Es soll Eltern geben, die beide berufstätig sind und am Samstagmorgen das frisch aufgeräumte Heim hinter sich absperren, um mit dem Nachwuchs den unter der Woche geplanten Ausflug anzutreten. Es gibt auch Eltern, die berufstätig sind, obwohl sie sich auf einer ständigen Gratwanderung befinden. Sie haben vielleicht Kinder, die mit drei Monaten den Mittagsschlaf einstellen, weil sie einfach keinen benötigen. Sie arbeiten vielleicht weiter, weil sie eine Firma aufgebaut haben und diese nicht einfach wieder zumachen wollen. Sie halten durch, obwohl sie sich jeden Samstag fragen, wieso es einmal mehr nicht gelungen ist, das Heim aufzuräumen. Geschweige denn, dass sie wüssten, was sie am Wochenende außerdem anfangen könnten.
Während Erstere im Spätherbst den nächsten Urlaub mit Fahrrad und Wanderstiefeln in der Blockhütte in Südschweden planen, sagen sich die anderen noch im Spätwinter, dass sie lieber zu Hause bleiben, als lange Auto zu fahren oder sich in einer fremden Wohnung selbst zu versorgen. Als einzige Chance, in Ferienzeiten nicht vollends zusammenzubrechen, erscheint ihnen der All-inclusive-Urlaub. Als wirkliche Chance erweist sich dieser vor allem dann, wenn der Geldbeutel große Sprünge zulässt. Und wenn das Ziel zum Beispiel Türkei heißt.
Gegen 9 Uhr halten es die beiden Töchter nicht mehr am Frühstückstisch aus. „Ich will jetzt in den Mungo-Club“, platzt die Fünfjährige heraus, nachdem sie die Müslischüssel zur Hälfte geleert hat. „Auch Mumbo-Blubb“, brabbelt die Zweijährige nach. Der Kindergarten im Club-Hotel Kiris Imperial schlägt aus Sicht der beiden alles: den Sprung in das 30Meter entfernte Erlebnisbecken, den Lauf ans 50 Meter entfernte Mittelmeer und die Fahrt in die fünf Kilometer entfernte Ruinenstadt sowieso. Im Mungo-Club backen die Kinder an diesem Vormittag Pizza für die nachmittägliche Pizzaparty am Pool, oder sie basteln Augenklappen für die Piratenparty, oder sie fertigen Halsketten für das Indianerspiel, oder sie machen Aufnahmen auf dem Gelände für den Club-Fotowettbewerb. „Papa“, barmt die Große, „schwimmen können wir doch heute Mittag!“

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