U 12 in Dürrlewang Die Bäume sind das beherrschende Thema

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Der SSB-Chefplaner Volker Christiani hat im Bezirksbeirat Vaihingen noch einmal die Pläne für den neuen U-12-Streckenast vom Wallgraben nach Dürrlewang vorgestellt. Die Bezirksbeiräte interessierten sich vor allem für das Thema Bäume.

Die Foto: Kratz
DieFoto: Kratz

Dürrlewang - Es ist gleich die erste Wortmeldung gewesen. Bereits beim Tagesordnungspunkt 1, den fünf Minuten für die Bürger, meldete sich ein Frau zu Wort. Sie wollte wissen, ob die Bäume entlang der neuen Stadtbahntrasse wirklich schon jetzt gefällt werden müssen. Es sollte für die nächsten eineinhalb Stunden das beherrschende Thema in der Sitzung des Bezirksbeirats bleiben. Konkret müssen 88 Bäume gefällt werden. Darunter sind auch 14 ökologisch wertvolle Blutbuchen, was die Vaihinger besonders schmerzt.

Auch Gerhard Wick (SÖS/Linke) echauffierte sich, dass der Wert von Bäumen nicht hoch genug eingeschätzt werde. Er forderte, dass die Gehölze noch so lange stehen bleiben, bis auch die letzten Risiken, die dem Bau der Stadtbahn entgegenstehen könnten, ausgeräumt sind. Wick schlug auch vor, dass erst die neuen Bäume gepflanzt bevor die alten gefällt werden. „Es wäre ein schönes Zeichen seitens der SSB, wenn sie mit diesem Thema etwas sensibler umgehen würde“, sagte Wick. Matthias Filbinger (Grüne) sah es genauso. „Wir wollen das Projekt nicht verzögern“, so Filbinger. Aber der Bezirksbeirat wolle sicher gehen, dass nicht unnötig gefällt werde.

Volker Christiani konnte der Argumentation nicht ganz folgen. „Wir fällen die Bäume nicht, weil sie später einmal die Aussicht aus den Fenstern der Stadtbahn stören, sondern weil sie beim Bau im Weg sind“, sagte der SSB-Chefplaner. Und die Gehölze müssten gleich weichen. Denn wenn die Vegetationsphase Anfang März beginne, sei dies nicht mehr ohne Weiteres möglich. „Wir wollen aber vermeiden, dass sich das Projekt noch einmal verzögert. Denn wir wissen, dass es viele Menschen gibt, die schon jetzt gern mit der Bahn fahren würden“, sagte Christiani.

RP hat Planfeststellungsbeschluss erlassen

Risiken, die dem Bau des neuen U-12-Streckenastes noch entgegenstehen, gibt es aus seiner Sicht nicht mehr. Denn am Dienstag hat das Regierungspräsidium Stuttgart den sogenannten Planfeststellungsbeschluss erlassen. „Wir haben damit sozusagen unsere Baugenehmigung“, so Christiani. Die Sache habe sich wegen zum Teil schwieriger Verhandlungen mit Anliegern ein wenig hingezogen.

Dabei ging es um die Eigentümergemeinschaft im Hochhaus an der Galilei­straße 30. Sie hatte sich im August in einem offenen Brief an die Stadträte gewandt. Denn sie wollte es nicht hinnehmen, dass ihr Haus künftig nicht mehr an die Galilei­straße angeschlossen ist. „Inzwischen hat noch einmal ein konstruktives Gespräch stattgefunden“, sagte der SSB-Chefplaner. Das Ergebnis: das Haus wird künftig über den Wegaweg erschlossen. Im Gegenzug erstellen die SSB auf Projektkosten fünf Stellplätze und einen neuen Standort für die Müllcontainer.

Diskussionen gab es zudem mit dem Eigentümer des Grundstücks an der Ecke Kupferstraße/Am Wallgraben. Sein Mieter könne den Hof wegen einer Verkehrsinsel künftig nicht mehr so gut anfahren, argumentiert der Anlieger. Die SSB sind mit ihm übereingekommen, dass ein unabhängiger Gutachter beauftragt werden soll. „Wenn er sagt, dass wir nachbessern müssen, dann werden wir das auf eigene Kosten tun“, sagte Christiani.

Bezirksbeirat hält Antrag

Der Planfeststellungsbeschluss kann im Internet auf der Seite des RP eingesehen werden. Zudem wird er im Februar für zwei Wochen öffentlich ausgelegt. „Theoretisch kann noch Klage gegen diesen Beschluss eingereicht werden“, gab Christiani zu. Doch er rechne aufgrund der vielen konstruktiven Gespräche nicht damit, dass die Sache noch vor Gericht geht.

Die Bezirksbeiräte wollten das nicht ausschließen. Und genau diese Unwägbarkeit war es, weshalb Wick am Ende doch noch die gleich zu Beginn geäußerte Forderung in einen Antrag goss: Die Bäume sollen erst gefällt werden, wenn der Planfeststellungsbeschluss rechtskräftig ist. Und es solle geprüft werden, ob die Ersatzpflanzungen nicht zeitgleich vorgenommen werden können. Die Mehrheit des Gremiums wollte diesem Vorschlag allerdings nicht folgen. Der Antrag wurde mit zehn Nein-Stimmen bei fünf Ja-Stimmen und einer Enthaltung abgelehnt. CDU, FDP, SPD und Freie Wähler votierten dagegen.

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Erst denken, dann planen und dann bauen: Natürlich soll die U12 bis nach Dürrlewang fahren, aber es ist mal wieder eine faule Ausrede. Es gibt auch Alternativen und die Bäume stehen den Bauarbeiten bestimmt nicht in dem Umfang im Wege wie uns Bürgern weiß gemacht wird. Nicht nur in Vaihingen wird das Thema heiß diskutiert, sondern auch bei den Möhringern, die genauso betroffen sind. Die Bäume können wirklich länger stehen gelassen werden, bis die Planungen so weit ausgereift sind, daß mit dem Verlegungen der Schienen und der Errichtung von Haltestellen begonnen werden kann. Die neugeplante U12-Trasse wird ohnehin nie ein Ganzes werden. Wie bereits heute wird sie am Killesberg enden.

Fortschritt verzögern: Zu Ihrem Artikel „U?12 in Dürrlewang - Die Bäume sind das beherrschende Thema“ am 24. Jan. Fortschritt verzögern Jede Möglichkeit wird derzeit gesucht, um in Stuttgart Fortschritt zu vermeiden. Da plant die SSB eine neue Stadtbahnlinie, um den Stadtteil Dürrlewang besser anzubinden. Der Bedarf ist groß, wie die zahlreichen Bürgerreaktionen bereits bei früheren Vorstellungen dazu zeigten. Viele Bewohner aus Dürrlewang und vor allem die Pendler können künftig das Auto zuhause stehen lassen und umweltfreundlich pendeln, statt jeden Morgen Parkplätze zu suchen, und nachmittags im Stau zu stehen. Nahverkehr, Effizienz und Umweltschutz. Man möchte meinen, dass hier jeder sofort einen Haken hinmacht. Doch weit gefehlt. Da tagte der Bezirksbeirat am Dienstag und lädt die SSB ein, um zum Status zu berichten, wie auch schon viele Male vorher. Dr. Christiani von der SSB konnte sogar mit der Nachricht eröffnen, dass just am Dienstag das Regierungspräsidium Stuttgart den Planfeststellungsbeschluss erlassen hat. Freude im Saal darüber? Nur bei CDU, die sich explizit bedankte, und im bürgerlichen Lager. Grüne, Linke und SÖS lamentieren leider wie schon gewohnt über alle Neuerungen. Dieses Mal sind es Blutbuchen. Statt die Anstrengungen der SSB für Ökologie zu würdigen, die immerhin einen Baumexperten für die Dauer der Bauarbeiten am Ort hat, damit ja kein Schaden entsteht, wird einmal mehr das gesamte Konzept madig gemacht. Maliziös wird vorgeschlagen, doch zu warten, bis offene Fragen ausgeräumt sind. Doch das ist die Verzögerungstaktik, die aktuell bei S21 und anderen Innovationen in Stuttgart dominiert: Nur nichts Neues anpacken, und falls doch, möglichst langsam. So werden Projekte unnötig teuer – zu Lasten der Steuerzahler – und die Bürger müssen zusehen, wie der einst große Vorsprung von Stuttgart zusammenschrumpft. Da ist es auch kein Wunder, dass in der gleichen Sitzung für den Vaihinger Markt auch nochmals ein neues Gutachten eingefordert wird, statt endlich die Ärmel hochzukrempeln, und Ansiedlungen attraktiv zu machen. Welcher kleine Betrieb hat denn da Lust, sich am Vaihinger Markt niederzulassen, wenn einige gewählte Bürgervertreter jede Anstrengung sabotieren, die Stadt attraktiv und modern zu gestalten?

Noch ganz knusper?: Wegen ein paar Bäumen so ein Terz machen, was für ein Schmarrn

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