Umbau des Wilhelmspalais Neuer Schwung für das Stadtmuseum

Von Thomas Borgmann 

Bereits seit fünf Jahren laufen die Planungen für die Zukunft des Wilhelmspalais – aber die Vorarbeiten für das Stadtmuseum stocken.

Der Architekt Arno Lederer will das künftige Stadtmuseum im Wilhelmspalais mit einer breiten Treppe zur Kulturmeile hin öffnen. Illustration: www.renderstueble.de
Der Architekt Arno Lederer will das künftige Stadtmuseum im Wilhelmspalais mit einer breiten Treppe zur Kulturmeile hin öffnen.Illustration: www.renderstueble.de

Stuttgart - Jürgen Sauer, der kulturpolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion, ist sichtlich verärgert: "Seit fünf Jahren schon laufen die Planungen für die Zukunft des Wilhelmspalais, im Sommer zieht die Stadtbücherei am Charlottenplatz aus und in die neue Bibliothek - aber die Vorarbeiten für das Stadtmuseum stocken." Er und seine Fraktion seien "nicht mehr länger bereit, weitere Verzögerungen hinzunehmen". Deshalb hat Jürgen Sauer beim Oberbürgermeister einen Antrag eingebracht, in dem es heißt: "Wir fordern, dass das Thema Stadtmuseum am 10. Mai im Technikausschuss und am 11. Mai im Finanzausschuss auf die Tagesordnung kommt."

Was steckt dahinter? Im Oktober beginnen im Rathaus die aufwendigen Debatten über den neuen Stuttgarter Doppelhaushalt für 2012/13. Dabei allerdings können nur solche Projekte berücksichtigt werden, deren Pläne praktisch den Status der Baureife besitzen. Deshalb fordert der CDU-Stadtrat Jürgen Sauer jetzt kategorisch, "dass die Verwaltung uns bis zu den gesetzten Terminen im Mai den sogenannten Vorprojektbeschluss vorlegt, damit wir dann darüber diskutieren können". Nur auf diese Weise sei gewährleistet, dass die Vorarbeiten nicht länger stocken, sondern bis zum Herbst zügig vorankämen.

CDU-Ratsfraktion will Signal setzen

Denn am Umbau des alten Wilhelmspalais in ein modernes Stadtmuseum will die CDU-Ratsfraktion nicht rütteln lassen. "Jeder Tag, den das Wilhelmspalais nach dem Auszug der Stadtbücherei leersteht, ist ein verlorener Tag", sagt Jürgen Sauer. Rund um dieses Kulturprojekt seien viele Leute ehrenamtlich tätig und beteiligt, nicht zuletzt der Beirat für die Zeitgeschichte - deshalb wolle er mit seinem Antrag "jetzt ein politisches Signal setzen: Wir stehen zu diesem Projekt und hoffen auf eine breite Mehrheit im Gemeinderat, wenn am 16. Dezember der neue Doppelhaushalt verabschiedet wird", sagt Sauer.

Wie wiederholt berichtet, soll das 1944 im Krieg zerstörte, in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wieder aufgebaute Wilhelmspalais - einst die Wohnung des letzten württembergischen Königs Wilhelms II. - in ein Stadtmuseum umgebaut werden. Die Kosten dafür sind auf 30 Millionen Euro veranschlagt, annähernd die Hälfte dieser Summe soll aus diversen Zuschüssen des Landes aufgebracht werden. Das renommierte Stuttgarter Architekturbüro Lederer, Ragnarsdíttir und Oei hat vor mehr als einem Jahr den von der Landeshauptstadt ausgelobten Gestaltungswettbewerb gewonnen. Arno Lederer will das unter Denkmalschutz stehende Palais innen völlig ausbeinen und neu konzipieren. Ein Sprecher seines Büros sagte jetzt auf Anfrage: "Die Vorentwurfsplanung haben wir bereits im Februar abgeschlossen. Wir sind, was unsere Planungen angeht, im Zeitplan."