Übergriffe in Stuttgart Polizei hat 30 Anzeigen aus Silvesternacht

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Bei der Polizei sind am Wochenende weitere Anzeigen von Übergriffen auf dem Schlossplatz und in dessen Umgebung in der Silvesternacht eingegangen. Es wurden Taschendiebstahle, Raubüberfälle und sexuelle Übergriffe gemeldet.

Auf dem Schlossplatz hat es in der Silvesternacht Übergriffe gegeben. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Auf dem Schlossplatz hat es in der Silvesternacht Übergriffe gegeben.Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Der Stuttgarter Polizei liegen inzwischen gut 30 Anzeigen zu Vorfällen in der Silvesternacht vor. Die Betroffenen meldeten Taschendiebstähle, Raub und sexuelle Belästigungen oder Nötigungen. Die Polizei hat bisher einen Tatverdächtigen festnehmen können, er sitzt in Untersuchungshaft. In vielen Fällen wurde das Aussehen der Täter als nordafrikanisch oder arabisch beschrieben. Hinweise, dass sich Gruppen junger Männer aus diesen Herkunftsländern in Stuttgart gezielt trafen, um Straftaten zu begehen – wie es in Köln der Fall war – , hat die Stuttgarter Polizei bisher keine, so ein Sprecher.

Im Fall des festgenommenen Mannes, der als Asylbewerber in Deutschland lebt, hat die Polizei nun zwei Handys beschlagnahmt, die er bei sich hatte. Eine Streife hatte den Mann auf frischer Tat ertappt, als er eine junge Frau belästigte. Ob die bei ihm gefundenen Mobiltelefone gestohlen sind, prüfen die Ermittler. Im Fall zweier 18-jähriger Frauen, die von einer Gruppe von 15 Männern umringt und bedrängt worden waren, gibt es keine neuen Hinweise auf die Täter – außer besagter Beschreibung.

Die Anzeigen gingen erst nach Neujahr ein

Der Polizei waren nach der Silvesternacht zunächst nur zwei schwerwiegende Fälle von Übergriffen bekannt: der Fall des festgenommenen Mannes, der eine Frau genötigt hatte, und der Überfall auf die beiden 18-Jährigen. Nach dem Zeugenaufruf der Polizei meldeten sich weitere Opfer.

Die Polizei kann noch nicht sagen, ob es sich bei den Tätern immer um Männer aus derselben Gruppe gehandelt hat oder ob unterschiedliche Gruppen auf dem Schlossplatz und in der Innenstadt Straftaten begingen. Auch sei das Vorgehen unterschiedlich gewesen. Nach Angaben der Polizei wurden nur wenige Fälle gemeldet, in denen Frauen bewusst umringt wurden – was in Köln häufig geschehen sein soll.

Es mehren sich unterdessen aber Hinweise, dass in Stuttgart in jener Nacht Gruppen unterwegs waren wie in Köln – wenn auch in wesentlich geringerer Anzahl. So meldete die Bundespolizei nun zum Beispiel einen Zwischenfall in der Klett-Passage. Dort schritten Polizisten ein, nachdem sie wegen eines Streits innerhalb einer größeren Gruppe verständigt worden waren. Etwa 20 Männer, deren Aussehen ebenfalls als nordafrikanisch und arabisch beschrieben wird, scharten sich um die beiden 15 und 25 Jahre alten Streithähne aus ihren Reihen. Die Polizei konnte die beiden Tatverdächtigen festnehmen, wobei sie aber mehrfach den Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray habe ankündigen müssen, teilt der Sprecher der Bundespolizei auf Anfrage mit. Die fünf Beamten der Bundespolizei hätten sich mit „einfacher körperlicher Gewalt“ gegen die Sympathisanten der Festgenommenen durchgesetzt – sie also weggedrängt. Zwei Opfer des vor der Auseinandersetzung geschehenen Raubüberfalls erlitten leichte Verletzungen.

Die Bundespolizei meldete den Vorfall seinerzeit nicht. „Das lag daran, dass der Bericht über den Zwischenfall der Pressestelle nicht vorlag. Das ist unglücklich gelaufen“, sagt der Pressesprecher Jonas Große. Normalerweise würden solche Taten in den Pressebericht aufgenommen.

5 Kommentare Kommentar schreiben

Es wird geschwiegen: Es gibt doch schon seit Langem gehäufte sexuelle Belästigung und Vergewaltigung in verstärktem Maße durch Asylbewerber. Darüber wird halt nicht berichtet - ist ja schon fast Normalität. Und auch in Zukunft können wir keine Berichterstattung erwarten... Nicht war, Redaktion von StZ? - Wäre schön, wenn ihr hier eine Ankündigungsseite/Kalender für alle Demonstrationen einführt (wirklich alle, auch die der sogenannten "Rechten").

Vergewaltigung in verstärktem Maße durch Asylbewerber...: haben Sie dafür Beweise? Ja, es gibt sexuelle Belästigungen und Vergewaltigungen, ja es ist nicht zu tolerieren und ja, es muss geahndet werden, aber solche Behauptungen, dass dies verstärkt durch Asylanten geschieht, dürfte ohne stichhaltige Beweise nicht haltbar sein und schürt Hass in der Bevölkerung und Verachtung gegenüber Asylanten.

Sind 30 Anzeigen das Quotum, ab dem man beginnt zu ermitteln?

Nicht nur in Deustchland, auch woanders: scheint es ein gewisses Dogma zu geben, dass man nicht negativ über Straftaten von Flüchtlinge/Schutzsuchende zu berichten hat. Wird sofort als Hetze bezeichnet. In Schweden begann das bereits seit 2014 und wurde bis jetzt "vertuscht" bzw. lt. Artikel traute man sich nicht das zu nennen. (Nochmals, das sind wenige die sich so aufführen, aber die Sorgen für ein wenig erfreuliches Image - daher zum Wohle aller beim Namen nennen und Konsequente Bestrafung) http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/4902210/Schweden_Sexuelle-Massenubergriffe-bei-Festival-vertuscht

Silvesternacht: Dieses Jahr hat für Stuttgart allem Anschein nach alles Andere als gut begonnen. Was teilweise erst jetzt Schritt für Schritt herauskommt, macht einen sprachlos. Immerhin liegt Silvester fast schon zwei Wochen zurück. Warum geht das mit den Informationen in diesen Fällen so langsam voran? Wie hoch mag wohl die tatsächliche Zahl an Straftaten sein, wenn man berücksichtigt, dass wohl längst nicht alle Vergehen auch angezeigt werden? Solch schockierende Zustände entstehen übrigens nicht über Nacht. Alle die schon länger vor solchen Entwicklungen warnen, wurden umgehend in die rechte Ecke geschoben. Dass es sich bei dem Festgenommenen um einen Flüchtling handelt, hätte die Stuttgarter Zeitung noch vor Kurzem nicht geschrieben. Da ist immerhin eine Entwicklung zur offenen und umfassenden Information der Bürger zu erkennen. Der geschilderte Vorfall in der Klett-Passage ist für mich bezeichnend. Der Staat zeigt dort schon länger, dass er nicht gewillt ist, für Ordnung zu sorgen. Meist ist weit und breit niemand zu sehen, an den man sich bei Problemen wenden könnte. Das Rauchverbot das dort zum Schutz der Nichtraucher eigentlich besteht, wird praktisch nicht durchgesetzt. So kommt es, dass sich dort nach meinem Gefühl immer weiter eine Art Anarchie manifestiert. So wurde ich von Rauchern, die ich in der Vergangenheit auf das Rauchverbot aufmerksam gemacht hatte, rüde beschimpft und fühlte mich mitunter bedroht. Es handelte sich dabei übrigens zumeist um einen ähnlichen Personenkreis, wie er hier im Artikel beschrieben wird. Als normaler Bürger fühlt man sich in der Klett-Passage immer weniger wohl und immer weniger sicher.

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