Ulrich Sterra tritt im Wahlkreis Esslingen für die AfD an Zurück zur alten Schul- und Energiepolitik

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Ulrich Sterra, der Kandidat der Afd im Wahlkreis Esslingen ist gegen den Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung.

Ulrich Sterra  zieht für die AfD in  den Wahlkampf. Ein  Jugendbild  hat er uns nicht zur Verfügung gestellt. Foto: Horst Rudel
Ulrich Sterra zieht für die AfD in den Wahlkampf. Ein Jugendbild hat er uns nicht zur Verfügung gestellt.Foto: Horst Rudel

Esslingen - Zur Alternative für Deutschland (AfD) stieß Ulrich Sterra, als ihm die CDU zu links wurde und er für seine konservativen Haltungen in der CDU keine politische Heimat mehr fand. Schon lange habe ihn die christdemokratische Sozialpolitik gestört, sagt er: „Mir war dieses Sozialsystem, das den Bürger umfassend versorgt, zu umfangreich“ Der konkrete Grund für seinen Austritt war jedoch die Parteispendenaffäre von Helmut Kohl.

Er blieb einige Jahre parteilos und besuchte dann den Gründungsparteitag der AfD im Jahr 2013. Dort spürte er eine Aufbruchstimmung, die ihn mitriss. „Endlich passierte etwas im Land, das in meinen Sinne war, endlich fand ich Gleichgesinnte, die meine politischen Ideale teilten.“ Für den Schritt in die AfD gab es auch einen äußeren Grund. Die finanziellen Rettungsschirme, die die EU und vor allem die Bundesrepublik aufspannte, hielt er für verfehlt.

Ulrich Sterra ist Immobilien-Makler. Er ist ein selbstständiger Kaufmann, der im Auftrag von Wüstenrot Häuser und Grundstücke verkauft. Geboren ist er in Tübingen, die ersten Lebensjahre verbrachte er in Kirchentellinsfurt, schließlich zog die Familie nach Stuttgart-Vaihingen. Seinen Beruf lernte er in der Immobilienfirma seines Onkels in Reutlingen.

Den Umfragen zufolge, wird die AfD der große Gewinner der Wahl werden. Wie schafft man es, als Neuling zum Spitzenkandidaten im Wahlreis Esslingen zu werden? Hier profitierte Sterra von dem Auszug der beiden alten AfD-Spitzenkandidaten in die neue Partei Alfa. Dass die AfD nach dieser Abspaltung weiter nach rechts gerückt ist, stört ihn nicht. Ebenso wenig wie die russlandfreundliche Politik der Partei: „Wenn wir im großen europäischen Haus Frieden wollen, dann geht das nicht ohne die Russische Föderation“, sagt er. Er ist zwar auch der Ansicht, dass die Medien nicht objektiv über die AfD berichteten, das Wort „Lügenpresse“ würde er jedoch nicht in den Mund nehmen. Er hat auch den SPD-Kandidaten Nils Schmid angezeigt, wegen dessen kritischer Äußerungen über die AfD.

„Kein Mensch hat etwas gegen Flüchtlinge“, sagt er, aber die bestehenden Gesetze müssten eingehalten werden. Und wenn die EU ihre Außengrenze nicht schützen könne, dann müsse das die Bundesrepublik selbst tun. Die Sätze von Frauke Petry in Bezug auf Waffengewalt an der Grenze bezeichnet er jedoch als Meinung einzelner, nicht als seine Meinung.

Oben in seiner Agenda steht die Schulpolitik. Das Schulsystem habe in Baden-Württemberg glänzend funktioniert und so möchte er zum alten System zurückkehren. Die Grundschulempfehlung solle wieder verbindlich werden, dann würden die drei Schularten Hauptschule, Realschule und Gymnasium wieder wie früher nebeneinander bestehen können.

Die Energiewende will er stoppen. „Strom muss bezahlbar bleiben“, ist seine Forderung. Er hält es für riskant, dass ein Industriestaat seine Energieversorgung von Sonnen- und Windenergie abhängig mache. Außerdem fürchtet er, dass Deutschland technologisch abgehängt werde, wenn es keine Atom- und Kohlekraftwerke mehr betreibe. Den CO2-Ausstoß würde er in Kauf nehmen, weil er der Ansicht ist, „der Klimawandel ist nicht nachweisbar.“ Deswegen steht er auch der Pflicht zur Wärmedämmung von Bausubstanz kritisch gegenüber.

Die Wirtschaft würde er durch Infrastruktur fördern mit „funktionierenden Straßen und Wasserstraßen.“ Aus seiner Sicht brauche es auch ein neues Baurecht, „es darf nicht immer noch komplizierter werden, es muss einfacher werden.“ Auch wenn die AfD in den Landtag einzieht, glaubt er nicht, dass er einen Platz im Parlament erringt. Doch das stört ihn nicht. „Wenn man 65 Jahre alt ist, dann kann man Politik auch nur aus Überzeugung machen.“

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Klimawandel: Hat er wirklich gesagt, dass der Klimawandel nicht nachweisbar sei? Das wäre natürlich dumm, denn die Erderwärmung um ein knappes Grad seit 150 Jahren ist doch eindeutig messbar. Aus dem Zusammenhang des Textes würde ich allerdings vermuten, dass er gemeint hat, dass CO2 als maßgeblicher Grund für den Klimawandel nicht nachweisbar ist - und damit stimmt er mit vielen Wissenschaftlern überein, die allesamt nicht beweisen können, welchen genauen Anteil das CO2 am Klimawandel hat. Man weiß ja noch nicht einmal, welchen Einfluss die Wolken auf das Klima haben...

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