach weiter übernimmt die "politische Verantwortung" um bei nächster Gelegenheit einen neuen Popanz zu kreieren - und das bei hundertprozentiger Aufrechterhaltung ihrer Alimentationsansprüche und Pensionszusagen durch den Staat - ein SKANDAL der immer mehr Bürger am demokratischen System dises Landes zweifeln und verzweifeln läßt.

JUN
28
groupie, 19:03 Uhr

Grupp hat recht - 60 % auf hohe Managergehälter

im Finanz- und Wirtschaftsbereich. Für jene, die verantwortungslos wirtschaften und den riesigen Schaden dem Steuerzahler auflasten. Doch - normal müssten solche Typen auch in den "Bau". Dort ist noch Platz für diese Zerstörer unserer Gesellschaft und diese Zerstörer der Demokratie und ihre Helfer in der Politik. .

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